Liebeskummer: Diese 5 Phasen müssen wir durchleben

Liebeskummer: Diese 5 Phasen müssen wir durchleben

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Liebeskummer
©iStock/kupicoo

Egal wie alt man ist, wenn man verlassen wird – Liebeskummer ist ein schreckliches Gefühl. Aber er ist kein Grund, den Mut zu verlieren. Warum, lest ihr hier und könnt ihr sogar hören.

Liebeskummer bedeutet unschöne Szenen, Tage im Bett und vollgetriefte Taschentücher: Wenn uns das Herz gebrochen wird, befinden wir uns im Ausnahmezustand. Wie ein Schlag ins Gesicht oder schlimmer kann sich das anfühlen. Und tatsächlich werden in unserem Gehirn dabei ähnliche Regionen aktiviert. Autor und Journalist Michalis Pantelouris weiß genau, wie schmerzhaft eine Trennung sein kann. Nach zehn Jahren Ehe verließ ihn seine Frau von heute auf morgen. Welche Liebeskummer-Phasen er durchlaufen musste und was wir daraus lernen können, hat er nicht nur im neuen Mutmacher-Podcast „Stehaufmenschen“ verraten, sondern auch hier:

Phase 1: Vorahnung

Wir fragen uns: Wieso hat er/sie mich bloß verlassen? Es lief doch so gut zwischen uns! In der ersten Phase wollen wir die Trennung verdrängen. Das kann doch alles nicht wahr sein? Aber wenn wir die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren lassen, bemerken wir plötzlich kleine Anzeichen: Bemerkungen, denen wir keine Bedeutung geschenkt haben, Situationen, die sich anders angefühlt haben als sonst.

Phase 2: Lähmung

Der Partner ist wirklich weg, die Trennung lässt sich nicht mehr verhindern oder rückgängig machen. Unsere Welt gerät aus den Fugen. Wie sollen wir mit dieser Einsamkeit und dem Gefühl des Nichtgenügens umgehen? Auch Michalis Pantelouris hatte mit dieser Unsicherheit zu kämpfen. Sein Leben stand erst einmal still, nichts ging mehr. Ihm fiel es sehr schwer, die Texte abzugeben, für die er beauftragt wurde. Und fühlte sich ungenügend.

Phase 3: Verhandlung

Nach der Lähmung werden Verlassene wieder aktiv, sie wollen versuchen, die Katastrophe vielleicht doch noch abzuwenden. Koste es, was es wolle. Sie verhandeln mit ihrem Ex-Partner, auch wenn die Trennung damit nur aufgeschoben wird. Der Liebeskummer verläuft in dieser Phase wellenartig, Hoffnung und Resignation wechseln sich ab.

Phase 4: Eingeständnis

So langsam wird klar: Er/sie wird nicht mehr zurückkommen. Der Schmerz überschattet alles, Appetitlosigkeit, schlaflose Nächte und konzentrationslose Arbeitstage folgen. Die kennt auch Michalis: Er ist freiberuflicher Journalist, schafft es aber nicht, auch nur ein Wort aufs Papier zu bringen. Doch diese Liebeskummer-Phase löst nicht selten auch einen kreativen Schub aus. Und den hatte auch Michalis. Er begann, Briefe an seine neue zukünftige Lieblingsfrau zu schreiben. Die werden später als Kolumne bei der Süddeutschen Zeitung zum riesigen Erfolg.

Phase 5: Akzeptanz

An der Trennung lässt sich nichts mehr rütteln. Die Trauerarbeit geht jetzt erst richtig los. Immer noch ununterbrochen an den/die Ex zu denken, ist normal und vergeht. Freunde und Familie können uns jetzt sehr gut helfen. Wir müssen nur über unseren Schmerz sprechen. Michalis fand Trost bei seiner besten Freundin. Und in sexuellen Abenteuern. Wir beginnen, uns selbst neu zu entdecken. Aus dem „Wir“ wird wieder ein „Ich“.

Michalis überwand seinen Liebeskummer, indem er wunderbare Texte an eine fiktive neue Liebe schrieb
©StephaniePfaender

Jeder empfindet Liebeskummer natürlich anders, seine Intensität und Dauer hängt auch von der vorhergehenden Beziehung und den Gründen der Trennung ab. Trotzdem: Eine neue Studie der Stony Brook Universität hat den Schmerz einmal genauer untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass ein Liebesentzug oder die Ablehnung der Liebe vergleichbar mit einem starken Verlangen nach Kokain ist. Wir haben also Entzugserscheinungen, wenn wir verlassen werden. Die gute Nachricht: Die Studie hat außerdem ergeben, dass sich gebrochene Herzen in der Regel nach drei Monaten langsam wieder erholen. Hier beginnen die meisten, positive Erfahrungen in den Vordergrund zu stellen.

Im neuen Podcast „Stehaufmenschen“ möchte Michalis Pantelouris den Zuhörern Mut zusprechen, dass der Schmerz mit der Zeit besser wird. Auch die Gäste der weiteren Folgen wollen mit ihren Geschichten Kraft schenken, indem sie erzählen, wie sie mit Krisen oder Schicksalsschlägen umgegangen sind.

Ab sofort gibt es alle zwei Wochen eine neue Mutmacher-Geschichte.

Die ganze Geschichte von Michalis gibt’s hier: