Warum ein bisschen Unordnung uns auch mal guttut

Warum ein bisschen Unordnung uns auch mal guttut

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Unordnung
©iStock/StockPlanets

Das Aufräum-Virus geht um: Alles, was nicht direkt nützlich ist, soll weg. Schade – denn Aufbewahren, Sammeln und etwas Unordnung tun unserer Seele gut!

Ausmisten. Man könnte meinen, es wäre ein Allheilmittel – mit knallharten Regeln gegen die Unordnung. Drei Sparschäler? Zwei müssen raus, weil man nix doppelt haben soll. Rock im Sommer nicht getragen? Weg damit! Das Gelb der Teelicht-Halter gefällt nicht mehr? In den Müll. Klar, wer will, kann das so machen. Für alle anderen hier ein paar Argumente gegen den Aufräumwahn.

Sammler sind warmherzig

Für sie müssen weder alle Menschen, noch alle Dinge eine Funktion haben oder nützlich sein. Sie wissen: Man darf etwas – und jemanden – auch einfach so lieb haben. Den zerschmusten Teddy, die Uhr, die nicht mehr richtig tickt, und den zerknautschten Hut.

Chaoten sind schlauer

Dort ein Glas mit Stiften, hier ein Stapel Zeitschriften und dazwischen alte Konzerttickets, CDs, Büroklammern und vielleicht auch zwei, drei Kaffeetassen. So viel Unordnung ist ganz schlecht, oder? Nein, denn Studien haben nun gezeigt, dass Menschen, die zum Chaos tendieren, intelligenter und kreativer sind als Ordnungsfanatiker.

Aufbewahren ist umweltfreundlich

Die Kuscheldecke mit dem kleinen Löchlein, die man kaum mehr benutzt? Die Teelicht-Halter, die farblich out sind? Sollten laut der Ausmist-Experten ja unbedingt weg. Weil: Es gibt ja zur Not neue Decken und Teelicht-Halter zu kaufen. Aber: Wenn wir alle nach diesem Wegwerf-Motto leben, dann wird es unserer Umwelt bald noch schlechter gehen. Die ollen Decken wärmen unsere Gäste beim Wintergrillen immer noch prima. Und irgendwann mag man vielleicht wieder Gelb.

Schnickschnack macht es gemütlicher

Bei manchen Leuten sieht es aus, als könnte man auf ihrem Fußboden jederzeit eine Herz-OP durchführen. Klinisch sauber alles. Kein Stäubchen weit und breit. Doch es ist zum Glück extrem unwahrscheinlich, dass ein Chirurg den Fußboden nutzen will. Also darf es ruhig weniger steril sein und das von manchem „Staubfänger“ genannte Chichi-Zeug kann der Gemütlichkeit zuliebe bleiben.

Sammeln ist lustvoll

Wir Menschen waren ja mal Sammler. Wir mussten alles Mögliche – Nüsse, Beeren, Holz, ein paar Bärenfelle und Feuersteine – in unserer Höhle horten. Das Sammeln sitzt also in den Genen. Und wie bei fast allem, was der Mensch so tun sollte, um als Art weiterzubestehen, hat die Natur auch das Sammeln (wie die körperliche Liebe) mit einem Lustfaktor ausgestattet.

Das alles heißt aber übrigens nicht, dass man nicht mal ein paar alte Lippenstifte, kaputte Geräte oder 80 der 100 Muscheln aus dem letzten Urlaub aussortieren könnte. So schafft man nämlich Platz für neue geliebte Kleinigkeiten…

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