Ghee, Avocado & Olive – Welches Öl wofür?

Ghee, Avocado & Olive – Welches Öl wofür?

Ghee
©iStock/Gama5

Ein hochwertiges Öl darf in keiner Küche fehlen! Und je mehr Auswahl, desto mehr Spaß macht das Kochen. Doch welches Öl oder Ghee verwendet man wofür?

Nur Sonnenblumenöl reicht in der modernen Küche nicht mehr aus, so gibt es heute Ghee, Avocadoöl oder auch Arganöl. Welches Öl was kann, lest ihr in unserer Übersicht.

ArganölAvocadoölGheeKokosölKürbiskernölLeinölOlivenölPistazienölRapsölSonnenblumenölTraubenkernölWalnussöl

ArganölArganöl wird aus den Kernen und Samen der Frucht des Arganbaumes gewonnen, der ausschließlich im Südwesten Marokkos wächst.

Das hochwertige Öl besteht zu 80 % aus ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien und ist damit ultra gesund.

Arganöl schmeckt leicht nussig und macht sich daher besonders gut in Fleisch und Fischgerichten, aber auch in Salaten. Es sollte am Ende des Kochvorganges zugegeben werden, um seine Inhaltsstoffe zu erhalten.

AvocadoölAvocadoöl ist ein Fruchtfleischöl, das aus den Früchten des Avocado-Baum gewonnen wird. Diese weisen den höchsten Fettgehalt unter allen Obst- und Gemüsesorten auf. Hochwertiges natives Avocadoöl ist gelb bis grün und leicht trüb.

Avocadoöl ist reich an Vitaminen (besonders Vitamin E und A) und verschiedenen Nährstoffen. Die gesättigten Fettsäuren und der natürliche Pflanzenstoff Beta-Sitosterin führen zu einer Senkung des Cholesterinspiegels, da die Aufnahme des schädlichen Cholesterins (LDL) gehemmt wird.

Durch das milde, haselnussartige Aroma eignet sich das Avocadoöl sehr gut zum Braten von Fisch, Fleisch und Geflügel. Es schmeckt jedoch auch zu Salaten, Gemüse oder in Dips, Dressings und Suppen, da das natürliche Aroma der Speisen sich durch das Öl nicht verändert.

GheeGhee gehört in der indischen und pakistanischen Küche zu den wichtigsten Speisefetten. Im Ayurveda gilt es als wahres Lebenselixier und Kraftspender. Hier in Deutschland kennt man Ghee auch unter Butterreinfett, Butterfett oder geklärter Butter.

Im Gegensatz zu herkömmlicher Butter sind in Ghee weder Milchzucker-Bestandteile noch Eiweiß enthalten. Deshalb wird die geklärte Butter auch von laktoseintoleranten Personen sehr gut vertragen. Zudem findet man darin die fettlöslichen Vitamine A, D und E.

Ghee schmeckt ein bisschen nussiger als Butter, ansonsten aber sehr ähnlich. Es kann sehr hoch erhitzt werden, spritzt aufgrund des geringen Wassergehalts nicht und eignet sich deshalb bestens zum Frittieren und für scharfes Anbraten von Fleisch in der Pfanne.

KokosölKokosöl hat bei durchschnittlicher Raumtemperatur eine feste Konsistenz und wird daher auch Kokosfett genannt. Es wird aus dem Kopra, dem Fruchtfleisch einer Kokosnuss gewonnen.

Kokosöl besteht zu über 99 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Es hat im Vergleich zu den anderen Ölen etwas weniger Kalorien und ist der leicht verdaulich. Die gesättigte Fettsäure Laurinsäure weist eine ausgezeichnete Wirkung gegen Viren, Bakterien und Protozoen auf. Auch die Caprylsäure besitzt antimikrobielle Eigenschaften.

Kokosöl hat einen dezent-exotischen Geschmack, der sich in Gerichten aber nicht in den Vordergrund drängt. Es wird vor allem zum Backen, Braten und Frittieren verwendet, da es hocherhitzbar ist.

KürbiskernoölDas Öl wird aus gerösteten Kürbiskernen gewonnen – und kann daher auch regional erzeugt werden.

Kürbiskernöl enthält sowohl einfach als auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Kaltgepresstes Kürbiskernöl ist das gesündeste. Durch das schonende Verfahren bleiben Vitamine und wichtige Begleitstoffe im Pflanzenöl erhalten und werden nicht zerstört.

Kürbiskernöl besitzt ein ausgeprägtes Nuss-Aroma Es eignet sich daher besonders gut zu Kartoffelgerichten, Spargel und Süßspeisen.

LeinölLeinöl wird aus Leinsamen gewonnen. Ein großer Anteil der Erntemengen stammen aus Kanada und China. Die Leinsamen zählen zu den ältesten und gesündesten Nahrungsmitteln und werden heute für die gesunde Küche wieder neu entdeckt.

Das Leinöl gehört aufgrund seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu den wichtigsten und gesündesten Speiseölen. Besondere Bedeutung kommt der enthaltenen Omega-3-Fettsäure zu, da sie der Körper nicht selbst produzieren kann, sie aber unbedingt braucht. Außerdem sind wichtige Vitamine enthalten, z.B. das Vitamin E.

Der Geschmack ist herzhaft nussig und passt deshalb nicht in jedes Gericht. Zu Kräuterquark, Kartoffeln und Salaten schmeckt Leinöl aber zum Beispiel sehr gut.

OlivenölOlivenöl wird nicht aus den Kernen, sondern aus dem Fruchtfleisch der Oliven gewonnen, die mittlerweile überall auf der Welt im mediterranen Klima wachsen. Man unterscheidet zwischen nativem Olivenöl und raffiniertem Olivenöl, das relativ geschmacksneutral ist und auch erhitzt werden kann.:

Mit 83,5 % bildet die Ölsäure den Hauptbestandteil des Olivenöls, aber auch Vitamin E ist enthalten. Ölsäure ist sehr gesund, da sie als einfach ungesättigte Fettsäure in der Lage ist, das schädliche LDL-Cholesterin zu senken. So schützt Olivenöl Herz und Kreislauf.

Natives Olivenöl schmeckt fruchtig und mediterran, während das raffinierte Olivenöl geschmacksneutral ist und sich deshalb auch ideal zum Braten, Backen und Frittieren eignet.

PistazienölDie Pistazie ist als schmackhafte Nussart bekannt, gehört aber als Frucht des Echten Pistazienbaumes botanisch gesehen zu den Früchten. Wichtigste Anbaugebiete für die Produktion sind die USA, Griechenland, die Türkei sowie einige Länder des Nahen Ostens. Hochwertiges Pistazienöl wird aus unbehandelten Nüssen hergestellt, nach der ersten Kaltpressung handgefiltert und danach in Flaschen abgefüllt.

Es verfügt über eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralstoffen wie etwa Vitamin A und E oder Kalzium und Magnesium. Zudem enthält das Öl mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Das Öl schmeckt nach frischen Pistazien. Es eignet sich zum Beispiel für raffinierte Desserts und sollte zum Schluss ohne Erwärmung hinzugefügt werden um das volle Aroma zu entfalten.

RapsölRapsöl wird aus dem Samen der Rapspflanze hergestelltes.

Kalt gepresstes Rapsöl hat einen wesentlich höheren Vitamin- und Carotinoid als raffiniertes Rapsöl. Es besteht im Wesentlichen aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Außerdem ist viel Vitamin E enthalten.

Mit seinem nussig-saatigen Aroma passt es gut zu Salat, eignet sich aber auch zum Braten.

SonnenblumenölDas Sonnenblumenöl wird aus Sonnenblumenkernen gewonnen.

Es enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Lecithin und hat einen hohen Vitamin E Anteil.

Der Geschmack ist mild nussig. Das Öl eignet sich zum Braten genauso wie zum Backen.

TraubenkernölFür die Gewinnung von einem Liter Traubenkernöl benötigt man circa vierzig Kilogramm Traubenkerne. Das industriell gefertigte heiß gepresste Traubenkernöl ist in Geschmack und Farbe ein neutrales Speiseöl.

Traubenkernöl enthält in hoher Konzentration ungesättigte Fettsäuren. Diese ungesättigten Fettsäuren fördern die Bildung des für den Körper wichtigen HDL-Cholosterins und den Abbau des gefährlichen LDL-Cholosterins. Traubenkernöl enthält den Wirkstoff Procyanadin, der gegen freie Radikale wirkt.

Es sollte nur zur kalten Verwendung eingesetzt werden, wie zum Beispiel zur Zubereitung von Salaten, Saucen und Pesto oder zum Beizen von Fleisch. Der Geschmack ist leicht nussig.

WalnussölDas Walnussöl wird durch Kaltpressung, Heißpressung oder chemische Extraktion (Herauslösen) aus Walnusskernen gewonnen.

Das Speiseöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Außerdem enthält das Walnussöl einen sehr hohen Anteil an Linolsäure. Weitere wichtige Begleitstoffe sind die für den Menschen wertvollen Vitamine A, B und E.

Sein Geschmack ist intensiv nussig. Das hochwertige Walnussöl sollte nicht zum Braten verwendet werden. Es eignet sich zur Zubereitung von frischen Salaten oder als Zugabe zu Kartoffelgerichten.