Die Macht der Farben

Die Macht der Farben

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Farben
© iStock / jallfree

Rot sichert Aufmerksamkeit, Schwarz macht sexy, Blau ruhig – die Wirkung von Farben ist wissenschaftlich erforscht. Darum solltet ihr auch besser keine Kleidung in Pink tragen…

Wir sind ständig von den verschiedensten Farben umgeben und vor allem: Wir tragen sie jeden Tag. Aber mal ehrlich: Habt ihr euch jemals gefragt, welche Wirkung sie auf euch oder andere haben? Denn dass sie eine Wirkung, ja dass sie sogar richtige Macht haben, wurde in verschiedenen Studien bewiesen: Es macht also einen Unterschied, ob wir ein blaues oder rotes Kleid tragen. Von Pink gar nicht zu reden.

Männer und Farben? Eher nicht!

Übrigens: Wenn euer Partner bei diesem Thema nicht ganz mitkommt, kann er nichts dafür. Der Diplom-Psychologe und Autor Klausbernd Vollmar („Das große Handbuch der Farben“) weiß, warum: „Frauen können deutlich mehr Farben wahrnehmen als Männer. Das hat evolutionsbiologische Gründe. In der Tierwelt sind die Männchen viel bunter, um die Weibchen anzuziehen und die Fortpflanzungs-Chancen zu erhöhen. Deswegen sind Frauen für Farben sensibler. Männer achten mehr auf die Form, Frauen auf die Farbe.“ Also lieber die beste Freundin fragen, wenn es darum geht, ob sich das grüne Oberteil mit dem lila Rock beißt…

Blau schafft Vertrauen

Blau ist mit Abstand die Lieblingsfarbe der Deutschen. „Das hat mit der Funktionsweise des Auges zu tun“, so Klausbernd Vollmar. „Bei Blau passiert physiologisch im Auge am wenigsten. Daher erfahren wir diese Farbe als die beruhigendste.“

In der Farbpsychologie steht Blau für Vertrauen, Pflichttreue, aber auch für Klarheit, geistige Offenheit und Wachheit. Wer bei einem Bewerbungsgespräch Souveränität ausstrahlen und Vertrauen gewinnen möchte, schlüpft am besten in etwas Blaues. Aber Vorsicht: Blau in Blau ist ein bisschen zu viel des Guten und sagt: „Mir fehlt der Mut zum Experiment, darum gehe ich auf Nummer sicher!“

Rot steht für Leidenschaft

Rot ist die Farbe des Feuers. Eine leidenschaftliche Farbe, die Vitalität ausstrahlt, Lebensfreude, Liebe und Energie. Sie weckt beim Betrachter aber auch Aggressivität und Begehren – zwei Gefühle, die näher beieinander liegen als man denkt.

Wer sich mehrere Stunden in einem roten Raum aufhält, ist danach wesentlich aggressiver als nach ein paar Stunden in einem grün oder blau gestrichenen Zimmer. Wenn sie sich abends allerdings in ein rotes Kleid hüllt, kann sie sicher sein, dass ihr die Aufmerksamkeit jedes Mannes im Umfeld von mehreren Kilometern zuteil wird. Denn Rot wirkt wie eine Flagge, wie ein Signal, ein Fanfarenstoß: „Schaut. Mich. An!“

Grün verbreitet Harmonie

Grün ist die Grundfarbe der Natur und steht für Wachstum, Heilung und Harmonie. Sie ist die Farbe des Lebens und weckt im Betrachter unbewusst hoffnungsvolle, aber auch beruhigende Gefühle. Bei psychischen Belastungen wirkt es ausgleichend und gilt als Stress-Hemmer.

Wenn es im Büro grundsätzlich hektisch zugeht oder euer Chef zu Wutausbrüchen neigt, wisst ihr jetzt, welche Farbe euer Outfit haben sollte: Tragt ihr Rot, könnt ihr sicher sein, dass sich seine Wutanfälle sogar noch häufen werden (siehe oben), werft ihr euch in etwas Grünes, stehen die Chancen gut, dass er etwas ruhiger wird. Ommmm!

Gelb macht gute Laune

Okay, okay, Gelb kann nicht jeder tragen. Es passt leider zu den wenigsten Hauttypen und lässt die meisten von uns eher krank aussehen – zumindest, wenn es als Oberteil getragen wird. Alle Teile, die weit weg vom Gesicht sind (Rock, Hose, Schuhe), strahlen den Betrachter förmlich an und bereiten ihm gute Laune. Denn Gelb vermittelt Licht, Sonnenschein, Heiterkeit und Freude. In der Farbpsychologie steht es für Offenheit und großen Freiheitsdrang.

Aber Vorsicht: Verwaschene oder verschmutzte Gelbtöne solltet ihr vermeiden, denn sie wecken im Betrachter negative Assoziationen wie Täuschung, Rachsucht und Egoismus, die er dann unbewusst mit euch in Verbindung bringt.

Schwarz macht sexy

Schwarz – wie auch Weiß – sind „Überfarben“, die über den „bunten Farben“ stehen. Schwarz drückt Trauer, aber auch Unergründlichkeit aus. Es macht die Trägerin geheimnisvoll, unnahbar, würdevoll und vermittelt das Gefühl von Stärke. Jedenfalls „obendrüber“.

„Untendrunter“ ist Schwarz ebenfalls nicht zu unterschätzen, denn für Reizwäsche ist es eindeutig die beste Farbe. Bei Schwarz schwingt ein Hauch von Geheimnis mit, eine Idee von Exklusivität, die sehr verführerisch wirkt. Außerdem harmoniert Schwarz am besten mit allen Hauttönen – ganz im Gegensatz zu gelb (siehe oben).

Pink, nun ja, Pink ist eben Pink

Wer zum ersten Date oder zum Bewerbungsgespräch in Pink oder Rosa erschien und sich bis heute wundert, warum es mit der großen Liebe oder dem Traumjob nichts wurde, dem sei gesagt: Pink geht gar nicht! Wer nicht zufällig als Barbie-Double seine Brötchen verdient oder Daniela Katzenberger heißt, sollte die Finger von Pink lassen – insbesondere von Nagellack und Lippenstift.

Weil weibliche Betrachter damit entweder Arroganz (gepaart mit Dummheit, sorry) assoziieren. Und männliche Betrachter? Die reiben sich beim Anblick der Farbe Pink in Gedanken schon die Hände, weil sie davon ausgehen, das rosa Häschen an seinen Puschelöhrchen zu sich ins Bett ziehen zu können. Aber natürlich nur für eine Nacht. Reicht das?