Äpfel lagern – das müsst ihr wissen

Äpfel lagern – das müsst ihr wissen

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Apfelbox ©John Kasawa
Apfel richtig lagern und haltbar machen – dabei gibt es einiges zu beachten ©John Kasawa

Wer zuhause im Garten einen oder mehrere Apfelbäume hat, freut sich im Herbst über die reiche Ernte. Aber wie sorgt man dafür, dass die Äpfel lange frisch bleiben? LISA Blumen und Pflanzen-Redakteurin Leonie verrät, wie man Äpfel richtig lagert …

Apfelexpertin Leonie Pricking
© M.I.G./LISA/Alexandra Franz

Äpfel heiß baden, damit sie länger haltbar werden? Das klingt komisch. Doch tatsächlich sagt eine neue neue Studie, dass es funktioniert. Wie genau und was man noch bei der Lagerung von Äpfeln beachten musst, erklärt unsere Apfel-Expertin Leonie.

1. Gut aussortieren

Man sollte nur Äpfel ohne Schadstellen lagern. Außerdem wichtig: Sie sollten luftig liegen und sich am besten nicht berühren. Das kostet etwas Platz, lohnt sich aber, weil faule Äpfel nicht so schnell andere Äpfel anstecken können. Wenn man jedes Jahr größere Ernten hat, lohnt sich ein Apfelregal (Apfelstiege) mit vielen Schubladen aus Holzlatten. Während der Lagerung sollte man einmal in der Woche nachschauen, ob Äpfel faulen und sie entsorgen, bevor sie andere Äpfel anstecken. Äpfel mit Schrammen, Druckstellen oder Fraßlöchern kann man sehr gut zu Kompott verarbeiten. Entweder man macht es in Weckgläser ein oder in Gläser mit Schaubverschlüssen. Achtung beim Recyceln alter Gläser: Die Deckel müssen gut gespült werden, sonst schmeckt das Kompott später nach Gewürzgurken ;-) Ist das Kompott luftdicht eingemacht, ist es für viele Jahre haltbar und ein super Nachtisch oder Snack für zwischendurch.

Man kann Äpfel auch im Backofen zu Trockenobst verarbeiten – eine super Sportler- und Reisenahrung.

2. Nicht jede Apfelsorte kann man lange lagern

Die Sortenunterschiede sind groß. Frühsorten wie Sommerregent, James Grieve oder Piros kann man schon im August ernten. Sie sind aber meist nicht lange lagerfähig. Sorten, die besonders gut für die Lagerung sind, nennt man Lageräpfel – dazu zählen Jonagold, Gloster, Pinova, Golden Delicious, Idared, Braeburn, Fuji und Kanzi. Im Keller kann man sie problemlos über den Winter aufbewahren. Je kühler der Raum, desto länger bleiben die Äpfel frisch. Optimal sind 2-4°C. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist gut.

3. Erntezeit und Lagerort beachten

Damit Äpfel möglichst lange haltbar sind, sollte man sie enten, bevor sie voll reif sind und ihr geschmackliches Optimum hätten.

Die Obstschale sollte nicht in der warmen Küche, sondern besser in einem kühlen Raum stehen. Friert es nicht und scheint keine Sonne auf die Äpfel, können sie auch auf dem Balkon liegen.

Obstbauern bieten die Äpfel oft im Folienbeutel mit einigen Löchern an. Darin stimmt die Luftfeuchtigkeit und die Gasmischung (mehr Kohlenstoffdioxid, wenig Sauerstoff). Man kann die Äpfel deshalb gut darin lagern, auch hier möglichst kühl (auch im Kühlschrank).

4. Geheimtrick: Durch ein heißes Bad halten Äpfel länger!

Es gibt neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die schon in der Praxis angewendet werden: Die Äpfel werden nach der Ernte für 15-25 Sekunden mit 55-60°C warmem Wasser abgeduscht. So bekommen die Äpfel wesentlich seltener Lagerfäule. Das ganze kann man auch zu Hause machen, die Wassertemperatur muss man mit einem Thermometer überprüfen. Die Äpfel müssen danach gut trocknen, bevor sie ins Lager kommen. Weitere Infos zu dieser Methode, Äpfel länger haltbar zu machen, lest ihr hier.