Der Apfel als Symbol

Der Apfel als Symbol

von -
Adam und Eva ©iStock/ Drakonova
Sündenfall: Adam und Eva ©iStock/ Drakonova

Verführung und Vertreibung aus dem Paradies. Ein Zeichen von Macht. Oder Quelle von Kraft und Fruchtbarkeit – der Apfel steht als Symbol für so vieles in Geschichte und Leben der Menschen. Lest selbst!

Adam und Eva sind die ersten Menschen, sie leben im Garten Eden, im Paradies. Und sie sind schon so menschlich: Von der Schlange lassen sie sich verführen und überreden, die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis zu naschen. Der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies folgen. Und auch wenn heute darüber diskutiert wird, ob Eva ihrem Adam vielleicht einen Granatapfel oder gar eine Feige anbot, bleibt doch immer der Apfel das Symbol für die vielen kleinen und großen menschlichen Schwächen…

©iStock/Roberto A Sanchez
Sündenfall: Apfel und Schlange ©iStock/Roberto A Sanchez

 

Apfel-Symbol in der Antike

Schon in der Antike wurden Apfelbäume veredelt und ihre leckere Frucht den angebeteten Göttern als Symbol von Unsterblichkeit, Fruchtbarkeit – und natürlich Macht zugewiesen. Die beiden Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus hatten eine kernige Frucht bei sich, aber auch Apollo, Hera, Athene, der mächtige Göttervater Zeus oder auch die germanische Göttin Iduna, die Hüterin der goldenen Äpfel.

Auch für die nicht göttlichen Griechen hatte die Frucht damals eine große Bedeutung. Wollte ein junger Grieche sich verloben, warf er seiner Auserwählten einen Apfel zu. Fing sie ihn auf, stand der Hochzeit nichts mehr im Wege. Heute ist – meist bei Menschen mit viel Platz – der Apfelbaum ein beliebtes Taufgeschenk. Groß, stark und mit reicher Ernte steht er für die positive Zukunft des Nachwuchses.

©iStock/Diane Labombarbe
Der Apfelbaum als Symbol ©iStock/Diane Labombarbe

 

Der Apfel und die Schwerkraft

Der englische Astronom und Physiker Isaac Newton (1643–1727) hat die Schwerkraft erforscht, weil er im Garten seiner Eltern einen Apfel vom Baum fallen sah. So berichtet es zumindest der Philosoph Voltaire (1694–1778). Keine Legende ist, dass Newton herausgefunden hat, warum etwas senkrecht hinunter fällt und warum das mit Mond und Sonne nicht passiert! Der Äpfel steht hier als Symbol für Neugier und Lernwilligkeit.

In Friedrich Schillers (1759–1805) Drama „Wilhelm Tell“ steht der Apfel, den der Vater dem Sohn vom Kopf schießt, als ein Symbol von Mut und Stärke. Wer an sich glaubt, kann alles erreichen, z.B. sich von Knechtschaft und Tyrannei befreien.

Zudem zeigten viele Herrscher ihre Macht mit einem goldenen Apfel – eines ihrer Insignien. Wie schon Kaiser Heinrich II. (972–1024), der Bamberg seiner Frau Kunigunde (975–1040) vermachte. Und in Bamberg wiederum gediehen bereits damals durch das milde Klima viele Apfelbäume. Ihre Früchte standen in der gottesfürchtigen Stadt für das Wort des Herrn.

©iStock/ZU_09
Heinrich II. und Kunigunde, Kathedrale Bamberg. ©iStock/ZU_09