Ein Blick zurück: Die Teenie-Filme unserer Jugend

Ein Blick zurück: Die Teenie-Filme unserer Jugend

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American Pie - Filmcover © Constantin Film
© Constantin Film

Sie haben uns alle begleitet. Teenie-Filme. Wir haben gelacht, geweint und sind dann irgendwann verzweifelt, weil beim Videoabend immer wieder dieselbe Kassette eingelegt wurde. Und lange Zeit konnten wir nicht mal mehr Apfelkuchen essen ohne komischen Beigeschmack…

Es gibt Film-Szenen, die ich mein Leben lang nie mehr vergessen werde. Die sich fest in meine Erinnerungen eingebrannt haben. Eine davon ist, als Jim – Protagonist in „American Pie“ – mit heruntergelassener Hose auf dem Küchentisch liegt und den Apfelkuchen … äh… sagen wir mal, penetriert. (Für Film-Fans: In der unzensierten Version steht er übrigens dabei. Was macht das bitte für einen Unterschied?! Aber na gut, das ist ein anderes Thema.) Belustigt habe ich mit 14 seine ersten sexuellen Versuche beobachtet und mich Sekunden später zusammen mit ihm geschämt, als er dabei von seinem Vater überrascht wurde. Emotionen pur! Das Mitfühlen ging sogar soweit, dass ich Apfelkuchen daraufhin einige Jahre lieber dankend abgelehnt habe… Auf jeden Fall ist diese Szene (falls ihr sie nicht kennt, findet ihr sie unten) bestimmt nicht ganz unbeteiligt daran, dass „American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen“ im Sommer 1999 zum weltweiten Kult wurde. Etliche Teenie-Filme wie „Road Trip“ (2000) oder „Party Animals“ (2002) folgten.

Das Genre Teenie-Film gibt es allerdings nicht erst seit „American Pie“. Wenn man möchte, könnte man sogar sagen, dass „So ein Flegel“ aus dem Jahre 1934 den Anfang machte. Doch vor allem in den 80ern wurden Unmengen an Highschool- und College-Filmen gedreht („Ferris macht blau“, „Zurück in die Zukunft“, „Pretty in Pink“). Genug Anlass, meine Kollegen mal zu fragen, welcher Teenie-Film eigentlich bei ihnen bleibenden Eindruck hinterließ.

Volker S (54): „Grease“ (1978)

„Tanzmuffel hatten es Ende der 70er und Anfang der 80er schwer: „Saturday Night Fever“ (1977), „Flashdance“ (1983), „Staying Alive“ (1983) und „Footloose“ (1984) waren die Kinorenner. Eine besondere Erinnerung habe ich aber an „Grease“.  Mit meiner damaligen Freundin schaute ich ihn als 17-Jähriger im Kino an. Das Filmmusical war für die damalige Zeit schon ein Highlight – das muss ich zugeben. Aber nach einmal anschauen, war es auch okay für mich. Meine Freundin allerdings rannte fünfmal ins Kino! Nur um John Travolta ein weiteres Mal anzuschmachten. Das ging einem schon gehörig auf die Nerven. Zum Glück hatten wir Männer zumindest Olivia Newton-John, die unseren Ärger etwas nahm.“

Alexandra F (28): „Mädchen, Mädchen“ (2001)

Alexandra Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

„Beim Fahrradfahren kommt der Orgasmus? Genau das passiert Diana Amft in „Mädchen, Mädchen“ – was meine Mädels und ich natürlich mit 14 hochinteressant fanden. Deshalb gingen wir 2001 auch alle geschlossen in diesen Teenie-Film. Und wir nahmen die Gewissheit mit, dass Jungs meistens doof sind – aber trotzdem am Ende alles gut wird.“

Alice H (48): „Pink Floyd – The Wall“ (1982)

Alice Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

„Das ist zwar das erste Musikvideo in Spielfilmlänge, und vielleicht nicht wirklich ein Teenie-Film, weil er weder süß noch nett ist – dafür aber sehr pubertär. Zumindest passten die Leiden, die Einsamkeit und die Verwirrungen des Rockstars „Pink“ gut zu dem düsteren Teil meiner pubertären „Zustände“ damals. Die Welt ist böse, die Erwachsenen übermächtig und fies. Keiner versteht mich! Viel Qual und großes Drama, jede Menge Selbsmitleid. „The Wall“ lief immer mal wieder im Kino – ich hab ihn dort acht Mal gesehen! Als ich ihn neulich mal wieder angeschaut habe, war ich von den brillanten Bildern erneut fasziniert, aber auch einigermaßen amüsiert. Eben weil der Film so dermaßen pubertär ist.“

Annabell L (21): „30 über Nacht“ (2004)

Annabell Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

„Mit 13 war diese Glitzer-Glamour-Mode-Welt aus „30 über Nacht“ ein einziger, großer Traum für mich! Was hätte ich dafür getan, dass mir dasselbe passiert wie Jenna Rink (Jennifer Garner). Von einem Tag auf den anderen 30 und sexy und erfolgreich. Keine Ahnung, ob ich damals schon kapiert habe, dass diese Welt auch eine Schattenseite hat. Aber was soll’s! Wenn ich mir den Film jetzt anschaue, was ich immer noch gern tue, blende ich das einfach aus. Kindliche Naivität ist doch was Schönes!“

Jürgen S (39): „La Boum – Die Fete“ (1980)

Jürgen Artikel, ©M.I.G./LISA/Laura Büchele
©M.I.G./LISA/Laura Büchele

„La Boum“ – jedes Mal, wenn dieser Film lief, durchlebte meine Schwester (mitsamt zur „Fete“ eingeladenen Freundinnen) jede Gefühlsregung von „Vic“. Sie war tagelang kaum zu ertragen! Und logischerweise musste währenddessen der Titelsong „Reality“ in Endlosschleife gehört werden…“

Und hier noch die berühmt-berüchtigte „American Pie“-Szene:

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