Duschgel, Öl oder Schaum? Und wie heiß soll ich duschen?

Duschgel, Öl oder Schaum? Und wie heiß soll ich duschen?

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Duschen
©iStock/stock_colors

Heizungsluft und Kälte – unsere Haut ist jetzt wieder anspruchsvoller. Gerade beim Duschen solltet ihr deswegen auf das richtige Produkt für eure Haut setzen. Wir haben mit einer Expertin gesprochen.

Hautpflege fängt beim Duschen an – und ist nicht nur eine Frage, ob man Duschgel oder ein anderes Produkt benutzt, sondern auch eine von Wassertemperatur und Dauer.

Nicht zu heiß

„Nicht zu oft, nicht zu heiß, nicht zu lang ist die Devise. Wassertemperaturen über 35 °C stressen den Hautschutzmantel ebenso wie Duschmarathons oder mehrmals tägliches Duschen“, sagt Dr. rer. nat. Michaela Arens-Corell, Leiterin der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung von Sebamed. „Deshalb sollte möglichst nur einmal am Tag, bei trockener Haut nur jeden zweiten oder dritten Tag geduscht werden.“ Und wie heiß darf es sein? „Die Wassertemperatur sollte so niedrig wie möglich, aber in keinem Fall über 38°C sein. Wechselduschen regen die Durchblutung an und beugen so Hautalterung vor. Beim Duschen wird die Haut zunächst nass gemacht. Dann sollte das Wasser abgestellt und das Duschprodukt aufgetragen werden.“

Das richtige Produkt

Normale oder fettige Haut ist weniger anspruchsvoll und benötigt weniger Pflegezusätze als trockene Haut. „Duschöle oder Duschcremes, vor allem solche mit Mizellenkomplex, sind zur Vermeidung von Austrocknung geeignet.“, sagt Dr. Arens-Corell.

„Ob als Schaum oder Gel, bei der Verträglichkeit, Reinigungs- und Pflegewirkung kommt es letztlich auf die Waschaktivstoffe, Rückfetter, Feuchthaltestoffe etc. an. Duschschäume sind vor Allem für jüngere Anwender attraktiv und für normale Haut meist hinsichtlich Verträglichkeit und Pflegeeffekten vergleichbar mit Duschgelen. Bei anspruchsvoller, empfindlicher oder trockener Haut helfen Hinweise auf klinische Testungen und ein Blick auf die Inhaltsstoffliste kann verraten, ob Pflegestoffe  weit oben oder nur in der zweiten Hälfte der Liste stehen. Ein leicht saurer pH-Wert ist auch hier ein Plus für den Hautschutzmantel.“

Danach eincremen?

„Unsere Haut signalisiert sehr deutlich, was sie braucht oder will – man muss nur darauf achten: Spannungsgefühl, Rauheit, Brennen oder Juckreiz und Schuppung sind – in der Reihenfolge ansteigender Dringlichkeit – die Alarmsignale für Pflegebedarf. Bei Anzeichen für Fett- und Feuchtigkeitsmangel sollte für eine angemessene „Verpflegung“ gesorgt werden. Ist alles glatt, kann die Creme oder Lotion im Schrank bleiben.“

Wie ein teurer Pullover

Der Duschtipp der Expertin: „Behandeln Sie Ihre Haut wie die teure Seidenbluse oder den Kashmirpullover: 30° C Handwäsche, mit speziell mildem Reinigungsmittel, nicht stundenlang einweichen, keine wilde Rubbelei, kein Trockner. Die beim Duschen eingesparte Zeit kann man gut fürs Eincremen gebrauchen, da bringt die Massage gleich noch Anti-Ageing-Effekte und bei Einbeziehen schwer erreichbarer Hautpartien ein kleines Work-out.“