Wie viel Nikolaus steckt im Weihnachtsmann?

Wie viel Nikolaus steckt im Weihnachtsmann?

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Wie viel Nikolaus steckt im Weihnachtsmann? ©iStock/inhauscreative
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Weihnachtsmann, Nikolaus, Santa Claus und Väterchen Frost – sind sie ein und dieselbe Person? Oder gibt es Unterschiede?

Heute ist der 6. Dezember, der Todestag des heiligen Nikolaus. Dieser Tag und dieser Nikolaus haben so viel mit dem Weihnachtsmann zu tun wie ein Tannenbaum mit Ostern! Im Gegensatz zum Weihnachtsmann gab es den Bischof Nikolaus von Myra nämlich wirklich! Seit seinem Tod um 343 ranken sich zahlreiche Legenden um den Heiligen. Was Wahrheit und was Fiktion ist, lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren.

Gold für Prostituierte

Nikolaus ©iStock/Jorisvo
Der hl. Sankt Nikolaus wird oft mit drei goldenen Äpfeln dargestellt ©iStock/Jorisvo

Man geht davon aus, dass Nikolaus in der Kleinstadt Lykien in der heutigen Türkei geboren wurde und Bischof der römischen Provinzhauptstadt Myra war.
 
Eine der vielen Legenden besagt, dass ein armer Vater mit seinen drei Töchtern in Nikolaus‘ Nähe wohnte. Da er für seine Töchter nicht genug Mitgift aufbringen konnte – und sie so nicht verheiratet werden konnten – blieb ihm nichts anderes übrig, als sie zu Prostituierten zu machen. Als Nikolaus davon hörte, ging er in der Nacht zu ihrem Haus und legte einen Klumpen Gold auf das Fensterbrett. Das wiederholte er auch in den folgenden beiden Nächten und die Töchter konnten vor dem schrecklichen Schicksal bewahrt werden.
 
In einer anderen Legende rettet Nikolaus seine Gemeinde vor dem sicheren Hungertod. Die Ernte war in dieser Saison von Stürmen vernichtet worden und die Vorratskammern der ganzen Stadt waren leer. Als der Bischof erfuhr, dass ein Schiff im Hafen lag, das voll beladen mit Getreide war, machte er sich sofort auf den Weg. Doch die Seeleute wollten nichts von ihrer Fracht abgeben, denn die Menge war für den Kaiser in Byzanz genau abgewogen. Da gab Nikolaus ein Versprechen: Wenn ihr uns so viel Getreide gebt, dass wir davon überleben können, wird euch kein Gramm fehlen, wenn ihr im Hafen von Byzanz ankommt. Und, so erzählt man sich, ist es auch gekommen.

Und welche Rolle spielt jetzt der Weihnachtsmann?

Weihnachtsmann ©iStock/wdstock
Dank Coca-Cola wurde der Weihnachtsmann berühmt ©iStock/wdstock

Natürlich war die christliche Tradition des Heiligen Sankt Nikolaus Ursprung und Inspiration für den Weihnachtsmann. Tatsächlich erfunden wurde er allerdings auch nicht, wie so oft behauptet, von der amerikanischen Marke Coca Cola. Denn die fiktive Figur Santa Claus kam schon 1821 in einem Gedicht von William Gilley vor.

1863 zeichnete der amerikanische Cartoonist Thomas Nast denn dicken Mann in Rot mit weißem Bart für das Magazin Harper’s Weekly. Inklusive Haus am Nordpol und fliegendem Rentierschlitten.

Erst 1931 beauftragte die Coca-Cola-Company einen Grafiker damit, den Weihnachtsmann für eine Werbekampagne zu zeichnen. Dieser Grafiker bediente sich an der Karikatur von Thomas Nast und erschuf damit eine Werbefigur, die sich jahrzehntelang behaupten konnte. Coca Cola hat den Weihnachtsmann also nicht erfunden – aber dafür gesorgt, dass er in der ganzen Welt bekannt wurde.

Was wir am 6. Dezember feiern, ist und bleibt ein christlicher Brauch und hat mit dem Weihnachtsmann gar nichts zu tun. Ob der an Heilig Abend durch den Kamin kommt und Geschenke bringt, bleibt jeder Familie selbst überlassen. Santa Claus ist übrigens einfach nur die englische Bezeichnung für Weihnachtsmann und Väterchen Frost heißt der bärtige Mann in Russland.

In diesem Sinne: Ho Ho Ho!

 

 

 

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