Belästigung: So wehrt ihr euch gegen aufdringliche Männer

Belästigung: So wehrt ihr euch gegen aufdringliche Männer

von -
Belästigung
©iStock/pecaphoto77

Unerwünschte Anmachen, sexuelle Belästigung und Schlimmeres – seit dem Hollywood-Skandal um Harvey Weinstein trauen sich immer mehr Frauen, sich zum Thema zu äußern. Doch wie könnt ihr auf der Straße angemessen reagieren?

Zu sexueller Belästigung gehört Grabschen genauso wie altbekannte Anmachsprüche, die schon unsere Mütter gehört haben. Verbale Belästigung lässt sich meist abwimmeln. Doch was könnt ihr tun, wenn die unerwünschte Anmache in endlose Baggerei ausartet? Auf „Ist dein Vater ein Dieb? Denn er hat die Sterne vom Himmel gestohlen und in deine Augen getan“ kann frau mit einem direkten „Vergiss es, heute ist Sonnenfinsternis“ antworten. Wir haben euch einige weitere nützliche Tipps zusammengestellt.

Die Abwimmel-Telefonnummer

Wenn ein höfliches „Nein“ nicht weiterhilft, könnt ihr die deutschlandweit gültige Abwimmel-Nummer 015752897962 statt der eigenen Handynummer herausgeben. Denn es ist oftmals sicherer, irgendeine Nummer herauszugeben, als sich zu verweigern – denn so manch ein Kandidat kann sonst aggressiv werden. Der lustige Nebeneffekt: Die Abwimmel-Nummer sendet dem Baggernden mit zeitlichem Abstand ein feministisches Zitat. Er kann also vielleicht sogar noch etwas aus seiner Aktion lernen.

Starke Körpersprache

Wer auf verbale Belästigungen mit ruhiger, bestimmter Stimme und einer selbstbewussten Körperhaltung begegnet, hat schon halb gewonnen. Wichtig: Werdet nicht beleidigend, sondern sagt, dass die Anmache unangebracht war. Ein Beispiel: „Ich finde das nicht lustig und möchte nicht von dir belästigt werden.“ Denn wer ruhig, ernst und selbstbewusst wirkt, den lässt man meist schnell in Ruhe. Selbst wenn es innendrin ganz anders aussehen mag, in so einer Situation kommt es auf Bestimmtheit an.

Mehr Durchsetzungsvermögen

Bleib bei deinem Punkt. Stelle keine Fragen oder lasse dich nicht in einen Dialog verwickeln. Entschuldige dich für nichts. Wenn du in Ruhe gelassen werden willst, ist das dein gutes Recht. Antworten, die keinem wehtun und die man immer sagen kann, sind beispielsweise: „Hör auf, mir hinterherzupfeifen. Ich möchte das nicht“ oder „Hör auf, Frauen zu belästigen. Niemand mag das. Zeige etwas Respekt.“ Kommen die Belästigungen aus einem Auto heraus, notiert euch das Kennzeichen – oder tut zumindest so. Das erschreckt Männer meist genug, um mit der Belästigung aufzuhören und wegzufahren. Geht es über die Grenze der Anzüglichkeiten hinaus, könnt ihr euch auf das Allgemeine Gleichstellungsgesetz berufen und die sexuelle Belästigung zur Anzeige bringen.

Darüber reden

Laut einer US-Studie hilft es, über seine Erlebnisse zu reden. Sei es verbale oder sexuelle Belästigung auf der Straße, reden hilft stets, die Geschehnisse zu verarbeiten. Außer mit Freunden und Familie könnt ihr auch mit Kollegen und Nachbarn sprechen, denn das verändert das Denken der Gesellschaft. Aber auch zuhören ist eine Art, wie ihr aktiv werden könnt. Helft euch gegenseitig, indem ihr Seelsorge leistet. Und reagiert bei blöden Anmachsprüchen auf der Straße das nächste Mal selbstbewusster.

Text: Lisa Merkel