Weichmacher und andere Giftstoffe in der Kleidung

Weichmacher und andere Giftstoffe in der Kleidung

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Weichmacher gesundheit
©iStock/iprachenko

Giftige Mode: Noch immer sind viele Kleidungsstücke mit Weichmacher und anderen Schadstoffen regelrecht verseucht.

Knapp sechs Milliarden Kleidungsstücke kaufen wir im Jahr, das sind etwa 70 für jeden Deutschen. Was wohl nur wenige Käufer ahnen: Sie legen sich häufig eine gehörige Portion Chemie in den Einkaufskorb. Denn noch immer verwendet die Textilindustrie rund 7000 Substanzen, die es in sich haben. Ob giftige Färbemittel, Weichmacher oder Knitterschutz: Die geballte Chemie kann tränende Augen, juckende Haut und Kopfschmerzen verursachen – oder im schlimmsten Fall sogar Krebs auslösen und die Fortpflanzung stören. Zudem trifft die Nutzung gefährlicher Chemikalien in den Herstellungsländern die Arbeiter und kontaminiert Gewässer und Böden.

Greenpeace macht Druck

Eine lebensgefährliche Bedrohung, die jahrelang von den Modeherstellern kleingeredet wurde. Erst durch eine weltweite Kampagne von Greenpeace kam jetzt Bewegung in die Gift-Mafia. 30 internationale Modemarken wie H&M und Zara, die Sportartikelhersteller Puma und Adidas und Discounter wie Lidl und Penny haben sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion.

Bereits jetzt ist der Wandel zur giftfreien Kleidungsproduktion in vollem Gange: Bei einem aktuellen Test wurde in der Mode der beteiligten Marken kaum noch Schadstoffe gefunden. Dagegen scheren sich vor allem Luxushersteller weiterhin nicht um eine giftfreie Produktion. Bei Tests schnitten Luxusfirmen wie Versace, Louis Vuitton, Hermès oder Armani besonders schlecht ab.

Keine Weichmacher & Co: Tipps für den Kauf

Verzichtet auf Kleidungsstücke mit den Hinweisen „separat waschen“ und „vor dem Tragen waschen“. Die Farbstoffe dieser Textilien haften schlecht und können von der Haut aufgenommen werden. Auch Hinweise wie „bügelfrei“ oder „knitterarm“ sind sichere Hinweise auf chemische Substanzen.

Leider sind viele Giftstoffe komplett geruchsneutral und können somit nicht mit Hilfe der Nase erkannt werden. Sollten Kleidungsstücke oder Schuhe aber stark nach Chemie riechen, könnt ihr mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese stark behandelt wurden.

Zudem solltet ihr auf Ökosiegel achten, die zumindest eine geringere Anzahl an Weichmacher & Co garantieren. Greenpeace hat folgende zwei Gütesiegel am besten bewertet: GOTS und IVN Best.