Bienensterben: Kleine Helfer in großer Not

Bienensterben: Kleine Helfer in großer Not

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Bienen
©iStock/pilipphoto

Ohne Bienen gäbe es weder Äpfel noch Pflaumen oder leckere Erdbeeren. Sie sind überlebenswichtig für unser Ökosystem. Doch ihr Bestand schrumpft dramatisch. Das können wir tun!

Sommer, Sonne, blühende Gärten und Wiesen, blauer Himmel … Schließen wir die Augen, können wir die warme, duftende Luft förmlich riechen – und haben die vertraute Geräuschkulisse im Ohr: das Summen der Bienen. Doch genau die sind in großer Gefahr. Experten berichten, dass die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland seit 1990 um 40 Prozent gesunken ist. Einige der 20 000 verschiedenen Wildbienenarten könnten in den kommenden zehn Jahren sogar ganz aussterben. Für uns Menschen wäre das ein großes Problem, schließlich gäbe es ein Drittel von all dem, was wir essen, ohne Bienen schlichtweg gar nicht mehr.

Wichtige Arbeitstierchen

Fast 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Waldpflanzen werden von Bienen bestäubt – vom Apfel bis zur Zucchini. Ihr sprichwörtlicher Bienenfleiß sichert so unsere Vielfalt an Nahrungsmitteln. Zudem weisen von Bienen bestäubte Nutzpflanzen, wie Erdbeeren, nicht nur einen höheren Ertrag auf, auch ihre Qualität ist besser.
In China hat das Bienensterben dramatische Folgen: Dort schwärmen Menschen aus, um die Obstbäume von Hand zu bestäuben. Dazu müssen erst die Pollen gesammelt und dann mit einem Pinsel jede einzelne Blüte damit befruchtet werden.

Ursachen des Bienensterbens

Zum einen sind Bienen durch, in der industriellen Landwirtschaft eingesetzte, Pflanzenschutzmittel stark gefährdet. Zum anderen nimmt der gigantische Anbau von einer einzigen Pflanzenart auf immer derselben Fläche den Bienen die Nahrungsgrundlage. Außerdem sind viel zu oft gemähte Wiesen, Feldränder oder streng geschnittene Hecken für Bienen wie eine Wüste. Imker sind so gezwungen, ihre Völker bereits im Juli zu füttern.
Seit Jahrzehnten schließlich setzt die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe den nützlichen Insekten weltweit zu, indem sie Krankheiten und Viren überträgt.

Die gute Nachricht

Immer mehr (Freizeit-)Imker wie Agnes Flügel setzen sich für den Erhalt der Bienen ein – und auch wir können einiges für ihre Rettung tun! Gerade für Wildbienen, von denen manche, anders als Honigbienen, nicht in Stöcken, sondern als Einsiedler leben, sind ausreichend Futterquellen und Nistplätze überlebenswichtig. Schon mit einfachen Mitteln, wie einem großen Stück Holz, in das ihr Löcher zum Nisten bohrt, könnt ihr Wildbienen ein bequemes Hotel im Grünen bereiten. „Wilde“, ungemähte Ecken im Garten oder nektarreiche Balkonpflanzen bieten Bienen ideale Futterquellen und machen auch optisch einiges her. Im Gemüsebeet solltet ihr blühende Sorten wie Lauch oder Zwiebeln bevorzugen. Mehr Infos dazu gibt’s unter bee-careful.com.

Übrigens: Viele große Supermarktketten, wie Edeka, Aldi oder Lidl, setzten sich ebenfalls für die Bienen ein und vertreiben Insektenhotels, bienenfreundliches Saatgut oder Lebensmittel aus bienenfreundlichem Anbau.

Perfekte Nahrungsquellen für Bienen

Kleeblüten Die Blüten der unterschiedlichen Kleearten sind reich an Nektar und Pollen. Sie machen sich wunderbar auf dem Balkon und sind häufig auch in bienenfreundlichen Saatenmischungen für den Blumenkasten enthalten.

Klatschmohn Einjährige Ackerwildkräuter wie Klatschmohn, Kornblumen oder Adonisröschen sorgen auch vor dem Fenster für bunte Farbenpracht. Blütensuchende Bienen werden euch dankbar dafür sein.

Küchenkräuter Hübsche Kräutertöpfchen sind ruck, zuck auf dem Fensterbrett aufgestellt. Duftender Thymian, Basilikum, Salbei und Zitronenmelisse verfeinern jedes Gericht. Ihre Blüten bieten Bienen ideale Futterquellen.

Sonnenblumen Sie sind nicht nur eine Augenweide, sondern, dank der vielen Tausend Einzelblüten im Blütenkorb, auch ein Bienenschmaus. Von Mai bis Juli ausgesät, blühen sie bis Ende Oktober.

Erdbeeren Die Pflanzen brauchen viel Sonne und Wasser, liefern dafür Bienen ein prima Nahrungsangebot. Bewährt: die Kombination aus Erdbeeren und duftender Minze.

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