Wie viel Vernunft tut eigentlich gut?

Wie viel Vernunft tut eigentlich gut?

von -
Vernunft
©iSTock/RichVintage

Schlafen statt feiern, sparen statt shoppen, Tee statt Wein – das kann doch keinen Spaß machen. Doch! Wenn man Vernunft und Selbstkontrolle gut dosiert, macht sie sogar glücklich. Wir sagen, was das richtige Maß ist.

Was ist eigentlich die Definition von Vernunft? Sie ist das geistige Vermögen des Menschen, Einsichten zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen, etwas zu überschauen, sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten.

Wir haben für euch verschiedene Lebensbereiche unter die Lupe genommen und empfehlen, welches Vernunft-Level euch in eurem leben zur mehr Glück verhilft. Denn wie heißt es so schön: No Risk, No Fun.

Party

Sicher ist: Wenn man dereinst zurückblickt auf sein Leben, wird man sich wohl eher an die durchfeierten Nächte erinnern als an die Abende, an denen man um zehn Uhr im Bett war. Aber heißt das, dass man wirklich glücklicher wäre, wenn man viel mehr Party-Versuchungen nachgeben würde, statt vernünftig zu sein und früh schlafen zu gehen?

Empfohlener Vernunftslevel: 4 von 10

Experten sagen: Selbstkontrolle und Disziplin können glücklich machen. Genauer: Wer Zielen zuliebe auf etwas verzichten kann, ist zufriedener mit seinem Leben als Menschen, die Versuchungen schnell nachgeben. Es kann sich also lohnen, für einen schönen Sonntagsausflug auf die spontane Party zu verzichten.

Freizeitplanung

Man könnte so viel tun: kluge statt unterhaltsame Bücher lesen, joggen statt in der Hängematte liegen, zu klassischen Konzerten gehen statt eine Serie gucken. Man könnte früher aufstehen, mehr Yoga machen, Marmelade kochen, alte Freunde besuchen gehen…

Empfohlener Vernunftslevel: 2 von 10

Ja, man könnte so viel tun. Man kann auch. Aber, und das ist wichtig, nur, wenn man will! Das ist nämlich die Definition von Freizeit: Diese Zeit steht uns frei zur Verfügung. Das bedeutet: Man entscheidet am besten nach dem Lustprinzip. Und überwindet nur manchmal den Schweinehund, der uns daran hindert, Sachen zu machen, die uns guttun.

Finanzen

Die einen sagen lustvoll, dass man sich auch was gönnen muss. Sie finden Sparpläne meist spießig. Für andere ist es schon Verschwendungssucht, einen Cappuccino in der Stadt zu trinken.

Empfohlener Vernunftslevel: 9,5 von 10

Wenn es um Finanzen geht, sollte man sehr, sehr vernünftig vorgehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man jeden Cent zehnmal umdrehen muss. Und auch nicht, dass man sich jeden Spaß verkneifen soll. Es heißt vielmehr, dass man z.B. frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnt. Dass man sich gut informiert – und, ganz wichtig, dass man nicht über seine Verhältnisse lebt!

Genuss

Keine Chips, wenn Schoki, dann nur dunkle, jede Menge Gemüse und immer schön Kohlenhydrate sparen. Alkohol nur zu besonderen Anlässen! Das ist vernünftig, oder? Wer kreuz und quer alles mögliche isst und sich gern ein Glas mehr gönnt, hat einfach nicht genug Disziplin, oder?

Empfohlener Vernunftslevel: 4 von 10

Experten sagen: Wer sich ständig Sorgen um seine Ernährung macht, steht unter Dauerstress und schadet seiner Gesundheit damit mehr, als es ein Burger mit Pommes tun würde. Deshalb sollte man es am besten wie die Französinnen machen: Vom Croissant bis zum cremigen Käse mit Rotwein gönnen sie sich regelmäßig alle Genüsse. Deshalb haben sie selten diese schlimmen Gelüste- Attacken, die ja bekanntlich dazu führen, dass man es übertreibt. Bei dieser Frage gilt also: Es ist vernünftiger, immer ein wenig unvernünftig zu sein.

Liebe

In der Liebe sollte das Herz immer mehr zu sagen haben als der Kopf, oder? Denn Gefühle können gar nicht vernünftig sein, heißt es. Also immer schön Hals über Kopf hinein in das wilde Abenteuer?

Empfohlener Vernunftslevel: 4 von 10

Natürlich kann man sich in wilde Abenteuer stürzen und seinen Leidenschaften folgen. Natürlich kann man aus einem Ärger heraus mit dem Partner Schluss machen und wegen einer Schwärmerei eine Affäre anfangen. Aber ganz ehrlich: Das nennt man nicht Liebe. Liebe bedeutet, auch Verantwortung zu übernehmen. Und das wiederum bedeutet, mit einem klaren Kopf zu handeln. Auch mal Enttäuschungen wegzustecken und Launen nicht nachzugeben.

Medizin

Wer nicht alle Regeln für ein gesundes Leben einhält, ist verantwortungslos? Und am vernünftigsten sind eigentlich die, die man manchmal als „Gesundheitsapostel“ bezeichnet? Nein!

Empfohlener Vernunftslevel: 9,5 von 10

Die moderne Medizin ist ein unglaublich komplexes Feld. Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse, die zum Teil denen von gestern widersprechen. Da kann man fast nicht mehr durchblicken. Muss man auch gar nicht unbedingt, um sich vernünftig um seine Gesundheit zu kümmern. Dafür braucht es vor allem Vernunft. Man muss einen kühlen Kopf bewahren, mit Ärzten sprechen und nüchtern abwägen: Was kann ich tun, um sie zu erhalten? Ohne, dass es in Stress ausartet! Denn der ist schädlicher als (fast) alles andere. Und man sollte so vernünftig sein, zur Vorsorge zu gehen!

Die bessere Unvernunft

Es gibt Sachen, von denen wissen wir, dass sie nicht gerade gut sind – und trotzdem tun wir sie. Wir sagen, welche Fehlentscheidungen etwas besser als andere sind.

Abends nicht abschminken oder die Zähne nicht putzen?

Besser: Nicht abschminken. Das führt nur zu Pickeln und Rötungen, die bald wieder weggehen. Geht man aber mit ungeputzten Zähnen ins Bett, haben Bakterien freie Fahrt, da nachts der Speichelfluss geringer als tagsüber ist. Die Folge: Karies.

Schoki oder Chips?

Besser: Schokolade. Das eine enthält sehr viel Zucker, das andere sehr viel Fett. Aber beim Frittieren von Chips entsteht das krebserregende Acrylamid. Kakaobohnen hingegen enthalten gesundheitsfördernde Antioxidantien.

Kaffee oder Energydrink?

Besser: Kaffee Beide Getränke enthalten Koffein, das in größeren Mengen ungesund ist. Aber der Energydrink ist zudem noch voller Zucker und chemischer Zusatzstoffe, die uns in großen Mengen schaden können.

Ähnliche Artikel