Lebensmittelverschwendung: Das MHD liegt oft völlig falsch

Lebensmittelverschwendung: Das MHD liegt oft völlig falsch

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©iStock/nedjelly

Was für eine Verschwendung! Jährlich landen in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dabei ist vieles davon noch einwandfrei. Schuld ist auch das Mindesthaltbarkeitsdatum, das uns in die Irre führt.

Kann das weg?

Die Tafel verteilt übrig gebliebene Lebensmittel an bedürftige Menschen und weiß daher genau, wie dringend diese Spenden gebraucht werden. Sie hat nun untersucht, wie lange nach dem Ablauf des „MHD“ verschiedene Lebensmittel noch essbar sind – und dabei einige überraschende Entdeckungen gemacht.

Der feine Unterschied

Ein genauer Blick aufs Etikett lohnt sich: „Mindestens haltbar bis“ und „zu Verbrauchen bis“ sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nämlich nicht – wie oft vermutet – an, ab wann ein Produkt schlecht wird. Stattdessen verrät es dem Verbraucher, für welchen Zeitraum der Hersteller Geschmack, Optik und Geruch als optimal einschätzt. Nach Ablauf des MHD garantiert er nicht mehr, dass das Aufbackbrötchen noch genauso fluffig, die Marmelade weiterhin leuchtend rot oder die Kondensmilch perfekt cremig ist. Doch trotz der kleinen Qualitätseinbußen sind die Lebensmittel oft noch völlig in Ordnung, sie wegzuschmeißen wäre Verschwendung.

Das Verbrauchsdatum wird dagegen für frische Lebensmittel verwendet. Oft findet ihr es auf Fleisch aus der Kühltheke oder frischer Milch. Diese Produkte sind perfekte Brutstätten für Keime – daher solltet ihr euch genau an das angegebene Datum halten.

Mehr als ein Jahr

Reis, trockene Nudeln, Lebensmittel in Dosen, Honig, Zucker, Gewürze, Eingekochtes und Mehl halten sich bei richtiger Lagerung mehr als ein Jahr über das Datum, das auf dem Etikett angegeben ist, hinaus. Das liegt daran, dass Bakterien keinen Weg in luftdicht verschlossene Gefäße finden  – oder wie bei Zucker oder Nudeln eben keine Nahrungsgrundlage haben, um sich zu vermehren. Tiefkühlobst und -gemüse bleibt im Gefrierfach immerhin noch ein halbes Jahr länger frisch als angegeben. Und selbst frische Eier kann man oft bis zu 21 Tage nach dem MHD noch zu leckerem Rührei verarbeiten.

Verlass dich auf deine Sinne

Besser als jedes geschätzte Datum ist unser eigener, gesunder Menschenverstand. Wir sind von Natur aus mit einem feinen Sinnen ausgestattet, um verdorbene Nahrung zu erkennen. Teste sie also auf Geruch, Geschmack und Konsistenz und höre auf deinen Bauch.

Bei einigen Produkten gibt es auch praktische Kniffe, um sie auf Frische zu testen. Eier, z. B., kann man in ein Glas Wasser legen. Schwimmen sie oben, haben sich im Inneren Gase gebildet und das Ei sollte in den Müll wandern. Frische Eier sinken auf den Glasboden, ältere, aber noch genießbare Eier „stehen“ senkrecht im Glas.

Für einen tollen Überblick hat die Tafel übrigens ein cooles Poster zusammengestellt, das in jede Küche gehört: Klick hier!