Hinter den Kulissen von „Der Bachelor“, „Shopping Queen“ & Co

Hinter den Kulissen von „Der Bachelor“, „Shopping Queen“ & Co

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TV-Shows Hinter den Kulissen
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Sehen wir im Fernsehen wirklich die Realität? 
Vier Insiderinnen von „Shopping Queen“ & Co verraten LISA, was bei den erfolgreichen TV-Shows tatsächlich abgeht.

So läuft es bei den Shows wirklich:

Shopping QueenDer BachelorDSDS und The Voice of GermanyGermany’s Next Topmodel
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Cécile (30) wurde „Shopping Queen“ von Augsburg: „Viele Kamerabilder stehlen dir die Shopping-Zeit“

Eine Kandidatin betritt einen Laden, lässt sich von der Verkäuferin zwei Kleider zeigen, beschließt, dass sie ihr nicht gefallen und geht wieder – schwupps sind 30 Minuten Shopping-Zeit verschwunden. Das wundert so manche Zuschauerin der VOX-Sendung „Shopping Queen“ immer wieder.

Cécile Sauer weiß genau, wie die vier Stunden Gesamtzeit dahinschmelzen. Sie war 2014 als Kandidatin dabei und hatte nur noch drei Minuten für den Friseur übrig. „Jedes Kleidungsstück, das man anfasst, muss man zweimal von der Stange nehmen, weil das Kamerateam verschiedene Aufnahmen braucht – auch von jedem Teil, das die Verkäuferin einem zeigt“, erklärt die Augsburgerin. „Es heißt dann immer: ‚Okay, geh noch mal zurück, nimm das Kleid noch mal raus und dann halten‘“, erzählt Cécile. All das geht von der Shopping-Zeit ab.

Ganz schön nervenaufreibend! „Deshalb werden manche Kandidatinnen unfreundlich gegenüber dem Verkäufer und sind gestresst“, erklärt die 30-Jährige. Nicht nur am Shopping-Tag kann es anstrengend werden. Die Dreharbeiten dauern an den fünf Wochentagen etwa von zehn Uhr morgens bis zehn Uhr abends, wie Cécile verrät.

Ein Highlight kommt zum Schluss: der Dreh mit Star-Designer Guido Maria Kretschmer. „Er ist genau so, wie er im Fernsehen rüberkommt, sehr locker und aufgeschlossen. Man hat direkt das Gefühl, ihn schon ewig zu kennen“, schwärmt Cécile. Im Anschluss an den Dreh nimmt er sich noch rund eine halbe Stunde für die Kandidatinnen Zeit, macht Fotos mit ihnen und gibt Tipps.

Als die Angestellte im öffent­lichen Dienst ihre Woche in „Shopping Queen“ rund zwei Monate nach den Dreharbeiten im Fernsehen schaut, muss sie stutzen: „Eine Szene war mir im ersten Moment ein bisschen peinlich. Als ich vor laufender Kamera im Shoppingbus in meine Semmel gebissen hatte, dachte ich, die Kamera sei aus! Aber jetzt finde ich, die Szene war einfach authentisch und deshalb voll in Ordnung“, meint Cécile. Die nebenberufliche Modebloggerin würde jederzeit wieder mitmachen. „Ich finde es so toll, dass ich dabei sein durfte. Die Woche war so spannend, ereignisreich und voller schöner Momente“, freut sich Cécile.

Anja Polzer Der Bachelor
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Anja (32) ist die erste „Bachelor“-Gewinnerin: „Im TV fehlen Szenen, die wichtig gewesen wären“

Anja Polzer tanzt 2012 nichtsahnend auf einer After-Work-Party in ihrer Heimat Karlsruhe, als ein Casting-Team der RTL-Kuppelshow sie anspricht. Sie ist angetan. „Ich war schon immer ein Mensch, der gern auffällt und ein lockeres Mundwerk hat – perfekte Voraussetzungen, um an einer TV-Show teilzunehmen“, meint die 32-Jährige lachend. Also füllt sie einen Fragebogen aus, führt ein Telefoninterview und fährt für ein persönliches Gespräch mit der Produktionsfirma nach Köln – dann ist Anjas Teilnahme besiegelt.

Erst sechs Monate ­später beginnt der Dreh. Bis dahin darf sie nur ihre engsten ­Verwandten und Freundinnen einweihen – und ihren Chef. Denn dieser muss ihr sechseinhalb Wochen Urlaub für die Show geben. Beim Dreh ist Anja erstaunt, wie schnell sie sich öffnen kann: „Man vergisst nach ein paar Tagen total, dass da Kameras sind. Aber das ist auch extrem ­wichtig, damit Intimität entstehen kann.“ Von dem, was zwischen dem jeweiligen Bachelor und den Kandidatinnen passiert, bekommen die Zuschauer nur einen kleinen Teil zu ­sehen. „Es wird fast eine Woche gedreht und nur ein zweistündiger Zusammenschnitt gezeigt. Da fehlen natürlich oft Szenen, die wichtig ge­wesen wären, um verschiedene Handlungen korrekt einzuordnen“, verrät Anja. Ihr Highlight der Show ist nicht die Zeit mit Paul: „Das Schönste war, Südafrika besuchen zu dürfen, ein traumhaft schönes Land.“

Sandra Diano DSDS The Voice of Germany
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Sandra (29) war bei „DSDS“ und „The Voice of Germany“: „Dreimal 20 Sekunden, dann war ich raus“

Kommt man bei einer Castingshow ins Fernsehen, hat man schon einige Hürden überstanden“, weiß Schlagersängerin Sandra Diano. 2015 bewirbt sie sich für die 5. Staffel von „The Voice of Germany“ – und wird zum Casting eingeladen. Was dann passiert, hätte Sandra nicht erwartet. Sie wird mit rund 30 anderen Bewerbern in einen Saal gebeten. „Jeder hat 20 Sekunden Zeit zu singen. Von 30 Leuten kommen maximal zwei weiter. So geht das fünf Runden lang“, erzählt Sandra. In Runde drei ist für sie Schluss.

Sandra stand schon auf vielen Bühnen, arbeitet seit zehn Jahren nebenberuflich als Schlagersängerin. Doch die Casting-Situation bei „The Voice“ bringt sie aus der Fassung. „So eine Nervo­sität hatte ich noch nie“, schildert Sandra. Noch weniger begeistert ist sie von den Vor-Castings für die 11. Staffel von „DSDS“, an denen sie 2014 teilnimmt. Hier wird die Südbadenerin nach Stuttgart eingeladen. „Ich musste wahnsinnig lange in der Kälte vor einem Truck anstehen“, sagt Sandra. Mit einem weiteren Kandidaten wird sie hereingebeten.

„Im Truck konnte man gerade so stehen“, berichtet sie. Vor zwei VocalCoaches darf sie rund eine Minute singen. Dann möchten sie wissen, was Sandra auszeichnet. Mit einem lapidaren „passt jetzt nicht so zu dem, was wir suchen“ wird sie abserviert. „Man hat gemerkt: Bei ‚DSDS‘ steht eher im Vordergrund, welcher Typ Mensch man ist. Bei ‚The Voice‘ zählt absolut die Stimme“, meint die 29-Jährige. Sie bereut es nicht, die Erfahrung gemacht zu haben. „Aber Castings sind nichts für mich. Obwohl man schon jahrelang auf der Bühne steht, kommt man sich vor wie nichts.“

Germany's Next Topmodel
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Und wie läuft’s bei „Germany’s Next Topmodel“?

„Es war weitestgehend Realität. Hin und wieder ging es aber nach Drehbuch“, verrät Modelagent Peyman Amin (46) in einem Fernseh-Interview. Er war vier Staffeln lang (2006 bis 2009) in der Jury bei „Germany’s Next Topmodel“, bis Heidi neue Juroren wollte. Nicht immer durfte Peyman selbst über sein Urteil entscheiden. „Einmal kam ein Redakteur zu mir und sagte, ich soll Daumen runter machen. Ich war aber eigentlich mit der Kandidatin zufrieden. Sie haben mich trotzdem dazu genötigt“, sagt er.

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