Wertschätzung – Diese kleinen Gesten machen glücklich

Wertschätzung – Diese kleinen Gesten machen glücklich

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Wertschätzung
©iStock/AzmanL

Es ist so leicht, anderen Menschen ein gutes Gefühl zu vermitteln, warum tun wir es nicht viel häufiger? Noch dazu, weil uns Wertschätzung selbst zufriedener macht …

Ein kleines Dankeschön, ein paar liebe Worte, ein nettes Kompliment – wir alle wissen, wie gut das tut. Was uns vielleicht nicht klar ist: Wie mächtig diese kleinen Zeichen der Zuneigung und Anerkennung sind. Wertschätzung macht die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort! Sie ist das perfekte Gegenmittel gegen den immer rauer werdenden Umgangston im Alltag. Und sie macht nicht nur den „Empfänger“ glücklicher und selbstbewusster, auch das Gehirn des „Gebers“ produziert dann vermehrt Glückshormone!

Das Gute sehen

Die Brötchen beim Bäcker um die Ecke sind super lecker? Die Handwerker haben die Baustelle sehr ordentlich hinterlassen? Die Salbe, die die Apothekerin empfohlen hat, wirkt richtig super? Das alles sind Dinge, die man nicht erwähnen muss. Aber man kann. Eigentlich sollte man sogar, weil das strahlende Lächeln, dass man dafür ernten wird, unbezahlbar ist.

Vom Smartphone – zum anderen

Wenn man allein im Café oder im Zug sitzt, nutzt man die Zeit gern, um auf dem Handy Nachrichten zu checken. Kommt dann der Kellner mit der Bestellung oder ein weiterer Reisender ins Abteil, ist es ein wunderbar einfaches Zeichen der Wertschätzung, den Blick vom Bildschirm zu heben und ein paar nette Worte zu sagen.

Sich mögen

Es ist klar: Nur, wenn ich mich selbst mit all meinen kleinen Macken annehme, kann ich auch andere mit ihren kleinen Macken annehmen. Wertschätzung beginnt also immer bei sich selbst. Das ist nicht egoistisch! Denn wenn man nicht gut auf sich aufpasst, wird man irgendwann so gestresst sein, dass man gar keine Kraft mehr hat, freundlich und aufmerksam mit anderen umzugehen.

Höflich sein

Bitte. Danke. Entschuldigung. Die Tür aufhalten … Umgangsformen sind eine wunder-
bare Verpackung für Wertschätzung, weil sie dem Gegenüber zeigen: Du bist es mir wert, dich höflich zu behandeln. Zudem schaffen gute Manieren einfach eine angenehme Atmosphäre – für alle.

Vorlieben abspeichern

Wenn wir jemandem eine Freude machen, dann wird automatisch auch das Belohnungszentrum in unserem Gehirn anregt. Noch besser und viel persönlicher wird das Ganze, wenn wir uns gemerkt haben, dass zum Beispiel diese eine Freundin so gern Zitronenlimo trinkt und die auch vorrätig haben, wenn sie kommt. Oder dass Tante Martha Ranunkeln besonders liebt.

Details beachten

Jeder kennt das warme Gefühl, das ein Kompliment auslösen kann. Am besten wirkt es, wenn es auf die Person zugeschnitten ist. Sagt man ihr statt „Du bist so hübsch“ etwas Persönliches wie „Du hast ein tolles Lächeln“, zeigt man, dass man ihre Besonderheit sieht und würdigt.

Wirklich zuhören

„Erzähl doch mal!“, hören wir oft und merken dann aber, dass unser Gegenüber mit den Gedanken woanders ist. Kein schönes Gefühl. Und vor allem bringt es beiden Seiten nichts. Denn gutes Zuhören ist auch für den, der es tut, wertvoll. Er kann dazulernen, versteht mehr und gibt gleichzeitig dem anderen ein gutes Gefühl. Oder wie es der Philosoph Immanuel Kant sagt: „Der Zuhörer ist ein schweigender Schmeichler“.

Persönliche Worte

Am Ende eines Telefonats ein schönes Wochenende zu wünschen oder unter eine Mail „Herzliche Grüße und einen guten Start in den Tag“ zu schreiben, signalisiert dem anderen: Auch wenn wir uns nicht persönlich kennen, bist du nicht nur eine Nummer. Ich nehme mir die Zeit für ein paar persönliche Worte.

Zeit schenken

Ob ein Plauder- und Kuschelabend mit den Kindern, ein gemeinsamer Spaziergang in der Mittagspause mit der Kollegin oder das kurze Warten auf die junge Mutter mit dem Kinderwagen unter der Haustür – wann immer wir uns für andere Menschen Zeit nehmen, zeigen wir ihnen und uns selbst, dass es Wichtigeres gibt, als immer schneller im Hamsterrad des Lebens zu rennen.

Mit Namen ansprechen

Verkäuferinnen, Arzthelferinnen und Bedienungen – in vielen Berufen wird man meist einfach nur als Dienstleister angesehen. Es sind aber Menschen! Wenn man ihnen häufiger begegnet, sollte man sich nach ihrem Namen erkundigen und sie damit ansprechen. So zeigt man: Ich respektiere dich. Auf diese Art bringt man etwas mehr Wärme in die Welt!

Gezielt nachfragen

Wertschätzung kann auch helfen, das zarte Pflänzchen einer losen Bekanntschaft zu einer Freundschaft wachsen zu lassen. Wenn etwa die unheimlich nette neue Nachbarin eine Autopanne hatte und man ein paar Tage später nachfragt, ob die Reparatur gut gelaufen ist. Aber auch unsere Lieben werden sich freuen, wenn man auf das, was sie beschäftigt, noch einmal zurückkommt.

Mut machen

Eine WhatsApp mit „Und los …“ kurz vor einer Prüfung. Eine Postkarte mit „Ich finde es toll, wie du das machst“ in schweren Zeiten. Eine Mail mit „Trau dich!“, eine feste Umarmung und ein „Du schaffst das“ – aufmunternde Worte, die von Herzen kommen, können Flüge verleihen. Sie können trösten und helfen, Rückschläge zu verdauen. Vor allem zeigen sie uns aber, dass wir nicht allein sind.

Tolle Anregungen

Der ZDF-Moderator Tim Niedernolte wollte nicht mehr nur den Mangel an Wertschätzung beklagen, er wollte dabei helfen, mehr von dieser wunderbaren Lebenshaltung in die Welt zu bringen. Deshalb hat er für sein Buch „Wunderwaffe Wertschätzung“ mit prominenten „Wertschätzern“ gesprochen und gibt ganz
persönliche Anregungen für den Alltag.

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