Darf man Fisch überhaupt noch essen?

Darf man Fisch überhaupt noch essen?

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Darf man überhaupt noch Fisch essen?
©iStock/tycoon751

Fisch und andere Meeresfrüchte sind ein beliebter und gesunder Bestandteil unseres Speiseplans. Doch die Ressourcen sind nicht unendlich groß – tatsächlich sind sie sogar bald ausgeschöpft.

Tier- und Umweltschutz-Organisationen wie WWF oder Greenpeace schlagen schon lange Alarm: Unser Fisch-Konsum kann so nicht weitergehen! Denn die Meere sind überfischt, die Beifang-Mengen steigen durch neue Fangmethoden und die Politik tut auch nichts. Greenpeace geht davon aus, dass die Meere dieser Welt bis 2050 leergefischt sein werden – wenn sich nichts ändert. Heißt das jetzt, man darf gar keinen Fisch mehr essen? Nein, man muss beim Kauf nur einiges beachten.

Die Meere sind restlos überfischt

In nur wenigen Jahrzehnten wurden die gobalen Fischbestände um ca. 80 Prozent verringert. Zahlreiche Fischarten sind vom Aussterben bedroht. Nordatlantik und Mittelmeer sind so gut wie leergefischt. Dadurch müssen die großen Fangflotten, die oft sogar eine integrierte Fischfabrik an Board haben, weite Reisen unternehmen. Wodurch jedoch Millionen Afrikaner, die an der Küste leben, ihrer Existenzgrundlage beraubt werden. Die Fischerei sichert ihr Überleben und Meeresfrüchte sind ihr wichtigstes Grundnahrungsmittel.

Millionen Fische sterben umsonst

Industrielle Fischereiflotten haben einen millionenschweren Beifang – das sind alle Lebewesen, die in Fischnetze geraten, obwohl sie gar nicht gefangen werden sollen. Dazu zählen Jungfische, Vögel, Schildkröten, Haie, Wale und Delfine. Besonders bei der Tiefseefischerei (Scholle, Seezunge, Krabben) fällt enorm viel Beifang an. Die versehentlich gefangenen Tiere werden tot oder verletzt wieder zurück ins Meer gekippt. Jährlich sterben so 30 Millionen Tiere umsonst.

Nachhaltiger Fischfang soll die Lösung sein

Zahlreiche Umweltsiegel sollen bestätigen, dass die Fische aus nachhaltigem Fang stammen. Dazu zählen zum Beispiel ASC (Aquaculture Stewardship Council) oder MSC (Marine Stewardship Council). Rund 7 Prozent des weltweit gefangenen Fisches ist MSC zertifiziert. Das Siegel wurde 1996 von WWF und Unilever ins Leben gerufen und garantiert, dass beim Fang dieses Fisches sein Bestand nicht überfischt, sein Lebensraum nicht zerstört und kein überflüssiger Beifang mitgefischt wurde. Greenpeace kritisiert allerdings, dass die Standards des Siegels zu vage formuliert sind.
Neben ASC oder MSC kann man aber auch auf Bio-Siegel beim Fischkauf achten. Nachhaltig gezüchteter Biofisch kann zum Beispiel mit Bioland oder Naturland zertifiziert werden.

Und welchen Fisch darf ich jetzt also noch essen?

WWF und Greenpeace geben regelmäßig Fischratgeber heraus, in denen genau erläutert wird, welchen Fisch man noch essen darf und welchen man besser meiden sollte. Völlig uneingeschränkt kann nur noch eine Fischsorte empfohlen werden: der Karpfen. Aber auch einige weitere dürfen auf den Teller, wenn z.B. auf das Fanggebiet geachtet wird. Dazu gehören unter anderem Hering, afrikanischer Wels, Tunfisch und Seelachs.

Genaue Infos bieten der Fischratgeber von Greenpeace und der WWF-Einkaufsratgeber.