Pasta-Tipps von „The Taste“-Koch Roland Trettl

Pasta-Tipps von „The Taste“-Koch Roland Trettl

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Roland Trettl
Roland Trettl ist der neue bei "The Taste" © SAT.1 / Arne Weychardt

Wer aus Südtirol kommt, weiß, was gute Küche ist. Das gilt besonders für Star-Koch Roland Trettl. Im LISA-Interview verrät er seine Tricks.

Nach seiner Ausbildung zum Koch ging es für Roland Trettl stetig bergauf. Bis zur SAT.1-Show „The Taste“. Wie der Star-Koch zuhause kocht, hat LISA im exklusiven Interview gefragt. Besonders lecker: Roland Trettl hat uns ein paar tolle Tipps zum Pasta kochen gegeben.

Die vierte Staffel von „The Taste“ ab Mittwoch, 12. Oktober 2016, um 20:15 Uhr in SAT.1 © SAT.1 / Arne Weychardt
Roland Trettl – Die vierte Staffel von „The Taste“ ab Mittwoch, 12. Oktober 2016, um 20:15 Uhr in SAT.1 © SAT.1 / Arne Weychardt

LISA: Mit welchen Gefühlen sind Sie am 1. Tag zur Produktion erschienen?

Roland Trettl: Ich war schon sehr angespannt, auch wenn man mir das nicht ansieht. Ich hatte viel Respekt vor den Teilnehmern und meinen Mit-Juroren. Klar, man übernimmt den Stuhl von einem Tim Mälzer, das ist ein gewisses Erbe. Auch wenn ich nicht in seine Fußstapfen treten werde. Ich lege selbst meine Spur. Dazu gehört eine gute Stimmung im Team und Harmonie. Denn gut kochen kann man nur, wenn eine gute Energie herrscht.

Was wird die Zuschauer in der 4. Staffel von „The Taste“ erwarten?

Die Staffel war auf jeden Fall sehr lustig! Und das Niveau der Kandidaten war sehr hoch.

Was war das Schlimmste, das Ihnen vorgesetzt wurde?

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, aber es war irgendetwas mit Tofu Skin und Kalbskopf. Das war ganz schlecht gekocht. Viel zu fettig und viel zu groß für den kleinen Löffel.

Geschlechterrollen überwinden

Zuhause kochen meistens die Frauen, in Restaurants sind es meist Männer. Woran, denken Sie, liegt das?

Ich habe dazu eine Theorie für mich aufgestellt. Frauen waren Jahrtausende lang verantwortlich für das Kochen und mussten das Essen auf den Tisch bringen. Es war etwas, das sie machen mussten und das macht dann oft nicht so viel Spaß. Wenn ich hingegen im Restaurant koche, habe ich mich dafür entschieden und mache es freiwillig. Ein anderer Grund kann sein, dass wir Männer einfach noch viel primitiver sind und ein so ausgeprägtes Ego-Problem haben, dass wir auf Bewertung sehr viel Wert legen. Gerade als Koch bekommt man viel Bestätigung, wenn man etwas gut macht, mit Sternen und Auszeichnungen. Frauen ist das alles egal, die wollen einfach nur, dass es gut schmeckt und brauchen dieses ganze drum herum nicht.

Woran erkennen Sie einen wirklich guten Koch?

Schauen Sie einem Menschen zu, wie er isst – und Sie wissen, wie er kocht. Kochen ist Leidenschaft, genauso wie Essen. Gehen Sie mit einem Koch über einen Markt. Wenn er nicht die schönen Lebensmittel erkennt und sich dafür begeistert, wird es kein guter Koch sein.

Was war Ihre letzte Mahlzeit?

Ich habe die Gries-Nockerlsuppe mit Avocado von gestern Abend heute noch einmal zum Frühstück gegessen. Ich mache das nicht täglich, aber ich bin, was Essen angeht, sehr unkompliziert. Mir ist es egal, ob das süß oder salzig ist, oder warm oder kalt. Was Frühstück betrifft, sind wir als Familie recht spontan. Wenn mein vierjähriger Sohn aufsteht und Kaiserschmarrn will, dann ist das auch kein Problem.

Roland Trettl
„Die vierte Staffel von „The Taste“ ab Mittwoch, 12. Oktober 2016, um 20:15 Uhr in SAT.1 © SAT.1 / Arne Weychardt

Superfood geht auch regional

Was halten Sie von den vielen neumodischen Lebensmitteln? Kommen in Ihr Müsli morgens eher die Chia-Samen oder die regionalen Leinsamen?

Im Moment ist lustigerweise beides ein Hype. Für die einen sind es die regionalen Produkte, für die anderen die exotischen Produkte aus aller Welt. Ich habe das Essen gern normal und nicht so abgehoben. Wir haben Zuhause sowohl Chia- als auch Leinsamen, aber ich schwöre weder auf das eine, noch auf das andere. Das ist mir eigentlich echt egal.

Haben Sie ein bestimmtes Lieblingslebensmittel?

Salz!

Und ein Lieblingsgericht?

Ich habe hunderte und kann mich nicht auf eines festlegen. Genauso wenig, wie ich mich auf ein Lieblingsbild oder ein Lieblingsbuch festlegen möchte.

Gibt es ein Gericht, das viele für „einfach“ halten, das in Wirklichkeit aber ziemlich schwer ist, und nur sehr selten richtig gut schmeckt?

Jedes Gericht ist so! Man kann alles schlecht kochen und bei allen Gerichten kochen es die Wenigsten wirklich gut. Das können die banalsten Gerichte, wie zum Beispiel Spaghetti mit Tomatensoße sein. Was man da alles falsch machen kann… Die falsche Auswahl an Spaghetti, zu wenig Wasser, zu wenig Salz, zu viel Salz, falsche Tomaten, falsches Olivenöl…

Pasta-Geheimtipps…

Klären Sie uns auf, wie gehen die perfekten Spaghetti mit Tomatensoße?

Zu allererst sollte man das Spaghetti-Wasser versalzen. Das Wasser muss beim Probieren versalzen schmecken. Dann auf keinen Fall Öl ins Wasser geben, das ist so eine idiotische Regel. Es müssen hochwertige Spaghetti sein, nicht die billigsten. Dann müssen sie auf den Punkt gekocht werden, bloß nicht zu lange im Wasser lassen! Eine Tomatensoße wird aus frischen Tomaten gemacht, die vorher probiert werden. Schmecken sie richtig intensiv nach Tomate? Und haben sie eine natürliche Süße? Sehr gut. Denn schmecken die Tomaten nicht nach Tomaten, wird es die Soße erst recht nicht tun. Viele schwören auf Eiertomaten, aber eigentlich kann man jede Sorte dazu nutzen, Hauptsache sie schmeckt. Generell gilt bei den Zutaten: sie müssen hochwertig und frisch sein. Das Olivenöl genauso wie der Basilikum. Und dann darf man keine Scheu davor haben, die Soße richtig schön zu würzen. Mit frischen Kräutern und gutem Parmesan. Am Ende muss die Harmonie zwischen Säure und Süße passen.

An der Ernährung sparen? Lieber nicht.

Gibt es Lebensmittel, bei denen man besser nicht am Preis sparen soll?

Ich spare nie bei Lebensmitteln, und finde das auch nicht richtig. Generell finde ich, haben viele eine falsche Grundeinstellung zum Essen. Wieso immer nur das Billigste kaufen? Da sollte man lieber beim Auto sparen oder bei den Schuhen, oder dem Handy aber bloß nicht an den Lebensmitteln.

Für wen kochen Sie am liebsten?

Für Menschen, die Essen genießen können.

Von wem lassen Sie sich am liebsten bekochen?

Von Menschen, die mindestens genauso gut kochen wie ich. Meine Frau kocht zum Beispiel auch so gut wie ich!

Wann haben Sie zum letzten Mal etwas Neues probiert, das Sie geschmacklich beeindruckt hat?

Am Wochenende war ich in Zürich auf dem Markt und habe knallgrüne Clementinen gesehen, die innen kräftig orange waren. Die waren richtig lecker. Die haben wir sofort mitgenommen und pur gegessen. Sowieso sollte man die besten Lebensmittel einfach so lassen, wie sie sind. Je mehr man sie verarbeitet, desto mehr Energie entzieht man ihnen und desto weniger intensiv schmecken sie.

Interview: Meike Stephan

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