Wie unsere Praktikantin Lisa zum Stehaufmensch wurde

Wie unsere Praktikantin Lisa zum Stehaufmensch wurde

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Als Lisa Strauß die LISA-Redaktion als Praktikantin unterstützte, ahnten wir nicht, wie viel Ballast sie mit sich trug. Sie wollte Journalistin werden – und all die Schicksalsschläge hinter sich lassen. Im Podcast Stehaufmenschen erzählt sie jetzt unglaublich berührend, wie ihr das gelungen ist

Endlich in einer Redaktion mitarbeiten. In einem großen Verlag. Lisa träumte schon lange davon, Journalistin zu werden. Ihr Germanistik-Studium hatte sie hinter sich. Jetzt wollte sie mit einem Volontariat weitermachen. Die zwei Wochen in der LISA-Redaktion sollten ein Anfang sein. „Im Rückblick war es das erste Mal, dass meine Behinderung ganz egal war. Es ging einfach nur um mich und um mein Schreiben.“ Die Erlebnisse bis dahin hatten Lisa extrem geprägt. Natürlich spielte ihre Gehbehinderung für keinen hier im Verlag eine Rolle. Aber zu oft waren die Menschen zuvor unfair mit ihr umgegangen. Aber von vorn.

Wer bin ich?

Lisa ist als Frühchen auf die Welt gekommen. Weil zu diesem Zeitpunkt keiner mit der Geburt gerechnet hatte, musste sie mit einem Krankenwagen ins nächste Klinikum gefahren werden. Dabei gab es eine Erschütterung. Vermutlich führte sie zu der Gehirnblutung, die Lisas Leben für immer verändern sollte. Einige Gehirnareale, die für die Motorik in den Beinen zuständig sind, wurden irreparabel geschädigt. Lisa musste in jungen Jahren viele OPs und Therapien über sich ergehen lassen. Sie wollte einfach nur wie die anderen Kinder sein – mitspielen und -rennen können. Niemand konnte ihr diesen Wunsch erfüllen. Bis heute nicht. Es begann ein Kreislauf der Erklärungen. „Schon in der Schule habe ich versucht, jedem zu erklären, wer und warum ich so bin, aber das kam bei meinen Mitschülern nicht so gut an.“ Heute glaubt Lisa zu wissen, woran das lag: „Ich hätte ihnen von Anfang an eine Chance geben sollen, mich so zu mögen, wie ich bin, dann hätten sie mir vielleicht auch eine gegeben.“

Endlich bergauf

Aber wer war Lisa eigentlich? Sie versuchte, das herauszufinden. Ihre Adoption, von der sie schon als kleines Kind erfuhr, spielte dabei eine zentrale Rolle. Wo kam sie her? Wieso wollte ihre leibliche Mutter keinen Kontakt? Sollte sie hartnäckig versuchen, eine Beziehung zu ihr aufzubauen? Lisas Eltern unterstützten sie bei all ihren Vorhaben. Als echtes Papa-Kind ertrug Lisa den Verlust ihres schwer kranken Vaters viele Jahre später kaum. Wie es ihr trotz allen Widrigkeiten gelang, im Studium endlich durchzustarten und sich dann nach dem LISA-Praktikum einen der begehrten Volontariatsplätze an der Burda Journalistenschule zu sichern, erzählt sie im Podcast Stehaufmenschen. Etwas, das für sie früher undenkbar gewesen wäre, denn mit ihrer Behinderung wurde Lisa nur sehr ungern konfrontiert. Aber sie will anderen Menschen Kraft geben, Mut schenken und ihnen zeigen: „Jeder kann einfach so sein, wie er ist!“

Hier kannst du Lisas Stehaufmenschen-Geschichte in voller Länge hören: