Freunde, auf zum Kaffeklatsch

Freunde, auf zum Kaffeklatsch

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Freunde
©iStock/PeterZelei

Freunde, Kaffee, gute Gespräche – ich finde: Wir sollten uns viel öfter zum Kaffeeklatsch treffen. Aus vielen Gründen!

Ein schön gedeckter Kaffeetisch, dazu Kekse oder Kuchen (oder beides), Freunde und eine gute Unterhaltung – klingt für viele vielleicht spießig. Ich finde es großartig.

Denn wenn wir mal ehrlich sind: Leider haben wir im Alltag immer weniger Zeit, mit unseren Freunden gute Gespräche zu führen. Für weinselige Abende fehlt die Zeit oder der Babysitter. Brunchen ist zwar nett, aber auch dafür geht bei der Vorbereitung viel zu viel Zeit drauf. Für einen Kaffeeklatsch dagegen braucht es das nicht: Kaffee kochen, eventuell einen Kuchen backen oder einfach ein paar Kekse aus dem Supermarkt auf den Tisch stellen, fertig. Da bleibt genug Zeit für das Wesentliche: die Gespräche.

Kaffeeklatsch und Lästern

Ob ihr euch zum Kaffeeklatsch mit einer oder mehreren Freunden trefft: Vergesst neben dem Austausch von Neuigkeiten das Lästern nicht. Denn Lästern ist – das haben Wissenschaftler herausgefunden – wichtig für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Beim (negativen) Reden über Dritte lernen wir etwas über Menschen, ohne sie besonders gut kennen zu müssen. Und so wissen wir, wen wir zu meiden haben, um keine schlechten Erfahrungen zu machen.

Und wenn die Freunde beim Kaffeeklatsch über Kollegen lästern, gibt uns das außerdem Orientierung für das eigene Handeln: Welches Verhalten bekommt Anerkennung? Welches wird nicht so gern gesehen? So erkennt man (unsichtbare) Regeln und Wertvorstellungen, kann sich nach ihnen richten und das Gemeinschaftsgefühl wächst.

Ein Stück Kulturgeschichte

Für den weiblichen Teil der Gesellschaft ist der Kaffeeklatsch auch ein Stück Zeitgeschichte: Früher trafen sich die Frauen – aus Mangel an Alternativen – in ihren eigenen vier Wänden, tranken Kaffee und Likörchen und schlossen Freundschaften. Bei ihren geschützten Gesprächen tauschten sie sich über gesellschaftliche und kulturelle Themen aus, für viele Frauen ersetzten diese Gespräche mitunter die geistige Ausbildung. Die Autorin Katja Mutschelknaus sagt deswegen: „Der Kaffeeklatsch ist der Beginn weiblicher Emanzipation.“

Gemütlichkeit und Selbstgebackenes

Nicht zu vergessen: Ein Kaffeeklatsch in den eigenen vier Wänden ist viel gemütlicher als in einem lauten Café. Man kann ungestört über Pikantes sprechen und Süßes genießen. Am liebsten natürlich Selbstgebackenes.

Was gibt es bei euch zum Kaffee?