Fremdgehen: Bleibt’s ein Einzelfall oder ist er Wiederholungstäter?

Fremdgehen: Bleibt’s ein Einzelfall oder ist er Wiederholungstäter?

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Fremdgehen
©iStock/Mixmike

Wer seinen Partner beim Fremdgehen erwischt, der fragt sich häufig: Wenn er es einmal gemacht hat, wird er es wieder tun? Das sagen Psychologen.

Seitensprünge und Affären tun nicht nur weh, Fremdgehen erhitzt auch die Gemüter. Wie sehr, konnte man sehen, als herauskam, dass Sarah Lombardi (24) ihren Mann Pietro (24) betrogen hatte. Sie wurde im Netz übel beschimpft und viele behaupteten auch, dass sie das garantiert immer und immer wieder tun werde: ihren Partner betrügen. Wer einmal fremdgeht, kann nicht treu sein, hieß es.

Eine Chance für die Liebe?

Wenn man an so prominente Beispiele wie den Tiger Woods (41) denkt, der seine Frau Elin Nordegren (37) mit 120 Frauen betrogen haben soll, könnte man meinen, dass das stimmt. Doch was ist, wenn der Partner nach langen Ehejahren zum ersten Mal einen Seitensprung begeht? Sollte man sich dann am besten sofort trennen? Nein! Gerät ein „Normalo“ auf Abwege,kann das sogar zur Chance für die Beziehung werden, sagt der bekannte Paartherapeut Hans Jellouschek. Seiner Erfahrung nach lieben die meisten Menschen, die fremdgehen, ihren Partner, sind aber in der Beziehung unzufrieden. Und zwar weil beide Partner ihre Liebe vernachlässigt haben! Wenn sie das einsehen und bereit sind, mehr für die Beziehung zu tun, kann der Betrug heilsam sein und die Beziehung danach sogar glücklicher und erfüllender als zuvor werden.

Die Wiederholungs-Täter

Dass nach einem Betrug die Beziehung besser ist, gelingt vielen Paaren. Vielen aber auch nicht, denn viele Fremdgänger tun es immer wieder. Laut Experten haben deren Eskapaden nichts mit der Beziehung, sondern nur mit ihnen selbst zu tun. Sie sind wirklich das, was man notorische Betrüger nennt. Und die sehen blendend aus, sind super-charmant und erfolgreich? Das glauben wir. Liegen damit jedoch häufig falsch. Psychotherapeuten sagen: Gut aussehende Menschen sind in der Regel treuer als solche mit eher durchschnittlichem Aussehen. Der Grund: Wer mit einem tollen Äußeren gesegnet ist, bekommt im Alltag viel Bestätigung. Er braucht sein Selbstbewusstsein nicht durch Affären aufzumotzen.

Macht macht maßlos

Doch was ist mit denen, die ständig nach Bestätigung suchen? Der Psychologe Don-David Lusterman bezeichnet diese Sucht als Don-Juanismus. Dahinter steckt nicht selten ein geringes Selbstwertgefühl. Oft sind solche Menschen überaus ehrgeizig, werden beruflich erfolgreich – und bekommen dann durch ihre Macht mehr Chancen fremdzugehen als der Durchschnitt. Es gibt zwar keine Studien darüber, aber es scheint wirklich so zu sein: Die meisten Mehrfach-Betrüger finden sich unter Besserverdienern.

Angst vor Nähe

Aber auch krankhafte Angst vor zu viel Nähe kann zu notorischem Fremdgehen führen. Nach dem Motto: lieber durch einen Seitensprung Distanz schaffen, als emotional zu sehr an eine Frau gebunden zu sein. Zumal wir ja in Zeiten leben, in denen Selbstentfaltung und Freiheitsstreben hoch im Kurs stehen. Bei diesen Männer- (und Frauen-)Typen scheint es dabei zu bleiben: einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger. Doch zum Glück sind die in unserem Alltag ja eher selten.