Lügen wie gedruckt – in diesen Fällen ist das gut!

Lügen wie gedruckt – in diesen Fällen ist das gut!

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Lügen
©iStock/malerapaso

Wir lügen alle und haben dann manchmal ein schlechtes Gewissen. Schluss damit. Denn viele Flunkereien sind sogar wichtig für unser Miteinander.

Ungelogen: Die Lüge ist so alt wie die Menschheit! Wir flunkern und verschweigen und beschönigen bis zu 50 mal am Tag! Warum nur? Es gibt natürlich die, die nur ihren eigenen Vorteil im Visier haben. Aber in den meisten Fällen tun wir es, um zu vermeiden, dass wir uns an den rauen Kanten der Wirklichkeit die Seele blutig schrammen. Wir schützen uns – und die, die wir lieben. Deshalb lügt es sich wohl auch in einer Gruppe leichter: Wenn alle anderen das richtig und wichtig finden, schließen wir uns an.

Die Loyalitäts-Ausflucht

… rettet uns, wenn wir über andere ausgefragt werden. Ob die Kollegin sich anderweitig beworben hat? Eine gemeinsame Freundin schwanger ist? Mit der Antwort „Ach, das hätte sie dir doch sicher gesagt“, mogeln wir uns um die Antwort herum.

Die Höflichkeits-Dichtung

… tut keinem weg, ist dafür aber um Längen liebevoller als die reine Wahrheit: Man kann zum Beispiel von einem kleinen Infekt reden, statt zu sagen: „Ich gehe, weil ich deine Party-Gäste langweilig finde.“

Die Liebes-Schummelei

… macht uns zu besseren Menschen! Kommt ER, der eigentlich kein großer Schenker ist, zum Beispiel mit scheußlichen Blumen an, sollte man die Liebe hinter der Geste sehen und behaupten: „Oh, wie wunderschön.“

Der Image-Betrug

… ist ideal, um uns vor Lästereien und Häme zu schützen. Wenn wir etwa betrogen und verlassen wurden, dürfen wir vor allem Zicken gegenüber ruhig behaupten, dass es echt traurig sei, man IHN aber leider in die Wüste schicken musste.

Das Selbstschutz-Märchen

… ist eine ernstere Angelegenheit. Dahinter steckt die Überlegung, dass jeder Mensch das Recht auf seine Intimsphäre hat. Die darf er schützen. Keiner muss etwa vor einem streng katholischen Chef zugeben, dass er aus der Kirche ausgetreten ist.

Die Lob-Lüge

… macht andere zu ein bisschen besseren Menschen. Sie sind oft so etwas wie Vorschuss-Lorbeeren: Wenn man etwa behauptet, jemand sei großzügig oder hilfsbereit, dann wird er das zukünftig auch eher sein.

Die Pipi-Langstrumpf-Flunkerei

… sorgt für mehr Spaß auf dieser Welt, weil man sie macht, wie sie einem gefällt. Wenn man etwa ganz fantasievoll übertreibt und eine Geschichte ausschmückt: „Wir haben die ganze Nacht getanzt und gelacht und waren am nächsten Tag überhaupt nicht müde.“

Das geht zu weit!

Professor Peter Stiegnitz, der Begründer der Mentiologie, der wissenschaftlichen Lehre der Lüge, sagt ganz klar: Die moralische Grenze verläuft immer da, wo wir anderen absichtsvoll Schaden zufügen. Das kann auch bedeuten, dass man einem schwer verliebten Mann völlig falsche Hoffnungen macht oder sich an einem Verflossenen rächt, indem man Unwahrheiten über ihn in Umlauf bringt. Und: Mit Lügen kann man auch sich selbst schaden. Wenn ich etwa meine Bedürfnisse immer verleugne, um den anderen ja keine Mühe zu machen.

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