Loslassen kann man lernen

Loslassen kann man lernen

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©iStock/lzf

Sich von Ballast befreien, um frei zu werden für Neues! Lest hier, wie gut Loslassen tut, wie das geht – und warum es wichtig ist, sich dafür Zeit zu nehmen.

Egal ob man an schwerem Herzschmerz leidet, sich für einen Fehler schämt oder Traum begraben muss – man hört immer wieder den gleichen Rat: „Du musst loslassen.“ Ein guter Rat? Ja, klar, es leuchtet ein: Vergangenes ist vergangen, wir können es nicht mehr ändern, also „lohnt“ es sich auch nicht, darin herumzustochern. Man muss Altes abschließen, um Neues beginnen zu können. Wer loslässt, hat die Hände frei.

So weit, so gut. Doch was, wenn die Wunderpille nicht wirkt? Wenn man es nicht schafft loszulassen? Oder man vielleicht sogar daran zweifelt, dass es wirklich so weise ist, immer schnell, schnell einen Strich unter schmerzhafte Gefühle zu machen? Dann hat man recht. Denn wie körperliche Probleme brauchen auch seelische Dinge Zeit, um zu heilen. Sie brauchen Aufmerksamkeit. Wer hinfällt, muss nicht gleich wieder aufstehen und den Sturz „loslassen“. Er muss vielleicht einfach eine Weile liegen blieben und schauen, warum er gestolpert ist. Oder warten, bis er wieder genug Kraft hat, um aufzustehen.

Die Chance

Wer sich diese Zeit zugesteht, hat die Chance, zu lernen und sich zu entwickeln. Und dann fällt es plötzlich auch viel leichter, das berühmte „Loslassen“. Denn dann kann man akzeptieren, dass etwas vorbei ist. Man kann verzeihen– auch sich selbst. Und man kann neustarten. Und vielleicht wirklich ein paar Sachen ganz bewusst aussortieren, um das Gepäck leichter zu machen.

Das alles kann weg

Peinlichkeiten & Niederlagen

Jeder kennt diese „Ach, hätte ich nur“-Gedanken. Die Erinnerungen an falsche Entscheidungen, Patzer im Job, Situationen, in denen man sich ungeschickt verhalten hat. Sie belasten, sind aber auch wichtig – wenn man klug mit ihnen umgeht. Man sollte nämlich durchaus analysieren, was schief gelaufen ist. Nur dann kann man aus Fehlern lernen. Ist das geschehen, hilft es, sich beim Loslassen zu sagen: Ich habe es so gut gemacht, wie es mir in der Zeit möglich war.

Illusionen & Erwartungen

Man hofft: Auf bessere Zeiten,  darauf, dass ER sich ändert oder man es endlich schafft, mehr Sport zu machen, sich im Job klarer durchzusetzen oder jemandem deutliche Grenzen zu setzen. Immer wenn einem auffällt, dass nichts davon wahr wird, fühlt man sich schlecht. Ein untrügliches Zeichen, dass mit dem Seelenmüll etwas geschehen muss. Zunächst sollte man sich fragen: Warum ändert sich nichts? Passen meine Ziele vielleicht nicht mehr zu mir? Oder habe ich Angst zu versagen? Mich unbeliebt zu machen? Sind diese Fragen geklärt, kann man entweder aktiv werden – oder sich zugestehen: Ich muss das nicht alles schaffen. Ich bin okay so, wie ich bin.

Ungeliebte Rituale

Rituale sind wichtig. Sie geben Halt. Sie verbinden. Man führt sie ein, weil sie erfüllend sind. Doch irgendwann verlieren sie den Zauber, und man traut sich nicht, das zuzugeben. Manchmal macht man sich selbst sogar was vor oder schämt sich ein wenig dafür, dass man auf diese „nette Gewohnheit“ keine Lust mehr hat. Hier muss man notfalls streng werden – mit sich selbst. Geben Sie sich einen Ruck und seien Sie ehrlich: Ich will das so nicht mehr. Ja, sie dürfen das!

Unnützes Zeug

In Schränken und Schubladen findet sich bei den meisten von uns so manch ein Stück, das man nie benutzt (oder anzieht). Und auch nicht nutzen (oder anziehen) wird. Hier ist Loslassen ungemein befreiend. Und wenn man die Sachen spendet oder verkauft, ist es auch noch sinnvoll!

Das hilft beim Loslassen

Die Schwere spüren

Um mal wieder ganz konkret zu spüren, wie anstrengend es sein kann, wenn man etwas Schweres (fest-)hält, geben Therapeuten ihren Klienten oft einen Stein in die Hand und bitten sie, ihn mit ausgestrecktem Arm zu halten. Die Erleichterung, ihn dann loszulassen, ist körperlich spürbar. Und sehr lehrreich: Loslassen tut gut!

Das Band durchtrennen

Unsere Seele spricht eine sehr bildhafte Sprache. Soll sie verstehen, dass sie nicht mehr an einen Schmerz gebunden ist, hilft es ihr, wenn man ein Band feierlich durchtrennt. Das kann man in der Vorstellung tun oder mit einem echten Band.

Dankbar sein

Es ist vielleicht nicht einfach, aber sehr heilsam, wenn man erkennt, dass auch schwierige Situationen und Menschen wichtig sind. Durch sie wachsen wir! Dafür kann man ihnen innerlich danken – und sie dann bitten zu gehen.

Noch mehr Leichtigkeit
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©M.I.G./mavie

Wie es gelingt, Ballast abzuwerfen? Das ist unter dem Titel „Einfach mal loslassen“ Thema in der „ma vie“(franz. für „mein Leben“), die jetzt für euch am Kiosk liegt (5,95 €).