Konsum vs. Minimalismus: Besitzen wir zu viel?

Konsum vs. Minimalismus: Besitzen wir zu viel?

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Konsum
Auf Vorrat: Meine Backup-Schublade ist voll! ©Pusteblume

Hier eine schöne Bluse, da ein neuer Lippenstift – so teuer ist es ja meist gar nicht. Manchmal kann ich den Verlockungen einfach nicht widerstehen. Aber wie viel Konsum braucht man eigentlich zum Leben?

Ich besitze viel zu viel Kosmetik! Produkte, die täglich in Gebrauch sind, stehen direkt neben dem Waschbecken auf zwei Regalbrettern. Der Spiegelschrank ist komplett mit kleinen Fläschchen und Tiegeln gefüllt, im Schlafzimmer ist die halbe Kommode voll mit sogenannten Backups (Vorrat) und eine Schublade im Schreibtisch ist nur für dekorative Kosmetik reserviert. Der Besitz ist aber nur die eine Sache. Was er mit mir macht, die andere.

Vor einigen Tagen habe ich auf meinem Blog einen Artikel geschrieben, in dem es darum geht, dass ich mich gerade ziemlich über mich selbst ärgere. Denn obwohl ich wöchentlich neue Kosmetik einkaufe, kann ich einfach nicht genug davon bekommen – und es fällt mir schwer, zu teilen, obwohl ich mehr als genug davon habe.

Warum ist das so?

Warum macht uns Besitz nicht zufriedener, sondern immer nur noch gieriger? Wie viel muss man denn haben, damit man endlich aufhört, noch mehr haben so wollen?

Bei mir ist es die Kosmetik, bei anderen sind es vielleicht Schuhe und Taschen, Computerspiele oder schöne Deko-Gegenstände. Natürlich kann man darüber hinwegsehen und es als harmlosen Tick abtun. Ich kann behaupten, dass es zu meiner Tätigkeit als Beauty-Bloggerin dazu gehört, mehr Kosmetik zu besitzen als andere. Aber ist es wirklich so einfach?

Für mich nicht. Ich habe eine persönliche Grenze überschritten, nach der ich es nicht mehr einfach so abtun kann, sondern etwas ändern möchte. Bei mir kommt übrigens noch dazu, dass ich nicht über konventionelle Kosmetik blogge, sondern über Naturkosmetik. Mir ist Nachhaltigkeit wichtig, die Umwelt und faire Bedingungen für Arbeiter und Arbeiterinnen liegen mir am Herzen. Das ist mit meinem Konsum nicht zu vereinbaren.

Ich bin der Ansicht, dass wir alle auch mit sehr viel weniger glücklich wären. Mit weniger Kleidung, weniger Spielzeug, mit weniger Essen und weniger Geld. Aber Loslassen fällt schwer. Besitz ist besitzergreifend.

Ist Minimalismus die Lösung?

Ich glaube schon…

Es gibt zahlreiche Blogs und Bücher zum Thema Minimalismus. Menschen erzählen davon, wie es sich anfühlt, sich von materiellen Dingen zu trennen. Sie führen jetzt ein leichteres, glücklicheres Leben.

Für mich hört sich das sehr verlockend an. Ich habe gleich mal damit angefangen meinen Kleiderschrank auszumisten und es hat richtig Spaß gemacht. Von meinen Kosmetikprodukten habe ich einige meinen Freundinnen und meiner Familie mitgebracht – auch das hat sich gut angefühlt. Es ist aber nicht nur das Loslassen, jetzt geht es auch darum, nicht mehr so viel Neues zu kaufen und meinen Konsum zu reduzieren. Das ist echt eine Herausforderung. Ständig flattert ein neuer Katalog ins Haus, Kosmetik-Hersteller werben für coole „Limited Editions“ und Blogs und Magazine zeigen auch immer schöne Sachen, die man dann unbedingt haben möchte.

Aber so schnell werde ich nicht klein beigeben. „Weniger ist mehr“ – vielleicht sollte ich mir diesen abgedroschenen Spruch an den Kühlschrank hängen. Mal sehen, wie weit ich komme.