Regional lecker!

Regional lecker!

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Regional lecker: Dampfnudel
©iStock/picture_garden

„Alle zu Tisch, jetzt gibt’s Handkäs mit Musik!“ Habt ihr auch Lust mal wieder zünftig zu schlemmen? Hier stellen 6 unserer LISA-Redakteure die regional typischen Gerichte aus ihrer Heimat vor:

Handkäs mit Musik

Oliver W:
Heimat: Wiesbaden
Ich bin in Wiesbaden geboren, also ein „eschter“ Hesse – und bei uns gehört der „Handkäs mit Musik“ praktisch zur Grundversorgung. Es ist ein Sauermilchkäse, der in einer Marinade aus Zwiebeln, Essig, Öl, Pfeffer und Salz serviert wird. Die „Musik“ bezieht sich übrigens auf die verräterischen Geräusche, die beim Verdauungsprozess der Zwiebeln entstehen können…

Erbsensuppe mit Sauerkraut

Alexandra Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
Alexandra Artikel
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

Alexandra F:
Heimat: Thüringen
Meine Oma ist gestorben, als ich drei war. Sie war eine hervorragende Köchin und hat uns einige Rezepte hinterlassen, die legendär sind. Mein Liebling: Erbsensuppe mit Sauerkraut. Die Suppe bekommt ihren Geschmack durch die Brühe eines gekochten Eisbeins. Und zum Schluss kommt Sauerkraut in die Suppe. Niemand kann sich vorstellen, wie genial das schmeckt.

 

 

Norddeutscher Kartoffelsalat

Adina Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
Adina Artikel
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

Adina K:
Heimat: Brandenburg
Bei meiner Familie gibt es an Heiligabend immer Kartoffelsalat und Würstchen. Obwohl, Kartoffelsalat gibt es eigentlich immer. Zu Geburtstagen, zum Grillen, wenn Besuch kommt… Für mich ist der Kartoffelsalat meiner Mama ein Stück Heimat fern von zu Hause. Wie anders der geliebte Salat schmecken und sein kann, habe ich erst während meines Studiums in Süddeutschland erfahren. Die säuerliche Brühe-Variante von Franken, Schwaben und Co ist gar nicht übel, aber in meinen Berliner Kartoffelsalat gehören Mayonnaise, saure Gurken und hart gekochte Eier! Die Mayonnaise (bloß nicht zu viel!) macht ihn schön cremig, ein Schuss vom Gurkenwasser sorgt für Frische. Und weil Abschauen in der Küche erlaubt ist, schnipple ich jetzt immer ein paar Radieschen hinein, so wie man es in Bayern gerne macht.

Herrgottsbscheißerle

Juliane Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
Juliane Artikel
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

Juliane B:
Heimat: Schwabenländle
Hinter diesem Namen vermuten viele immer etwas Süßes, weil sündig. Ist es aber ganz und gar nicht. Die schwäbischen „Herrgotts-Bescheißer“ sind nämlich Maultaschen. Mönche aus Maulbronn (daher der Name) haben damit ihren Fleischkonsum vor dem Allvater versteckt, indem sie es einfach mit Kräutern vermischten und in Teigtaschen packten. Und weil die Schwaben ja bekanntlich auch gerne mal Gewohnheitstiere sind, muss so an Feiertagen niemand auf sein Schlachterzeugnis verzichten. Bei uns daheim wurden die Taschen auch gerne mal in Streifen geschnitten und angebraten. Sie schmecken aber auch roh. Das weiß ich, weil ich einfach schon immer eine Nascherin war und meine Finger nicht aus den Töpfen halten konnte.

Dampfnudeln mit Vanillesoße

Katrin Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
Katrin Artikel
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

Katrin H:
Heimat: Allgäu
Sie sind rund, fluffig und haben mir meine Kindheit im Allgäu versüßt: Dampfnudeln! Ich erinnere mich noch ganz genau, wie Oma Rosa mit bloßen Händen den Teig geknetet hat. Wieder und immer wieder. Wahrscheinlich waren ihre Hefeklöße deshalb immer so schön fluffig. Übergossen mit einer ordentlichen Portion Vanillesauce – schon war die Welt für mich in Ordnung. Und irgendwie ist das auch heute noch so: Dampfnudeln schmecken für mich ein bisschen nach Glück, nach Heimat. Zuletzt noch ein kleiner Tipp von Oma Rosa: Niemals den Deckel öffnen, solange die Nudeln in der Pfanne vor sich hin dämpfen. Sonst fallen Sie nämlich zusammen. Und das wäre doch zu schade…

Schiifele und Erdepfelsalat

 

Alice Artikel © M.I.G./LISA/Laura Büchele
Alice Artikel
© M.I.G./LISA/Laura Büchele

Alice H:
Heimat: Baden
Wir Badener essen gern Schäufele und Kartoffelsalat. Aber keine Sorge, wir klauen unseren Kindern dafür nicht ihre kleinen Sandkasten-Schaufeln. Es handelt sich dabei vielmehr um das Schweinefleischstück, das sich am schaufelförmigen Schulterblatt befindet. Das wird vom Metzger heutzutage meist vom Knochen gelöst, gepökelt und leicht geräuchert, zu Hause dann in einem Sud aus Wasser, etwas Weißwein, Lorbeer und Gewürznelke gegart. Den Kartoffelsalat machen wir mit dem Kochsud, Salz, Senf, Essig und Öl an. NIEMALS mit Mayo. Und am liebsten essen wir dazu Richerle-Salat. Was das ist? Na: Feldsalat.

 

Hunger gekriegt? Hier gibt’s noch mehr heimisches Superfood

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