LISA testet: Was ist dran an Pendel und Tarot?

LISA testet: Was ist dran an Pendel und Tarot?

von -
Tarot
Seit jeher sind Menschen fasziniert davon, in die Zukunft zu sehen. ©iStock/humonia

Wie gern würden wir manchmal in die Zukunft sehen können: Wo werde ich in 5 Jahren stehen, wer wird mir wichtig sein, wo werde ich leben? Wir haben für euch die Wahrsage-Methoden Tarot und Pendeln getestet.

Tarot: Volontärin Meike Stephan (27) ließ sich die Karten legen

„Die Zukunft war überraschend konkret“

Noch nie zuvor habe ich mit Karten einen Blick in meine Zukunft gewagt. Doch eine Faszination für geheimnisvolle magische Bräuche, die eine tiefe Erkenntnis versprechen, verspüre ich schon lange in mir. Und heute ist es endlich so weit: Ich sitze bei Claudia Gregor (48), einer Tarot-Karten-Leserin, und bin sehr aufgeregt. Was wird in der nächsten Stunde passieren?

Tarot
Volontärin Meike Stephan (27) lässt sich die Karten legen. ©M.I.G./LISA, Anna Rinderspacher

Die Liebenden. Zu Beginn ermittelt Claudia meine Lebens- und meine Schicksalszahl anhand meines Geburtstdatums, mit dem sie eine komplizierte Rechnung anstellt. „Sie haben beides Mal die Zahl sechs. Das erklärt einiges!“, sagt sie und schaut mich vielsagend an. Ich erfahre: Die Zahl steht für „Die Liebenden“.

Das sind Menschen, die einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben und Entscheidungen eher emotional statt rational treffen. Mit dieser Einschätzung liegt sie richtig, ich erkenne mich sofort wieder. „Hinter der Karte der Liebenden steht der Teufel“, sie lächelt. „Sie können also auch anders!“ Wieder muss ich ihr recht geben.

Jede Karte hat zwei Seiten. Jetzt soll es um meine Zukunft gehen. Claudia will anhand der Karten ablesen, was mir im Jahr 2017 bevorsteht. Vorab erklärt sie mir, dass auf der Karte nie klar eine Lösung steht, sondern eher eine Tendenz. Und: Jede Karte ist zwei­seitig auslegbar – positiv wie negativ. Die Auf­gabe des Tarot-Lesers ist, die Symbole der Karten richtig zu interpretieren. „Das hat viel mit Psychologie zu tun“, erklärt sie mir weiter.

Zeit des Umbruchs

Claudia mischt geübt die bunten Karten und legt dann einen, wie sie es nennt, „klassischen Zukunftsweg“. Ich bin nervös. Was wird sie gleich sehen? Schnell deckt sie eine Karte nach der anderen auf. Manchmal weiten sich dabei ihre Augen und sie schaut mich kurz an. Manchmal entfährt ihr ein „Aha!“ oder ein „Oh!“. Mein Herz pocht, die Aufregung steigt immer mehr.

Als alle Karten gelegt sind, denkt sie kurz nach. Dann sagt sie: „Ich glaube, dass im April nächsten Jahres ein Umbruch für Sie kommt. Da wird sich beruflich einiges tun.“

Jetzt bin ich neugierig. „Wird es positiv oder negativ sein?“ Sie wirft erneut einen Blick auf die Karten: „Es wird eine Zeit der Neuorientierung. Da müssen Sie sich erst einmal warm anziehen. Aber es wird sich lohnen.“ Sie tippt auf eine Tarot-Karte, die am Ende der Reihe liegt. „Das As der Kelche. Es steht für höchste Harmonie. Sie haben Ihre Bestimmung gefunden.“ Diese Vorhersagung finde ich gar nicht so vage, sondern schon ziemlich konkret.

Die Erkenntnis. Nach einer einstündigen Sitzung weiß ich ein bisschen mehr über mich selbst – und bin trotzdem verwirrt. Das nächste Jahr wird Claudia zufolge sehr aufregend werden. Wenn ihre Einschätzung stimmt, stehen mir einige berufliche Veränderungen bevor. Bleibt zu hoffen, dass es gute sind!

Pendeln: Volontärin Annabell Lauble (22) staunte über die Schwingungen

„Ich spürte die Macht des Pendels“

Ruhig halte ich das Pendel in meiner rechten Hand. Ich habe mich mit dem spitz zulaufenden Edelstein vertraut gemacht und versucht, ihn zur Ruhe zu bringen. „Frage das Pendel, was ein ‚Ja‘ bedeutet“, fordert mich nun mein Coach Alice auf.

Pendeln
Volontärin Annabell Lauble (22) befragt zum ersten Mal ein Pendel. ©M.I.G./LISA, Nele Ziegler

Eindeutige Signale. Es klappt nicht sofort, dafür dann umso stärker: Das Pendel schwingt vor und zurück. Dann wird das ‚Nein‘ bestimmt: Das Pendel schwingt von links nach rechts. Zuletzt frage ich es nach
einem ‚Vielleicht‘. Das ist wichtig, denn manche Fragen können nicht direkt beantwortet werden. Das Pendel dreht sich nun im Kreis. Erst jetzt darf ich ihm meine erste Frage stellen. Ich konzentriere mich und frage stumm: „Bin ich zufrieden mit meinem Leben?“

Kontakt zum Unterbewusstsein. Das Pendel überlegt lange, ist unschlüssig. Schließlich schwingt es vor und zurück – ein Ja! Ich bin nervös und habe Respekt vor dem Pendel, denn ich versuche mit aller Kraft, meine Hand still zu halten. Woher kommt die Bewegung also? Ich frage weiter.

Die Erkenntnis. Die Antworten bespreche ich mit Alice. Sie erklärt, dass sie tief aus meinem Unterbewusstsein stammen. „Ein ‚Nein‘ kann vielfältig ausgelegt werden. Es kann auch heißen, dass in dem Thema generell negative Energie steckt“, erklärt sie mir. Auch wenn mich einige Antworten verun­sichern, es war ein unglaubliches Gefühl, die Macht des Pendels zu spüren. Ich werde es ganz bestimmt bald erneut ausprobieren.

Infos und Fakten

Wahrsagerei liegt im Trend: Knapp zwölf Prozent der Deutschen haben sich laut einer aktuellen Umfrage bereits die Zukunft deuten lassen, Tendenz steigend.

Das Spiel mit der Zukunft: Auch die Zahl an Wahrsagern wächst. Doch Vorsicht: Nicht alle sind seriös. Vielen Beratern geht es nur ums Geld. Sie versuchen, durch ihre Vorhersagen Kunden an sich zu binden.

Scharlatane erkennen: Seriöse Berater drängen Sie nicht zu Folgeterminen und geben Ihnen nicht die Schuld, wenn eine Vorhersage nicht eintrifft. Sie fragen auch nicht nach dem Grund des Besuchs, sondern erkennen selbst, was den Betroffenen beschäftigt. Die Beratung sollte persönlich erfolgen – nie am Telefon!

Die großen Fragen, die uns beschäftigen

Was die Zukunft uns bringen mag, das steht nach einem Sprichwort bekanntlich „in den Sternen“ – doch man kann natürlich nachhelfen. Wir haben euch hier zum Beispiel ein keltisches Horoskop erstellt und hier gibt es 22 Fragen, die man sich stellen sollte, für mehr Glück und zur Selbstfindung.