Urlaub im Ferienhaus – Wie ihr fiese Fallen erkennt

Urlaub im Ferienhaus – Wie ihr fiese Fallen erkennt

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Ferienhaus
©iStock/wbritten

Ein Ferienhaus günstig und unkompliziert online gebucht. Doch leider gibt’s schwarze Schafe unter den Anbietern. Wie ihr sie enttarnt, verraten unsere 14 Tipps.

Ein Urlaub im Ferienhaus ist perfekt zum Abschalten und für große Gruppen. Aber bei der Buchung solltet ihr auf diese Punkte achten.

Tipp 1: Wer ist der Anbieter?

Im Impressum der Internetseite muss der Anbieter stehen. Bei Privatpersonen oder Einzelunternehmen muss er dort mit Vor- und Nachnamen stehen, bei Gesellschaften muss die richtige Rechtsform genannt sein.

Tipp 2: Gäste-Bewertungen

Die Bewertungen verraten euch nicht nur, ob die Gäste zufrieden waren, sondern auch wie lange Ferienhaus oder Ferienwohnung schon vermietet werden. Ihr erfahrt auch, wie die Ausstattung ist. Bei Unklarheiten am besten den Vermieter fragen. Bewertungen verraten euch noch mehr: Eine Liste von Bewertungen, die aus mehreren Jahren stammen, wirkt nun mal Vertrauen erweckender als zwanzig Bewertungen aus sechs Monaten.

Tipp 3: Lage

Ihr habt euer Wunschobjekt gefunden. Nun solltet ihr weiter recherchieren: Wie weit ist es bis zum Strand? Muss eine breite Straße überquert werden? Das könnt ihr anhand von Satelliten-Aufnahmen (Google Maps) klären. Google Streetview verrät, ob an der angegebenen Adresse tatsächlich die auf den Fotos gezeigte Ferienwohnung liegt.

Tipp 4: Auf Prüfsiegel, Verhaltenskodex und Referenzen achten

Grundsätzlich ist es immer gut, wenn der Anbieter Mitglied in einem Verband ist (Verband deutscher Ferienhausagenturen VDFA, Deutscher Reiseverband DRV, Deutscher Tourismusverband), oder ob sein Angebot zertifiziert wurde (z.B. TÜV-Siegel, Trusted Shops o.ä.). Seriöse Portale und Agenturen verpflichten sich oft auch zu einem freiwilligen Verhaltenskodex, der für den Verbraucher mehr Transparenz und Sicherheit schaffen soll. Falls ihr unsicher seid, könnt ihr selbst bei den jeweiligen Verbänden anrufen und nach der Mitgliedschaft des Anbieters fragen.

Tipp 5: Preise vergleichen

Klärt, ob die Kosten für Endreinigung, verbrauchsabhängige Kosten wie Wasser und Strom sowie Ausstattung wie Bettwäsche-oder Handtuch-Pakete bereits im Mietpreis von Ferienhaus oder -wohnung inbegriffen sind. Kommen weitere Kosten wie Kurtaxe oder Steuern hinzu? Bei ungewöhnlichen Schnäppchen solltet ihr genau hinsehen: Wie groß ist der Preisunterschied zu vergleichbaren Objekten, wie wird er gerechtfertigt?

Tipp 6: Buchung

Lest vor der Buchung immer die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters durch. Sie müssen euch vor der Buchung angezeigt werden, sonst können sie nicht Bestandteil des Mietvertrages werden. Die Buchungsbestätigung erhaltet ihr per Mail oder per Post, sobald ihr online ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung bucht.

Tipp 7: Anzahlung und Restzahlung

In der Regel ist die Anzahlung nach Erhalt der Buchungsbestätigung fällig. Sie beträgt 20 bis 25 Prozent des Rechnungsbetrags in Deutschland, im Ausland kann diese Forderung auch darüber liegen. 40 Prozent sind allerdings eindeutig zu viel. In der Buchungsbestätigung steht ebenfalls, bis wann der Restpreis für Ferienhaus oder -wohnung fällig ist (meist 2 bis 6 Wochen vor Anreise). Bucht ihr kurzfristiger, dann ist der Reisepreis meist sofort fällig.

Tipp 8: Vertrag

Ihr bekommt einen Vertrag zugeschickt. Er sollte folgendes enthalten: Buchungszeitraum, Miethöhe, Nebenkosten, Ausstattung, Kaution und Adresse von Ferienhaus bzw. -wohnung. Außerdem muss darin stehen, mit wem ihr den Vertrag abgeschlossen habt (z. B. durch Vermittlung einer deutschen Agentur des in Italien wohnhaften, namentlich genannten Vermieters).

Tipp 9: Zahlungsweise

Wenn ihr auf ein Konto im Ausland überweisen sollt, prüft genau, an wen ihr das Geld zahlt und scheut euch nicht, bei Unstimmigkeiten zwischen Vertragspartner und Geldempfänger nachzufragen. Zahlt nie per Geldtransfer (z. B. Western Union oder MoneyGram). Experten empfehlen, den Mietpreis per Lastschrift zu bezahlen. Dann könnt ihr im Falle eines Falles euer Geld bis zu acht Wochen nach der Überweisung zurückholen. Werdet ihr beim Zahlungsvorgang von der Buchungsseite weitergeleitet, dann achtet bei allen Zahlungen (Kreditkarte, Paypal) auf die Verschlüsselung der Seite (SSL-Codierung, eventuell mit Zertifikat), damit eure Daten sicher übergeben werden.

Tipp 10: Übergabeprotokoll

Darin wird am An- und Abreisetag der Zustand der Unterkunft und des Inventars schriftlich festgehalten, um später Streitigkeiten zu vermeiden. Es wird von beiden Parteien unterschrieben.

Tipp 11: Nebenkosten

Strom, Wasser und Heizung sind verbrauchsabhängige Kosten. Wenn dafür im Mietvertrag keine Pauschale vereinbart wurde, muss vor Ort der Zählerstand bei eurer Ankunft bzw. Abreise abgelesen und ebenfalls in das Übergabeprotokoll eingetragen werden.

Tipp 12: Versicherung

Ihr seid für Schäden verantwortlich, die ihr an der Ferienwohnung verursacht. Daher solltet ihr bei eurer Haftpflichtversicherung vor der Abreise nachfragen, ob sie auch Schäden an gemieteten Objekten regelt. Bucht ihr lange im Voraus oder habt kleine Kinder, lohnt es sich ab einem bestimmten Preis über eine Reiserücktrittsversicherung nachzudenken.

Tipp 13: Storno

Stornierungsbedingungen wie Fristen und Gebühren sollten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen stehen. Sie sind Vertragsbestandteil. Lest diese und die Beschreibung der Wohnung vor der Buchung genau durch. Nach der Buchung habt ihr meist kein Widerrufsrecht. Wenn ihr vom Vertrag zurücktreten müsst, ist nicht nur eure Anzahlung futsch. Ihr müsst auch mit weiteren Kosten rechnen.

Tipp 14: Vorsicht Falle!

Betrüger machen sich nicht viel Mühe: Ihre Internetseiten sind oft einfach gehalten – ohne Mietpreise, Belegungskalender, Kontaktformular etc. Misstrauisch solltet ihr werden, wenn eine Agentur mit 20 Jahren Erfahrung wirbt, aber nur ein sehr kleines Angebot hat oder wenn ihr dieselben Fotos bei anderen Ferienhaus-Inseraten wiederfindet, es sich jedoch nicht um dasselbe Haus handelt. Am besten ihr klärt Widersprüche im persönlichen Kontakt mit dem Vermieter oder Vermittler. Wie schon gesagt: Lockangebote sollten euch skeptisch machen, z.B. wenn euch bei sofortiger Zahlung des kompletten Mietpreises Rabatt versprochen wird.