Fett ist gesund – und macht sogar schlank

Fett ist gesund – und macht sogar schlank

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Fett schmeckt – und ist gesund ©iStock/hoozone
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Fett ist ungesund, macht dick und krank – das wird uns seit Jahrzehnten eingeredet. Doch richtig eingesetzt, hält es den Körper sogar gesund.

Eier, Sahne, Speck – Fett-Lebensmittel, die wir jahrelang gemieden haben, gehören jetzt wieder auf den Teller. Immer mehr Studien widerlegen das Märchen, nach dem fettreiche Ernährung uns dick und das Leben kürzer macht. Die neuen Ernährungstrends wie Paleo und Low Carb High Fat setzen auf kohlenhydratarme und fettreiche Kost, machen schlank und gesund. Und Sportler wissen es längst: Für Muskelaufbau, Fettabbau und Energiegewinn gibt es nichts Besseres als viel Fett und Eiweiß sowie wenig Kohlenhydrate.

Die Mär vom bösen Fett

Warum haben wir trotzdem noch immer Angst vor Fetten aus Wurst, Eiern und Butter? In den Fünfzigerjahren klagte der amerikanische Forscher Ancel Keys als Erster fettreiche Ernährung an. Er verglich damals Fettverzehr und Infarktsterblichkeit in sechs Ländern – in den USA, Kanada, England, Italien, Australien und Japan. Sein Ergebnis: Je höher die Fettaufnahme, desto höher die Zahl der Infarkte.

Von da an verkündete er, dass eine fettreiche Ernährung Herzerkrankungen verursache. Viele Kollegen waren skeptisch, da Vergleiche von Durchschnittswerten wissenschaftlich fragwürdig sind. Außerdem wurde ein paar Jahre später nachgewiesen, dass er sich aus 22 Ländern genau jene rauspickte, deren Zahlen seine These bestätigten. Trotz der Argumentationsschwächen nahm die Verbreitung der Fett-Lüge an Fahrt auf. Erst recht, als die Medien darauf aufmerksam wurden.

1979 legte Keys nach: In einer weiteren Studie zeigte er, dass speziell die gesättigten Fettsäuren in tierischen Nahrungsmitteln für hohe Cholesterinspiegel und Herzinfarkte verantwortlich seien. Die Studie war ebenso fraglich wie die erste, schaffte es aber, dem Ruf der gesättigten Fettsäuren bis heute zu schaden.

Mit der Verteufelung der Fette ging die Heiligsprechung der Kohlenhydrate einher. Möglichst viel Vollkornprodukte sollte man essen – und diese Ansicht hat sich in vielen von uns verfestigt. Nicht zuletzt, weil die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die ja Informationsquelle für viele Ernährungsberater, Ärzte und Journalisten ist, lange Zeit Fette abwertete und Kohlenhydrate lobte. Auf die neuen Erkenntnisse wird von der DGE bis heute nicht so nachdrücklich hingewiesen, wie viele Experten es sich wünschen.

Fettes Geschäftsmodell

Dass das Märchen vom bösen Fett sich so lange hielt, liegt auch daran, dass viele ordentlich Geld damit verdienen konnten: Lebensmittelhersteller mit cholesterinfreien Kunstfetten und Lightprodukten, Müslis und Cerealien. Und nicht zuletzt die Pharmaindustrie, die 1989 das erste Mittel zur Senkung des „bösen“ Cholesterins auf den Markt warf. 220 Millionen Menschen schlucken heute diese Mittel und setzen in einem Jahr etwa 25 Milliarden Dollar weltweit um.

Neue Sichtweise

Das Low-Fat-Experiment ist weltweit gescheitert: Die Menschen sind dicker und kränker, die Zahl der Diabetiker explodiert und noch immer sind Herz-Kreislauf-Krankheiten die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Ein Viertel der Deutschen ist stark übergewichtig. Der Hauptvorwurf an Fette war immer, dass sie leichter dick machen als andere Nährstoffe.

Doch nicht der Fettgehalt eines Lebensmittels entscheidet darüber, ob es dick macht, sondern seine Energiedichte (Kalorien pro Gramm). So können fettarme Backwaren viel mehr Kalorien haben als ein fettreiches Gericht mit Gemüse. Zudem versorgen Fettsäuren aus Sahne, Butter, Käse und Fleisch fast alle Körperzellen mit Langzeit-Energie. Davon profitieren die Muskeln und auch das Herz! Wenn man also einen Dickmacher-Nährstoff benennen muss, dann sind es die Kohlenhydrate: Je mehr Kohlenhydrate man isst, je leichter diese sich vom Körper in Glukose verwandeln lassen und je weniger man sich bewegt, desto mehr Insulin wird für die Verwertung des Blutzuckers benötigt. Insulin wiederum sorgt für eine Einlagerung von Fett im Gewebe. Und dafür, dass es dort bleibt.

Bulletproof-Kaffee ©iStock/ThamKC
Mehr Energie und lange satt – das sagen LCHFler über den „Bulletproof-Kaffee “ (Kaffee mit Butter und Kokosöl) ©iStock/ThamKC

Das bedeutet auch, dass Fett, gegessen ohne Kohlenhydrate, sich gar nicht erst einlagert: Der Burger ohne Brötchen schrumpft also das Hüftgold, die Bulette (mit Semmelbröseln) im Brötchen lässt es wachsen. Solo ist Fett sogar gut fürs Herz – wird es dagegen in Kombination mit Kohlenhydraten gegessen, wird es gefährlich.

Low-Carb-High-Fat

In Schweden und Norwegen ist die Low-Carb-High-Fat-Ernährung so populär, dass 2011 sogar Butter und Sahne knapp wurden. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation leben dort heute die wenigsten übergewichtigen Teenager.

Kathrin Koehler ist Journalistin und ernährt sich seit Juli 2012 ketogen, also kohlenhydratarm und fettreich. Bis heute hat sie 21 Kilo abgenommen. „Bei der Umstellung hatte ich Mundgeruch und einen metallischen Geschmack im Mund – etwa eine Woche. Parallel fühlte ich mich leicht und befreit, da ich nicht mehr ständig Appetit hatte. Der Zucker war weg.

Kathrin Koehler ©privat
Mit viel Genuss hat Kathrin Koehler 21 Kilo abgenommen ©privat

In der Folge habe ich kaum Ausschläge beim Insulin, sodass kein Fett in den Zellen gespeichert wird. Klingt paradox: Führe ich hinreichend Fett zu, kommt der Abbau meines Körperfetts erst so richtig in Schwung. An Kohlenhydraten ,gönne‘ ich mir vor allem Eiweißbrot. Dafür kommen da fette grobe Hausmacher-Leberwurst oder fetter Käse und dick Butter drauf. Gern noch dazu Ei mit Butter und Salz oder Mayo – das sättigt locker fünf bis sechs Stunden. Langsam realisiere ich meinen Erfolg und diesen will ich ausbauen, darüber schreibe ich in meinem LCHF-Blog.“

Ran ans Fett – mit Rabatt für euch
©PR
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Sahne, Speck und Kokosöl essen – und dabei abnehmen? Mit RAN ANS FETT bietet Kathrin Koehler einen Online-Kurs zum Thema LCHF (Low Carb High Fat) an, in dem die Teilnehmerinnen gemeinsam lernen, mehr und vor allem mehr gesunde Fette in ihre Mahlzeiten aufzunehmen und sich genussvoll zu ernähren. In den zwölf Wochen geht es in Audios, Videos, Web-Seminaren und Texten darum, den persönlich passenden Weg zu finden, abzunehmen und die vielen positiven Auswirkungen z.B. auf Diabetes, Bluthochdruck, Blutfette und Hautprobleme zu entdecken. Nächster Kursstart ist am 5. Januar 2016, die Aufnahme in den Kurs ist bis zum 22. Januar 2016 möglich. Drei kostenlose Web-Seminare (Link zur Anmeldung) am 6., 13. und 20. Januar führen dabei in die Grundlagen ein. Mehr Infos zum Programm unter lchf-insitut.de/ran-ans-fettLISA.de-Leserinnen erhalten bei Buchung mit dem Code „LISA_RANF“ einen 50 Euro-Rabatt auf die Kursgebühr in Höhe von 349 Euro sowie die Frühbuchergebühr von 299 Euro (bis einschließlich 30.12. ).