Wie viel Trinkgeld sollte ich geben?

Wie viel Trinkgeld sollte ich geben?

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Trinkgeld, Urlaub, Ausland
©iStock/mastermilmar

Auch fürs Trinkgeld im Urlaub gilt: Andere Länder, andere Sitten. Denn ob Restaurant, Hotel oder Taxi – guten Service belohnen wir gern und angemessen. Doch wo gibt man wie viel?

Generell gilt: Jeder darf so viel Trinkgeld geben, wie er möchte. Wir Deutschen sind im europäischen Vergleich übrigens am großzügigsten: Fast 70 Prozent spendieren laut aktueller Umfrage gern ein Extrageld. Doch wie viel ist wo und wofür angemessen?

Italien, Spanien

Im Hotel liegt ihr mit ca. 5 € pro Woche richtig, im Taxi einfach aufrunden. Achtung: Das italienische „Coperto“ auf der Rechnung im Ristorante ist eine Art Servicegebühr für Gedeck und Brot. Hier beim Gehen 1 bis 2 € Trinkgeld auf den Tisch legen. In der Espressobar dagegen aufrunden und Münzen in Tip-Teller oder Sparschwein geben, die meist auf der Theke stehen.

Österreich

Ähnlich wie in Deutschland: In Taxi und Restaurant sind fünf bis zehn Prozent Trinkgeld angebracht. Im Hotel erhält der Kofferträger 1 € pro Gepäckstück, das Zimmermädchen 1 bis 2 € pro Tag. Das Geld wird vor der Abreise persönlich übergeben.

Griechenland, Portugal, Türkei

In Restaurants gilt die 10-Prozent-Regel. Rundet dagegen in der Taverne und im Taxi auf. Beim Griechenlandurlaub für das Zimmermädchen 0,50 € pro Tag berechnen und am Abreisetag persönlich überreichen. In der Türkei gilt: kleine Gefälligkeit, kleines Geschenk (z.B. eine Zigarette).

Nordafrika

In Ägypten, Tunesien und Marokko hat „Bakschisch“ (arabisch für Gabe) Tradition. Im Restaurant gibt es 10 Prozent, bei jeder anderen Dienstleistung (z.B. Kosmetikerin) aufrunden. Zimmermädchen, Gepäckträger und andere Dienstleister freuen sich über ein kleines Trinkgeld von bis zu 1 €.

Frankreich

10 bis 15 Prozent „Pourboire“ (frz.: pour = für, boire = trinken) sind in Restaurant oder Bistro üblich. Ihr legt es einfach auf den Tisch. Der Obolus ist im Hotel keine Pflicht. Der Taxifahrer erhält 10 Prozent.

Skandinavien

In Nordeuropa ist Trinkgeld eher unüblich. Ausnahme Schweden: 10 Prozent der Rechnungssumme sind im Restaurant bei gutem Service angemessen.

Großbritannien, Irland

Ob Pub oder Restaurant – hier liegt ihr mit 10 bis 15 Prozent Trinkgeld richtig. Der Begriff „Service Charge“ heißt, dass das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten ist. Im Hotel ist ein Pfund pro Nacht angemessen, im Taxi Fahrpreis aufrunden.

USA, Kanada

Ein „tip“ (engl. für Trinkgeld) von 15 bis 20 Prozent ist im Restaurant und beim Pizzaservice ein Muss, da die Löhne meist niedrig sind. Der Kofferträger erhält 1 kanadischen oder 1 bis 2 US-Dollar pro Gepäck, das Zimmermädchen 1 bis 2 Dollar pro Nacht. Im Taxi werden 15 Prozent gegeben.

Thailand und andere asiatische Länder

10 % im Restaurant, ca. 20 Baht (ca. 0,50 €) pro Tag fürs Zimmermädchen. Japan, China, Vietnam, Malaysia: Außerhalb der Touristenzentren gilt perfekter Service als Selbstverständlichkeit, Trinkgeld als verpönt. In internationalen Hotels hat sich aber die 10 %-Regel durchgesetzt.

Drei Tipps fürs „Tip“

1. Außerhalb Europas Trinkgeld in Euro- oder US-Dollar-Scheinen geben, sie lassen sich einfach in die Landeswährung umtauschen.

2. Bei längeren Aufenthalten ein kleines Extra vorab überreichen – und bei der Abreise natürlich auch.

3. Wenn ihr unsicher seid, fragt ruhig andere Gäste oder den Reiseleiter. Man kann nicht alles wissen.