Unbemerkt schwanger – wenn Frauen nicht auf den Bauch hören

Unbemerkt schwanger – wenn Frauen nicht auf den Bauch hören

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©iStock/photohota

Jedes Jahr gibt es 270 Geburten ohne Vorwarnung. Doch wie kann das sein, dass eine Frau nicht bemerkt, dass sie schwanger ist? Dafür kann es viele Gründe geben…

Wie kann es möglich sein, dass eine Frau nicht merkt, dass sie schwanger ist? Betroffene werden von der Gesellschaft schnell als naiv und unwissend abgestempelt. Dabei sind Schwangerschaften, die erst spät oder gar nicht festgestellt werden, nicht selten.

Jedes Jahr kommen mehr als 300 „Überraschungsbabys“ zur Welt Millionen Mütter fragen sich ungläubig: Wie kann eine Schwangerschaft von einer Frau völlig unbemerkt bleiben? In zahlreichen Fällen wissen die Frauen häufig bis zum sechsten oder siebten Monat nicht, dass sie ein Kind erwarten – manchmal sogar bis wenige Wochen vor der Geburt. Es sind oftmals Frauen, die einfach nicht damit rechnen, schwanger zu werden, und die Anzeichen darum nicht richtig deuten.

Nicht bemerkt oder verdrängt?

Das geschieht besonders oft dann, wenn Frauen annehmen, dass sie aus medizinischen Gründen keine Babys bekommen können oder aber die Pille nehmen und sich deshalb „sicher“ fühlen. „Die meisten dieser Frauen bemerken dann zwar durchaus körperliche Veränderungen wie Gewichtszunahme oder Übelkeit“, so Geburtsexperte Dr. Jens Wessel. „Sie rationalisieren diese aber – das heißt, sie erklären sich die zusätzlichen Pfunde mit ihrem ,guten Appetit‘ und die Übelkeit mit einem ,verdorbenen Magen‘.“

In vielen Fällen, so Dr. Jens Wessel, sei das Verdrängen der Schwangerschaft aber eine Abwehrhaltung der werdenden Mütter. „Sie kann sogar so extrem sein, dass die Tatsache, schwanger zu sein, ins Unbewusste abgeschoben wird.“ Ein psychisches Problem, bei dem körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft ausgeblendet werden. Ursache hierfür sind in vielen Fällen schwierige Lebensumstände.

Risikogruppen

Drei Gruppen findet man besonders oft unter den „Überraschungsschwangeren“: zum einen ganz junge Frauen, dann die Älteren kurz vor der Menopause und schließlich Frauen in sozial schwieriger Lebenssituation. „Erstgebärende sind dagegen, anders als viele denken, in der Minderheit“, so Dr. Wessel. „Es gibt auch nicht den typischen Fall. Jede Frau im fortpflanzungsfähigen Alter kann betroffen sein.“

Keine Spätfolgen

Selbst wenn die Mutter bis kurz vor der Geburt nicht merkt,dass sie schwanger ist oder es aus psychologischen Gründen verdrängt, bleibt dies für dasUngeborene in den meisten Fällen ohne negative Folgen: Das Kind holt sich alles, was es braucht, aus dem Mutterleib.

Gefahr für das Baby

Es gibt allerdings Faktoren, die für das Ungeborene gefährlich werden können. Wenn die Mutter einen exzessiven Lebenswandel führt, z.B. besonders oft in die Disco geht (laute Musik, Alkohol) oder bis kurz vor der Entbindung stark raucht. Das kann, wie bei jeder „normalen“ Schwangerschaft auch, zu ganz erheblichen Schädigungen des Kindes im Mutterleib führen.

 

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