Darf ich das eigentlich ins Treppenhaus stellen?

Darf ich das eigentlich ins Treppenhaus stellen?

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Treppenhaus
©iStock/percds

Kinderwagen, Schuhe, Pflanzen – in Mehrfamilienhäusern ist das Treppenhaus oft ein Dauer-Streitthema. Das sagt das Gesetz.

Hausflur und Treppenhaus sind Fluchtwege. Sie dürfen nicht so vollgestellt werden, dass man nicht mehr durchkommt. Aber an Blumen oder Schuhen kann sich ja keiner stören. Oder etwa doch?

Blumen & Pflanzen

Wenn in der Hausordnung nichts Gegenteiliges steht, sind Blumen im Treppenhaus tatsächlich okay. Sie müssen aber weg, wenn sich der Vermieter – möglicherweise auf Bitten anderer Mieter – dagegen ausspricht.

Kinderwagen

Die Familie wohnt im dritten Stock, es gibt weder einen Fahrstuhl noch einen ebenerdigen Raum, in dem ein Kinderwagen geparkt werden könnte. Also stellt sie das Gefährt im Flur ab – und darf das auch, selbst wenn Mietvertrag oder Hausordnung das verbieten sollte. Ein „Parkverbot“ ist allenfalls denkbar, wenn die Mieter den Kinderwagen problemlos mit in die Wohnung nehmen könnten.

Schirmständer etc.

In der Wohnung ist es eng. Warum also nicht einen Teil der Sachen vor die Tür stellen? Weil das nicht erlaubt ist! Sobald sich jemand beschwert, müssen Wasserkästen, Schirmständer, Besenschränke usw. entfernt  werden.

Fahrräder

Eine eindeutige Sache: Räder haben im Flur nichts verloren. Wenn überhaupt, dürfen sie da nur vorübergehend und mit Zustimmung des Vermieters stehen. Notfalls müssen die Besitzer ihre Drahtesel eben mit in die Wohnung nehmen (AG Wedding, Az.: 8a C 45/85).

Fußmatten

Ein Streitpunkt, bei dem sich auch die Gerichte nicht einig sind. Das Landgericht Berlin meint, dass ein Mieter durchaus eine Matte nach seinem Geschmack auslegen darf (Az.: 63 S 509/89). Laut Amtsgericht Neukölln hat der Vermieter aber auch das Recht, Fußmatten komplett zu verbieten (Az.: 7 C 21/03).

Türkränze, Bilder, Deko

Gemeinschaftsflächen dürfen von jedem genutzt werden, aber nicht von jedem nach Lust und Laune geschmückt werden. Wenn sich die Nachbarn also an Türkränzen, Girlanden oder Bildern stören, sollte man seine Deko-Lust besser innerhalb der eigenen Wohnung ausleben (AG Münster, Az.: 38 C 1858/08).

Schuhe

Solange die Schuhe witterungsbedingt und kurzzeitig vor der Wohnungstür stehen, kann sich keiner beschweren. Als Dauerabstellfläche sollte der Flur aber nicht dienen (OLG Hamm, Az.: 15 W 168-169/88). Sogar ein kleiner Schuhschrank kann erlaubt sein, wenn er nicht im Weg steht, der Vermieter darüber Bescheid wusste und das Möbelstück bislang geduldet hat (AG Köln, Az.: 222 C 426/00).