So klappt es mit der neuen Wohnung

So klappt es mit der neuen Wohnung

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Wohnung
©iStock/BrianAJackson

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist nicht so leicht. Wie ihr euch gegen andere Interessenten durchsetzt, was der Vermieter fragen darf und was ihr zur Besichtigung dabei haben solltet, lest ihr hier.

Eine bezahlbare Wohnung finden, ist im Moment wirklich schwierig. Daran ändert auch die Mietpreisbremse nichts, die inzwischen in fast allen Bundesländern eingeführt wurde. Sie soll zwar verhindern, dass die Mieten in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt zu stark steigen. Neuen Wohnraum schafft sie aber nicht.

Acht Wohnungen besichtigen Umzugswillige im Schnitt. Dann erst wird ein Mietvertrag unterschrieben. Effizientes Suchen spart Zeit und beugt Frustrationen vor. Wenn bei einer Anzeige im Internet etwa keine Bilder vorhanden sind, dann stimmt die Beschreibung vermutlich nicht mit der Realität überein. Und auch bei auffällig niedrigen Nebenkosten solltet ihr stutzig werden, damit nicht mit der ersten Abrechnung ein böses Erwachen droht. Habt ihr dann endlich eine passende Wohnung entdeckt, gibt es noch einiges zu beachten, um den Zuschlag auch zu erhalten

So klappt es mit dem Vermieter

1. Der Vermieter soll einen guten ersten Eindruck von euch bekommen. Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch gilt: Pünktlichkeit, Freundlichkeit und ein gepflegtes Auftreten sind Pflicht.
2. Wer Interesse an der Wohnung zeigt, bleibt besser im Gedächtnis. Fragen zur Quadratmeteranzahl oder Höhe der Miete, die schon im Vorfeld beantwortet wurden, solltet ihr allerdings vermeiden. Das wirkt unvorbereitet.
3. Der Vermieter darf nach eurem Einkommen fragen. Sammelt Pluspunkte, indem ihr eine Mieterselbstauskunft mitbringt. Einen Vordruck gibt es im Netz.
4. Habt ihr Hund oder Katze, dann spielt mit offenen Karten. Die Haltung darf zwar nicht grundsätzlich verboten werden, eine Absprache mit dem Vermieter und anderen Bewohnern kann trotzdem Ärger ersparen.

Was darf der Vermieter fragen?

Das ist erlaubt: Fragen zu Einkommen, Arbeitgeber, Familienstand, zur Anzahl der zukünftigen Bewohner, zu einer möglichen Privatinsolvenz und Rechtskonflikten, die in Zusammenhang mit einem vorherigen Mietverhältnis stehen, müsst ihr ehrlich beantworten.
Hier dürft ihr straflos flunkern: Bei Fragen, die eure Privatsphäre betreffen. Dazu gehören Hobbys, Gesundheitszustand, politische Einstellung, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Kinderwunsch, ob ihr raucht und wie oft ihr Besuch bekommt.
So weicht ihr charmant aus: Fragt der Vermieter nach eurer Familienplanung, sagt ihr, dass ihr darüber im Moment noch nicht nachdenkt. Eine Schwangerschaft kann schließlich auch „ungeplant“ entstehen. Bei Fragen nach Hobbys, Musikvorlieben oder Freundeskreis geht es meist darum, wie laut ihr als Mieter sein werdet. Weicht am besten aus, indem ihr betont, dass ihr es gern ruhig habt.

Was muss ich wirklich bei der Besichtigung dabei haben?

Schufa-Auskunft: Um eine Schufa-Auskunft darf der Vermieter euch erst bitten, wenn der Abschluss des Mietvertrags nur noch vom positiven Ergebnis einer Bonitätsprüfung abhängt (§ 29 Absatz 2Nr. 1a BDSG). Die „Schufa-Bontitätsauskunft“ (Kosten 29,95 Euro) ist freiwillig. Ihr könnt aber auch die kostenlose Datenübersicht nach § 34 BDSG anfordern (beides im Internet).
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Vermieter sind laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs vom 30.9.2009 nicht dazu verpflichtet, ihren Mietern bei Beendigung des Mietverhältnisses eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung zu erteilen. Daher kann der neue Vermieter diese auch nicht einfordern(BGH, Az.: VIII ZR 238/08).
Personalausweis: Zur Feststellung der Identität bei der Wohnungsbesichtigung darf sich der Makler oder Vermieter den Personalausweis zeigen lassen. Eine Kopie des Ausweises ist für diesen Zweck nicht erforderlich und darf daher nicht angefertigt werden.
Bei Verstößen: Beharrt der Vermieter auf Auskünften, die ihm gesetzlich nicht zustehen, könnt ihr ihn bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde Beschwerde einlegen.