So oft sollte man seine Bettwäsche wirklich wechseln

So oft sollte man seine Bettwäsche wirklich wechseln

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Bettwäsche
©iStock/ArthurHidden

Wenn es um Bettwäsche und die Betthygiene geht, sind wir Deutschen nicht gerade vorbildlich. Zehn Fakten, die einem zu Denken geben…

1. Im Bett haben wir Millionen Begleiter

Bis zu 1,5 Millionen Milben gesellen sich jede Nacht zu uns und in unsere Bettwäsche. Das ist nicht nur angsteinflößend, sondern auch gesundheitsgefährdend! Vermischt sich Milbenkot mit dem Hausstaub, kann er beim Einatmen Allergien hervorrufen. Das beste Mittel gegen die kleinen Spinnentiere: Sonne! UV-Strahlen töten die Milben bereits nach 24 Stunden ab. Gönnt deswegen Matratze und Daunen zweimal im Jahr ein intensives Sonnenbad.

2. Pyjamas können Krankheiten auslösen.

Unglaublich, aber wahr: Die Hygiene-Falle Nummer Eins im Bett ist euer Pyjama! Eine britische Umfrage ergab, dass Männer ihre Nachtkleidung durchschnittlich 13 Tage lang tragen, Frauen sogar bis zu 17! Hygienisch ist das nicht gerade, denn zu lange getragene Schlafwäsche kann Blasenentzündungen oder sogar Hautinfektionen auslösen. Den Pyjama solltet ihr mindestens zweimal in der Woche wechseln und bei 60 Grad waschen!

3. Wir Deutschen wechseln unsere Bettwäsche weltweit am seltensten.

Laut einer Umfrage der Sleep Foundation wechseln 80 Prozent der Mexikaner ihre Bettwäsche wöchentlich, bei den Amerikanern sind es  62 Prozent. Wir liegen mit drei Wochen dagegen ziemlich abgeschlagen hinten. Dabei ist der Stoff bereits nach zehn Tagen von Schweiß und Hautschüppchen übersät. Wascht euer Bettzeug deshalb bei 60 Grad mit Vollwaschmittel – mindestens jede zweite Woche.

4. Wir schlafen viel zu lange auf unseren Matratzen.

Laut des Fachverbandes der Matratzenindustrie ist eine herkömmliche Matratze nach sieben Jahren so durchgelegen, dass sie besser ausgetauscht werden sollte. Allerdings warten wir Deutschen 14 Jahre bis zu einer Neuanschaffung. Doch nicht nur die vielen Millionen Milben sprechen für einen früheren Wechsel: Die Matratze verliert auch ihre stützende Funktion und das freut unsere Wirbelsäule auch nicht.

5. Wir zeigen im Bett am wenigsten Haut.

Im internationalen Vergleich liegen wir mit der Nacktheit im Bett eher hinten: Während weltweit jeder dritte
Erwachsene nackt schläft, ist es in Deutschland nur jeder Achte. Dabei ist es sogar gesünder, ohne Pyjama ins
Bett zu gehen: Der Körper kühlt schneller ab, sodass man leichter einschläft. Aber das bedeutet auch, dass man die Bettwäsche häufiger, also mindestens jede Woche wechseln sollte, da der Schweiß direkt drin landet.

6. Unsere Matratze wird im Laufe der Jahre immer schwerer.

In den Nächten einer Woche verlieren wir bis zu drei Liter Schweiß. Der größte Anteil verdunstet zwar, die Matratze saugt dennoch kontinuierlich die restlichen Wassertropfen auf. In einer zehn Jahre alten Matratzen sammeln sich so bis zu 1800 Liter Schweiß an! Auswringen ist natürlich unmöglich, deswegen helfen nur regelmäßiges Lüften und ein Matratzenschoner. Dieser absorbiert den Schweiß rechtzeitig. Nicht vergessen: Auch dieser sollte mindestens einmal im Monat bei 60 Grad gewaschen werden, sonst nutzt er nichts mehr.

7. Alkohol sorgt für nächtliche Schweißattacken.

Nach dem Gläschen Wein wird es eine ruhiger Nacht? Leider nein! Laut einer Studie fördert Alkohol zwar das Einschlafen, rächt sich jedoch mit Schweißausbrüchen! Der Körper muss nämlich zusätzliche Energie aufwenden, um den Alkohol abzubauen. Das ist nicht nur schlecht für die Betthygiene, das Schwitzen stört auch die Tiefschlafphase. Falls es doch mal ein Gläschen zu viel war: Sorgt für die richtige Raumtemperatur, schweißfrei schläft es sich am besten bei 16 bis 19 Grad!

8. Nach dem Aufstehen sollte man niemals das Bett machen.

Unordnung ist in diesem Fall sogar gesund! Nach dem Schlaf ist das Bett morgens nämlich noch feuchtwarm und da fühlen sich Milben richtig wohl, breiten sich gern aus. So fanden Forscher der Londoner Kingston Universität unter zusammengelegten Bettdecken mehr Milben als in ungemachten. Nach dem Aufstehen ist es deswegen besser, die Bettdecke umgeschlagen zu lassen und es bei geöffnetem Fenster mindestens zehn Minuten lüften zu lassen. Nach dem Frühstück kann man das Bettenmachen immer noch erledigen.

9. Wir tauschen unsere Kissen zu selten aus.

Zeichnet sich in eurem Kissen auch schon eine Schlafkuhle ab? Dann ist es höchste Zeit, es auszutauschen! Reinigungsexpertin Roxanna Pelka von Helpling empfiehlt: Um langfristig etwas von einem guten Kopfkissen zu haben, sollte man es alle drei Monate bei 60 Grad im Feinwaschprogramm. Nach drei Jahren ist es dann Zeit für ein Neues!

10. Kuscheltiere sollte man regelmäßig einfrieren.

Genau wie in Bettwäsche nisten sich auch in Teddy und Co. Milben ein. Und die mögen Kälte gar nicht: Friert deswegen das Plüschtier für zwei Tage in einer Plastiktüte ein. Denn nicht nur Sonnenstrahlen sind ideale Milbenvernichter, sondern auch hohe Minustemperaturen. Anschließend bei 60 Grad waschen
und mehrere Tage lufttrocknen lassen.