Kostenloser Waschmittel-Trick: Mit Kastanie wird Wäsche sauber

Kostenloser Waschmittel-Trick: Mit Kastanie wird Wäsche sauber

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Kastanie
Die Kastanie enthält reinigende Seifenstoffe @iStock/JitkaUnv

Die Herbst-Zeit ist auch die Zeit der Kastanie. Doch wusstet ihr schon, wie man die kleinen braunen Kugeln noch verwenden kann außer zum Basteln?

Der Wirkstoff

Wer hätte das von der heimischen Kastanie gedacht: Aus gewöhnlichen Rosskastanien lässt sich günstiges und biologisches Kastanienwaschpulver herstellen. Denn sie enthalten sogenannte Saponine, das sind pflanzliche Sekundärstoffe, die eine Wirkung wie Seife haben. Saponine gelten als entzündungshemmend und sind in einigen Hülsenfrüchten und Tees enthalten. Aber sie reinigen eben auch und daher stellen wir sie euch als Idee für selbstgemachtes Waschmittel vor.

So funktioniert’s

Nutzt den nächsten Herbstspaziergang neben der Entspannung zusätzlich zum Kastaniensammeln. Pro Waschgang braucht man ungefähr fünf bis acht Kastanien, also nehmt ruhig eine Stofftasche mit. Um das wertvolle Pulver aus dem Inneren der Kastanie herauszubekommen, viertelt ihr sie am besten mit einem großen Messer. Wahlweise könnt ihr die Kastanien auch mit einem Hammer öffnen. Dafür empfiehlt es sich aber, sie mit einem Tuch vorher abzudecken, damit euch keine kleinen Stückchen in die Augen fliegen können. Wenn ihr das erledigt habt, gebt ihr die einzelnen Kastanienteile nun in eine Schale mit warmem Wasser (300 ml) und lasst sie mindestens zwei Stunden einweichen. Für einen starken Sud geht das am besten über Nacht, also acht Stunden oder länger. Nach der Einwirkzeit gießt ihr die harten Stück der Kastanie ab und sammelt den Sud in einem einfachen Weckglas. Oder ihr gebt die Flüssigkeit gleich direkt ins Flüssigwaschmittelfach.

An die Wasserhärte anpassen

Bei besonders hartem, also beispielsweise kalkhaltigem Wasser in der Region, könnt ihr noch einen Löffel Wasch-Soda hinzugeben, das macht das Wasser weicher. Für einen schönen Duft der Wäsche reicht eine kleine Menge Tropfen von ätherischen Ölen, zum Beispiel Rosenöl.

Biologisch & fair

Abgesehen davon, dass Kastanien umsonst im Wald zu sammeln sind, sind sie auch biologisch viel wertvoller als chemisch hergestelltes Waschmittel. Das leuchtet ein, schließlich wachsen sie bei uns um die Ecke am nächsten Baum und nicht in einer Fabrik. Die umweltfreundliche Waschmittelmethode mit Kastanien ist darüber hinaus hervorragend für Allergiker geeignet, denn es kommen keine chemischen Stoffe an die Haut – das kann man bei Supermarktwaschmittel nicht immer so genau wissen.

Einen kleinen Nachteil hat Kastanienwaschmittel dann doch: Es ist nicht gerade lange haltbar. Wenn ihr eure Wäsche lieber spontan wascht, könnt ihr dennoch den Trick mit den Kastanien verwenden und das Pulver aus dem Kastanieninneren trocknen – dann hält es bis zu einem Jahr. Dazu einfach die geschälten und in kleine Stücke gehackten Teile der Kastanie auf der Heizung trocknen und bei Bedarf in heißem Wasser 15 Minuten aufkochen.

Text: Lisa Merkel