Benno Fürmann im Interview: „Ich liebe die Einsamkeit“

Benno Fürmann im Interview: „Ich liebe die Einsamkeit“

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Benno Fürmann
©2018 Twentieth Century Fox

Aktuell ist Benno Fürmann in „Intrigo – Tod eines Autors“ im Kino zu sehen. Im LISA-Interview sprach der Schauspieler über die Einsamkeit, die Herausforderungen als Vater und eines seiner schönsten Urlaubserlebnisse.

In „Intrigo: Tod eines Autors“ muss sich Ihre Rolle David Moerk seiner dunklen Vergangenheit stellen: Gibt es etwas, dass Sie rückblickend an Ihrer Vergangenheit ändern würden?

Es gibt sicherlich die ein oder andere Tat, die ich nicht mehr tun würde. Doch ich glaube, dass wir alle die Summe unserer Erfahrungen sind – und diese Erfahrungen müssen nicht immer Spaß machen.

Der Film wurde zum Teil in Kroatien gedreht: Ist das ein Land, in dem Sie leben könnten?

Das Haus, in dem wir gedreht haben, ist ein einsamer Leuchtturm an der kroatischen Küste. Wenn mir der geschenkt werden würde, würde ich mich wahnsinnig freuen. Ich liebe die Einsamkeit und mir ist allein sein wichtig, um einfach Zeit mit mir selbst zu verbringen. Doch danach freue ich mich wie bolle mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe.

Und warum ist Einsamkeit für Sie wichtig?

Weil ich dann besser meine Gedanken ordnen kann und mir eine innere Einkehr, so kitschig sich das jetzt auch anhören mag, wichtig ist. In mich reinzuhören und innezuhalten – das brauche ich. Sonst würde ich durchdrehen. Schließlich sind wir Tag für Tag unzähligen Reizen ausgesetzt. Ich glaube daran, dass man ab und zu auch stehenbleiben muss.

Ihre Tochter ist gerade mitten in der Pubertät: Was empfinden Sie diesbezüglich als die größte Herausforderung?

Vom Gas zu gehen und auch mal die Zügel locker zu lassen. Man füllt die Rolle des Vaters einfach nicht mehr so aus, wie in der Zeit als die Kinder noch fünf waren. Mittlerweile hat sie (Anm. d. Redaktion: Tochter Zoe) mehr Freiraum. Teenager wollen natürlich gleich die Zügel komplett in der Hand haben (lacht).

Sind Sie eher autoritär oder der Kumpel-Papa?

Ich hoffe, ich bin keins von beidem. Wir haben ein ausgeglichenes Verhältnis. Am Ende des Tages bin ich natürlich der Vater und damit der Bestimmter, aber dazwischen ist ein riesen Spielraum, der von einer gegenseitigen Achtung und Aufmerksamkeit geprägt ist.

Gutes tun, Urlaub und Lieblingsfilm

Sie sind sehr engagiert – Amnesty International, UNO-Flüchtlingshilfe: Wie kann jeder im Alltag Gutes tun?

Ich finde Empathie sehr wichtig. Wir leben in einer Zeit, in der die Welt globaler geworden ist, in der digital alle miteinander vernetzt sind. Das führt aber auch dazu, dass jeder Einzelne sich in sein Kämmerlein zurückzieht. Das wirklich aufeinander einlassen, in Kontakt treten – das ist entscheidend.

Wohin zieht es Sie in den Urlaub?

Das Leben ist nirgendwo schöner als im Sommer an der mediterranen Küste.

Sind Sie eher jemand, der dort die Atmosphäre genießt oder sind Sie im Urlaub aktiv?

Beides! Strandurlaub finde ich gut für ein bis zwei Tage, dann will ich mich aber auch wieder bewegen. Dann leihe ich mir ein Motorrad oder möchte zum Beispiel hoch auf einen Berg. Ich möchte dann einfach etwas sehen, ansonsten wäre mir das zu langweilig.

Ist Ihnen ein Ausflug besonders in Erinnerung geblieben?

Ich war vor ein paar Wochen in Albanien und ich war wirklich begeistert von Land und Leuten. In den Bergen konnte man sich bücken und frisches Wasser aus dem Fels trinken. Das ist eine sehr schöne Sache.

Mit welcher bekannten Persönlichkeit (egal ob tot oder lebendig) würden Sie gerne mal zu Abend essen?

Ich würde die wichtigsten religiösen Persönlichkeiten treffen wollen: Jesus Christus und Mohammed. Um nachzufragen, was wirklich war – und es mit dem zu vergleichen, was daraus gemacht wurde. Was sagt die Quelle? Das würde ich spannend finden.

Was ist Ihr Lieblingsfilm und warum?

Ich habe viele Filme, die ich sehr gerne mag. Spontan würde ich sagen „Dear Hunter: Die durch die Hölle gehen“. Er erzählt auf eine ganz besondere Art die Geschichte einer Freundschaft.

Und zum Schluss: Für welche drei Dinge in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?

Für meinen Vater, meine Mutter und für meine Tochter.

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