Urlaubsfotos: Was ist ok, was geht gar nicht?

Urlaubsfotos: Was ist ok, was geht gar nicht?

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Urlaubsfotos
©iStock/martin-dm

Auf den Auslöser drücken und zwei Klicks später landen die Urlaubsfotos im Internet. Unter Umständen könnt ihr damit rechtliche Probleme bekommen…

Dank Facebook, Instagram & Co. kommen viele Urlaubsfotos mittlerweile nicht nur ins private Fotoalbum sondern werden online gestellt und sind damit für eine breite Öffentlichkeit sichtbar. Veröffentlicht ihr Bilder, müsst ihr auch als Privatmenschen einige Regeln beachten. Denn für Urlaubsfotos gilt ebenfalls das so genannte „Recht am eigenen Bild“. Aber was ist das eigentlich und wen oder was dürft ihr als Tourist fotografieren? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

1. Wer darf fotografiert werden?

Wenn jemand auf euren Urlaubsfotos gut erkennbar ist, solltet ihr ihn in jedem Fall um Erlaubnis bitten, bevor ihr ihn fotografiert. Das gilt vor allem, wenn ihr die Person nicht kennt. Stellt ihr dieses Bild anschließend online, dann solltet ihr auch Bekannte oder Familienmitglieder um Erlaubnis bitten, wenn sie darauf zu erkennen sind.

Ausnahmen für Deutschland: Ist die Person nur klein am Bildrand oder in einer Menschenmenge zu sehen, benötigt ihr keine Erlaubnis. Dann gilt sie als so genanntes Beiwerk zum Foto. Sie steht nicht im Mittelpunkt der Aufnahme.

Sieht man auf eurem Bild eine größere Menschenmenge z.B. bei einem Festumzug oder auf einem Markt, dann braucht ihr nicht jeden Einzelnen um Erlaubnis bitten.
Grundsätzlich solltet ihr beim Knipsen von anderen immer überlegen, ob ihr selbst in der betreffenden Situation fotografiert werden möchtet. Das gilt ganz besonders für intime Momente: Bilder von halbnackten Menschen am Strand, ein sich innig küssendes Paar aber auch für Aufnahmen von fremden Kindern. Im Zweifel lieber fragen.

2. Wo darf fotografiert werden?

In einigen Museen dürft ihr Fotoaufnahmen machen. Das heißt jedoch nicht, dass ihr eure Bilder einfach online stellen könnt. Kunstwerke unterliegen nämlich ebenfalls dem Urheberrecht und müssen mit einer entsprechenden Angabe zum Künstler versehen sein, wenn ihr sie online stellt. Manche Museen verbieten das Fotografieren aus verschiedenen Gründen gleich ganz. Dann müsst ihr euch daran halten, sonst droht ein Hausverbot.

3. Was darf fotografiert werden?

Das ist von Land zu Land anders geregelt. In Deutschland gilt die so genannte Panoramafreiheit. Ihr dürft öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeiten wie Schlösser oder Kulturdenkmäler fotografieren und diese Urlaubsfotos veröffentlichen.
Im europäischen Ausland ist dies anders geregelt. Bei einigen Gebäuden müssen Reisefotografen aufpassen, wie Birgit Dreyer, Expertin der Europäischen Reiseversicherung ERV, erklärt: „Zum Beispiel ist es nicht erlaubt, ein Selfie mit dem Eiffelturm bei Nacht in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.“ Das Urheberrecht des beleuchteten Wahrzeichens liegt nämlich bei dem Lichtkünstler Pierre Bideau. In anderen Ländern dürfen z.B. keine Regierungsgebäude oder Flughäfen und Brücken fotografiert werden. Fragt bei Unsicherheiten lieber nach, z.B. beim Reiseleiter.

4. Gut zu wissen: Euer Urheberrecht

Wenn ihr Urlaubsfotos über ein Portal oder eine Community ins Netz stellt, solltet ihr vorher nachlesen, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum eurem Urheberrecht steht. So ist es Facebook laut seiner AGBs rein rechtlich erlaubt, jede dort gepostete Aufnahme nach eigenem Interesse zu verwenden.

5. Das Internet vergisst nicht

Wenn ihr Urlaubsfotos hochladet, denkt daran, dass Fotos, die einmal im Internet stehen, für immer dort zu finden sind. Ihr solltet euch daher immer überlegen, welche Wirkung eure Bilder auf andere haben können, etwa dem Arbeitgeber, und ob ihr euch mit diesen Urlaubsfotos in einigen Jahren noch identifizieren könnt.