Warum Schluss machen manchmal der einzige Ausweg ist

Warum Schluss machen manchmal der einzige Ausweg ist

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Schluss machen
©iStock/wooyaa

Routine ist uns lieber als Veränderung. Aber manchmal hilft alles Ausharren und Durchhalten nichts – und wir müssen mit einer Beziehung oder Freundschaft Schluss machen.

Schluss machen gehört zu den Dingen, die wohl keiner gern tut. Aber wenn uns ein Mann, eine Freundin oder ein Job unglücklich machen, hilft nur Jammern nicht weiter.

Zu Beginn unseres Lebens sind Bindungen unverzichtbar – ein Baby ist ohne seine Eltern hilflos. Das Bedürfnis nach Anklammern ist darum so tief in uns verankert, dass es uns noch im späteren Leben begleitet: Festhalten liegt in unserer Natur. Loslassen müssen wir erst lernen.

Angst vor Neuem

Auch Rituale wie das Fest vor einem Umzug oder ein Junggesellenabschied rühren da her. Wir versichern uns so, dass unsere Lieben uns nicht vergessen. Doch manchmal umgeben wir uns mit Menschen oder Dingen, die uns nicht guttun oder gar schaden. Für einige ist es dennoch eine Qual, den Neustart zu wagen. Für andere ist genau das großartig: Rund 20 Prozent der Menschen haben nämlich genetisch bedingt mehr Freude an Neuem. Wir zeigen, was man von ihnen lernen kann.

Trennung vom Partner

Auf der einen Seite gibt es die, die von Blüte zu Blüte hüpfen. Steht ein Konflikt ins Haus, suchen sie schnell einen neuen Partner. Dann gibt es auch die anderen. Sie halten fest. Der Partner zeigt ihnen keine Zuneigung mehr, er provoziert Streit oder geht sogar fremd – doch Schluss machen kommt nicht infrage. Zumindest so lange nicht, wie Hoffnung besteht, dass alles noch einmal so wunderbar wie am Anfang werden wird. Oder der Leidensdruck nicht zu stark ist… Doch was viele Betroffene nicht sehen (wollen): Wer sein eigenes Glück immer hinter die Bedürfnisse des Partners stellt, schadet nur sich selbst. Fluchten sind häufig übermäßiger Konsum, Essattacken oder Alkohol. Doch auch die können nicht auf Dauer befriedigen. Sie sorgen nur dafür, dass man sich noch unwohler in der eigenen Haut fühlt. Wer bei sich Unruhezustände, Schlaflosigkeit oder eine andauernde Niedergeschlagenheit feststellt, sollte unbedingt eine Beziehungs-Bilanz aufstellen. Seid ehrlich! Was kommt auf die Plus-Seite, was auf die Minus- Seite? Überwiegen die negativen Punkte und macht euch der Gedanke an den Partner traurig – dann ist es allerhöchste Zeit für eine Veränderung! Jetzt gibt es nur zwei Wege: Entweder ihr bekommt den Partner dazu, an seinem Verhalten dauerhaft etwas zu ändern. Oder: Ihr wagt den Schritt in die Freiheit. Denn so schwer es fällt, einige Zeit allein zu sein oder sich mit der Wohnungssuche und der neuen finanziellen Situation zu arrangieren, eines wird Ihnen nach der ersten Trauer klar: Eine Partnerschaft sollte für beide Seiten viel mehr als Kummer und Leid bedeuten.

Tschüss, liebe Freundin!

Wie viele Freunde hast du? Studien des Freundschaftsforschers Wolfgang Krüger zeigen, dass wir in der Regel nur drei beste Freunde haben. Dann sind da noch zwölf, die er als Durchschnittsfreundschaften bezeichnet. Der Rest sind Bekannte, Kollegen, Nachbarn. Aber auch mit denen will man keinen Ärger. Und im Gegensatz zur Familie suchen wir uns Freunde und Bekannte selbst aus. Niemand zwingt uns. Lassen wir uns ein, dann sind Freundschaften aber verbindlich. Man unterstützt sich, hilft sich, hat Spaß. Das Verhältnis ist im besten Falle ausgewogen. Kippt dies zu einer Seite, verlangt einer z.B. immer mehr, als der andere zu geben bereit ist, oder führt sich einer als Bestimmer über jede Aktivität auf, dann sollte man die Freundschaft auf den Prüfstand stellen. Tut sie mir noch gut? Studien belegen: Hier hilft Abstand. Vielleicht erkennt ihr, wie sehr die Freundin (mit ihren Macken) fehlt? Vielleicht geht ihr auf Dauer getrennte Wege? Lasst euer Herz sprechen.

Aufräumen befreit

„Lebe wohl“ kann man nicht nur zu Personen sagen. Auch mit ungetragener Kleidung oder ungenutzten Gegenständen kann man Schluss machen. Doch Vorsicht! Bei der Trennung von Sachen spielen Gefühle eine nicht zu unterschätzende Rolle. Da ist das Urlaubsmitbringsel der Freundin – was soll sie denken, wenn es nicht mehr im Regal steht? Der Pulli, der ihm beim ersten Date so gut gefallen hat – eigentlich ist er längst zu eng… Unnütze Dinge, die Schränke füllen, belasten uns. Sie engen ein. Experten sind sich aber einig: Eine Hauruck-Aktion, bei der alles rausfliegt, ist nicht sinnvoll. Viel besser ist es, sich bewusst zu trennen. Tipp: Entsorgt für den Anfang eine Woche lang jeden Tag ein Ding, das ihr lange nicht genutzt habt. Ist es noch zu gebrauchen, darf es verschenkt oder verkauft werden!

Neuer Job, neues Glück

Wer sein Hobby zum Beruf macht, muss nie wieder einen Tag arbeiten – das ist eine Binsenweisheit! Denn die wenigsten sind immer glücklich im Job. Interessant ist dennoch, dass ganze 70 Prozent der Deutschen mit ihrer Arbeit unzufrieden sind. Gleichzeitig wechselt nur ein Bruchteil die Stelle. Finanzen, Umstände – Gründe gibt es viele. Und eine Faustformel, die euch bei der eigenen Zufriedenheits-Überprüfung helfen kann: Wer regelmäßig zweimal pro Woche keine Lust auf die Arbeit hat, sollte zum eigenen gesundheitlichen Wohl etwas ändern. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob ihr euch vom Chef nicht geachtet fühlt oder mit den Kollegen Probleme habt. Experten empfehlen allen in dieser Situation, sich intensiv mit den eigenen Bewerbungsunterlagen zu beschäftigen, alles auf den neuesten Stand zu bringen. Wenn sich dann eine Chance bietet, gibt es nämlich eine Ausrede weniger!

Hier haben wir noch eine Checkliste, die euch bei der Entscheidung hilft: Soll ich kündigen oder nicht?