Honig – Heilkraft aus der Wabe

Honig – Heilkraft aus der Wabe

Honig
©iStock/ValentynVolkov

Schon Kleopatra soll ihr Gesicht mit Honig streichelzart gepflegt haben. Hier erfahrt ihr, warum er uns noch heute von innen und von außen mit allem versorgt, was uns fit und gesund hält.

 

Goldgelb oder fast reinweiß, feincremig oder flüssig: Honig zergeht auf der Zunge und wird seit jeher für seinen wunderbar süßen Geschmack geliebt. Knapp ein Kilo verputzen wir Deutschen davon pro Kopf im Jahr. Damit sind wir weltweit Spitzenreiter im Honigschlecken.

Doch Honig ist nicht nur auf dem Frühstücksbrötchen begehrt. Schon in der Antike wurde er als kostbarer Königssaft geschätzt. Denn die griechischen Götter sollen ihm der Legende nach ihre Unsterblichkeit verdanken. Der griechische Arzt und „Vater der modernen Medizin“, Hippokrates, wurde noch konkreter und soll bereits von seiner besonderen fiebersenkenden Wirkung berichtet haben. Bis heute ist die Bedeutung des Honigs in der Medizin, aber auch als natürlicher Schönmacher ungebrochen. Grund genug, das flüssige Gold genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wertvolle 
Inhaltsstoffe

Rein naturwissenschaftlich betrachtet, ist Honig eine schlichte Zuckerlösung aus 20 Prozent Wasser und rund 80 Prozent Frucht- und Traubenzucker. Mit 30 Kalorien pro Teelöffel (ca. 10 g) ist er kein Schlankmacher, liefert aber – in Maßen genossen – Energie pur. Außerdem steckt Honig voller wichtiger sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Vitamine, Proteine und Enzyme. Die individuelle Zusammensetzung macht die verschiedenen Honigsorten so einzigartig in Geschmack und Konsistenz. Übrigens bestimmt allein das Verhältnis von Frucht- und Traubenzucker, ob der Honig schneller Kristalle bildet – oder lange flüssig bleibt.

Sanfte Arznei

Durch seine wertvollen Inhaltsstoffe und den hohen Zuckeranteil wirkt Honig wie ein natürlicher Bakterienkiller: „Zum einen entzieht er den bakteriellen Zellen das Wasser, sodass sie schrumpfen und schließlich absterben. Zum anderen enthält er mit Glucose-Oxidase ein Enzym, das permanent in desinfizierendes Wasserstoffperoxid umgewandelt wird“, sagte Pathologe Guido Majno von der University of Massachusetts. Honig beschleunigt außerdem den Heilungsprozess bei leichten Wunden, Schuppenflechte oder Herpesbläschen. Mixt drei Teelöffel „Eucerin“ (Apotheke) mit einem Teelöffel Bio-
Honig und tragt die Heilsalbe bis zu dreimal täglich auf. Super bei Erkältungen: Täglich einen Esslöffel Honig in warmem Wasser aufgelöst trinken. Gebt ihr einen Spritzer Zitrone dazu, regt der Trunk nach üppigen Mahlzeiten die Verdauung an. Für Babys bis zum 12. Lebensmonat ist Honig allerdings komplett tabu, da seine Bakteriensporen im Darm des Kindes gefährliche Giftstoffe bilden können.
Tipp: Das Hauptnahrungsmittel der Bienenköniginnen, das milchig-weiße Sekret Gelee Royale, kann auch im menschlichen Organismus die Leistung steigern sowie Libido und Fruchtbarkeit anregen (als Trinkampullen in Apotheken).

Süßes Beauty-Wunder

Die antibakterielle Wirkung des flüssigen Goldes kommt auch der Haut zugute: Wer zu Pickelchen und Unreinheiten neigt, kann betroffene Hautstellen mit etwas Honig betupfen und über Nacht einwirken lassen. Spröde Lippen werden mit einem selbst gemachten Peeling aus einem Teelöffel Honig und 
etwas braunem Zucker wieder schön kusszart. Reste einfach abschlecken!

Trockener Haut verleiht ihr mit einer reichhaltigen Gesichtsmaske einen wahren Feuchtigkeitskick: Vermengt  zwei Esslöffel Honig mit einem Teelöffel gemahlenen Mandeln und einem Esslöffel Quark und gebt den Mix aufs gereinigte Gesicht. 
20 Minuten einziehen lassen und alles mit warmem Wasser abspülen. Genießt während der Einwirkzeit doch gleich ein Pflegebad für samtweiche Haut: Acht Esslöffel Honig mit 500 ml Milch ins einlaufende Badewasser geben, Augen schließen und träumen …

Natürliche Qualität

Egal für welchen Honig ihr euch entscheidet – achtet beim Kauf auf naturbelassene, kalt geschleuderte, heimische Sorten – vor allem wenn es euch auf die Heilwirkung des Honigs ankommt. Diese füllt der Imker nach dem Schleudern der Wabe quasi direkt ins Glas ab. Das Gütesiegel des Deutschen Imkerbundes e. V. steht für besonders hohe Qualitätsmaßstäbe (deutscherimkerbund.de). Industriell hergestellter Honig wird dagegen aus verschiedenen Sorten gemischt, erhitzt und streichfähig gerührt. Dabei gehen jedoch viele wichtige Inhaltsstoffe verloren.

Besseres Bienenleben

Bienen sind mittlerweile weltweit gefährdet. Pestizide schwächen sie oder rotten viele Völker ganz aus. Der Bund für Umwelt und Naturschutz rät daher dringend, unseren Bestand zu schützen. Setzt dazu im Garten auf bienenfreundliche Blumen wie Lavendel, Lupinen oder Wilde Aster, Klee und Löwenzahn. Für den Balkon eignen sich Kapuzinerkresse oder Kräuter wie Salbei oder Rosmarin. Sie bieten den Bienen ein Schlaraffenland an Nahrung (mehr z. B unter bienenretter.de).

Rezepte mit Honig

Köstlicher Schlummertrunk

Für 2 Portionen:

Zutaten: Für 2 Portionen
500 ml Milch (Kokos-, Mandel- oder Kuhmilch)
1 TL Kurkuma-Pulver
EL Honig (z. B. Manuka-Honig, erhältlich i. d. Apotheke)
1 TL Kokos-Öl
1 TL Ceylon-Zimt

So geht’s: Alle Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und für ca. zehn Minuten köcheln lassen. Die Milch durch ein Sieb geben und in Tassen füllen. Nach Belieben etwas frischen Ingwer oder eine Vanilleschote mitkochen.

Happy-Salat-Dressing

Zutaten: Für 4 Portionen
1 Bio-Zitrone
4 EL flüssiger Honig
1 TL Anissamen
3 EL Olivenöl
3 EL Buttermilch
Salz, Pfeffer

So geht’s: Die Zitrone heiß waschen und trocken tupfen. Die Schale mit einer Raspel fein abreiben und den Saft auspressen. Zitro­nenschale und -saft mit Honig, Anissamen, Olivenöl und Buttermilch gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing zu Blattsalaten eurer Wahl servieren.