Wie war das nochmal mit Erst- und Zweitstimme?

Wie war das nochmal mit Erst- und Zweitstimme?

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Erst- und Zweitstimme
©iStock/PeJo29

Am Sonntag ist es soweit: Wir machen wieder zwei Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Wir erklären euch, was eure Erst- und Zweitstimme bewirken.

In vier Jahren kann man schonmal vergessen, wie das mit Erst- und Zweitstimme bei der Bundestagswahl funktioniert. Aber kein Problem: Dafür sind wir ja da!

Die Erststimme

Mit der Erststimme wählt ihr den Direktkandidaten aus eurem Wahlkreis. Jede Partei, die für die Wahl zugelassen ist, darf so einen Direktkandidaten aufstellen. Die Gesichter kennt ihr wahrscheinlich von den Wahlplakaten aus eurer Stadt. Aber: Nur der Kandidat des Wahlkreises mit den meisten Stimmen zieht auch in den Bundestag ein – insgesamt kommen so 299 Abgeordnete zusammen. Mit der Erststimme wird somit sichergestellt, dass jede Region auch im Bundestag vertreten ist. Deswegen sollte man auch gut überlegen, für welchen Kandidaten sich das Kreuzchen wirklich lohnt.

Die Zweitstimme

Die wichtigste Stimme für die Wahl ist eure Zweitstimme: Sie bestimmt das Machtverhältnis der Parteien, also wie die 598 Sitze im Bundestag verteilt werden. Bei der Hochrechnung am Wahlabend wird auch auf die Hochrechnung der Zweitstimmen geschaut.

Hat eine Partei also 20 Prozent der Zweitstimmen bekommen, stehen ihr 20 Prozent der Plätze im Bundestag zu. Allerdings zählt die Zweitstimme nur für Parteien, die die so beliebte Fünf-Prozent-Hürde genommen haben, für die also mindestens 5 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme abgegeben haben (oder deren Direktkandidaten drei Wahlkreise gewonnen haben).

Und wie werden nun die Plätze im Bundestag verteilt?

Bei der Vergabe der 598 Plätze im Bundestag gilt: Erst bekommen die 299 Gewinner der Erststimme ihren Platz, dann die Kandidaten der Zweitstimme – da gilt die Reihenfolge, in der sie in der Liste angegeben wurden.

Das ist in der Wahlkabine verboten

Justin Timberlake hatte bei der Wahl des US-Präsidenten im letzten Jahr ein Selfie mit seinem Wahlzettel in der Wahlkabine gemacht – und damit viele junge Menschen zum Wählen motiviert. Deswegen ist es nun in den USA erlaubt, Selfies in der Wahlkabine zu machen. In Deutschland ist das allerdings wegen des Wahlgeheimnisses verboten. Der Wähler kann, wenn er erwischt wird, vom Wahlvorstand davon abgehalten werden, seinen Wahlzettel in die Urne zu werfen. Er darf aber einen neuen ausfüllen.

Damit ist eure Wahl ungültig

Beim Ausfüllen des Wahlzettels kann man eigentlich nicht viel falsch machen – schließlich muss man nur zwei Kreuzchen machen – möglichst in den dafür vorgesehen Kästchen. Aber auch nicht mehr: Bei drei Kreuzen ist der gesamte Stimmzettel ungültig. Wenn ihr nur eins machen möchtet, ist das natürlich erlaubt.

Weitere Anmerkungen oder Zeichnungen auf dem Wahlzettel machen ihn ebenfalls ungültig. Was allerdings erlaubt ist, sind Durchstreichungen. Statt einem Kreuzchen kann man bei Erst- und Zweitstimme auch einen Strich oder Haken machen. Umstritten sind Smileys (ja, das kam schon vor), weil sie die Ernsthaftigkeit der Wahl in Frage stellen.

Am besten, ihr haltet es so einfach wie möglich und entscheidet euch für Kreuze. Hauptsache ist: Ihr nehmt euer Wahlrecht in Anspruch und geht am Sonntag zur Wahl. Denn jede Stimme zählt.

Mehr Infos: facebook.com/Gerwomany