Was essen eigentlich Frutarier?

Was essen eigentlich Frutarier?

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Was essen Frutarier ©istock/knape
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Vegetarisch? Vegan? Für Frutarier nicht radikal genug. Auf ihren Teller kommt nur Pflanzliches, das Mutter Erde freiwillig hergibt, und dessen Ernte Pflanzen nicht verletzt oder zerstört. Dazu gehören etwa Äpfel, Beeren, Birnen oder Nüsse.

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Äpfel, Pflaumen, Birnen – hier dürfen Frutarier zugreifen ©istock/ludovikus

Viele Deutsche essen kein Fleisch. Sie sind etwa aus Gesundheitsgründen Vegetarier oder weil sie es ethisch nicht verantworten können, Tiere zu verspeisen. Dann gibt es Menschen, die verzichten aus gleichen Gründen auf alles, was tierischen Ursprungs ist (etwa Milch, Eier, Käse) – sogenannte Veganer.

Und es gibt Menschen, denen geht das noch nicht weit genug, den sogenannten Frutariern. Diese äußerst kleine Gruppe will weder Tiere noch Pflanzen töten oder ihnen auch nur Schaden zufügen, weshalb Frutarier sich ausschließlich von dem ernähren, was die Natur „freiwillig“ hergibt: Früchte wie Äpfel oder Birnen, Nüsse oder Samen. Hier werden die Früchte nur abgepflückt – die Mutterpflanze dabei nicht beschädigt. Manche Frutarier gehen sogar so weit, nur Früchte zu essen, die schon zu Boden gefallen sind.

Dazu essen Frutarier noch Getreide, da die Ähren erst dann geerntet werden, wenn die Halme ausgetrocknet und daher in ihren Augen bereits gestorben sind. Insofern gibt es öfter Nudeln und Brot, sofern es ohne Milch und Eier hergestellt wird. Allerdings: Einige Anhänger verzichten trotzdem auf Getreide, weil es in verpönten Monokulturen „industriell“ angebaut wird.

Keine Pflanze darf sterben

Alle Wurzelpflanzen wie Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten oder Salate sind dagegen tabu, weil durch ihren Verzehr die Mutterpflanze „stirbt“. Selbst Honig kommt nicht in Frage, da er den Bienen „gestohlen“ wird. Leder, Wolle und ähnliche Erzeugnisse rührt ein Frutarier ebenfalls nicht an, sofern für deren Herstellung Tiere sterben oder leiden mussten.

Wie gesund ist die frutarische Ernährung?

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Auch Apple-Gründer Steve Jobs war zeitweise Frutarier ©istock/edstock

Durch die hohen Ballaststoff-Aufnahme wird der Cholesterinspiegel und andere Blutfette gesenkt. Zudem wirkt die frutarische Ernährung verdauungsfördernd.

Allerdings ist ein frutarischer Speiseplan schwer zu bestücken – vor allem im Winter! Zudem droht eine Mangelernährung, da blutbildende Stoffe wie Zink, Eisen, Vitamin B12 und Protein fehlen. Es drohen Blutarmut, Osteoporose, Nervenstörungen und Muskelabbau. Und last but not least: Fallobst ist häufig von gefährlichen Mikroorganismen und Schimmel befallen.

Unser Fazit: Kurz- und mittelfristig kann man sich frutarisch ernähren. Die Obstkost ist aber keinesfalls als Langzeiternährung geeignet, schon gar nicht für Kinder! Wer es trotzdem tut, sollte beim Arzt regelmäßig überprüfen, ob dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen.