25 Gewürze, die in jedes Gewürzregal gehören

25 Gewürze, die in jedes Gewürzregal gehören

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Gewürze, Palette mit Kräutern und Gewürzen
©iStock/coffeechcolate

Das Geheimnis eines guten Essens ist das richtige Gewürz. Doch was passt wozu? Hier die 25 wichtigsten Gewürze für die vier Lieblings-Küchen der Deutschen.

Fragt man die Deutschen, was sie am liebsten essen, nennen 68 Prozent die gute, deutsche Hausmannskost, dicht gefolgt von der italienischen Küche (66%). Aber auch asiatische und orientalische Gerichte sind mit je 51 Prozent bei uns inzwischen top angesagt (Umfrage: forsa). Doch: Falsche Gewürze tun ebenso weh wie falsche Töne – das wusste schon der italienische Opernkomponist Gioacchino Rossini (1792–1868). Damit ihr für eure Lieblingsgerichte neben Pfeffer & Salz daher immer die richtigen Gewürze einsetzt, hier ein Überblick, welche 25 Gewürze in eure Küche gehören.

Kleiner Tipp: Wer die Gewürze (z.B. Petersilie oder Lorbeer) nicht direkt in die Speisen geben möchte, dem zeigen wir am Ende des Textes ein praktisches Gewürz-Sieb.

1. Gewürze für die deutsche Küche

Gewürze, Deutsche Rinderrouladen
©iStock/bonchan

Gefüllte Rinder- oder Schweinerouladen (Foto l.), rheinischer Sauerbraten, knusprige Schweinshaxn: Die Deutschen lieben es deftig. Doch richtig fein wird’s erst mit diesen Kräutern & Gewürzen:

Petersilie: beliebtestes deutsches Küchenkraut, wobei die glatte (und aromatischere) Variante der krausen inzwischen den Rang abgelaufen hat; passt zu allen anderen Kräutern und fast jedem Gericht; gibt Eintöpfen & Fleisch einen kräftigen Geschmack. Tipp: Erst zum Schluss mitgaren, sonst leidet das Aroma.

Lorbeer: Ein Muss in der deutschen Küche – Schmorbraten, Fonds & Sauerkraut sind ohne das herbe, intensive Lorbeerblatt kaum denkbar; verfeinert zudem jede Brühe.

Majoran: Hättet ihr’s gedacht? Hauptzutat in deutschen Würstchen ist Majoran, ein kräftiges, würziges Kraut, das der Mittelmeer-Küche entstammt; prima zu Bratkartoffeln und allen deftigen Speisen.

Estragon: Dieses Gewürzkraut stammt eigentlich aus der französischen Küche, leicht pfeffrig und etwas bitter im Geschmack; passt gut zu Fisch, Eiergerichten, hellem Fleisch, Spargel & Blumenkohl.

Dill: schmeckt leicht nach Anis, beliebt zu frischem Fisch, klassisch im Kräuter-Quark und zu Gurkensalat.

Liebstöckel: auch Maggi-Kraut genannt; schmeckt würzig und kräftig nach Sellerie, harmoniert perfekt mit Hülsenfrüchten und kräftigen Schmorgerichten; kann Suppengrün ersetzen.

Rosmarin: duftet herrlich würzig nach Tannennadeln; passt hervorragend zu Schwein & Geflügel, aber auch zu Ofenkartoffeln. Tipp: ganze Zweige mit aufs Blech legen; seine ätherischen Öle regen den Appetit an.

Paprikagewürz: aus getrockneten und gemahlenen Paprikafrüchten hergestellt, man unterscheidet die Sorten Delikatess-Paprika (nur aus Fruchtfleisch hergestellt, sehr mild), edelsüß (enthält zusätzlich wenige Samen; mild-würzig), Rosen-Paprika (wird aus den gesamten Früchten inkl. Samen gemahlen, scharf). Prima in pikanten Soßen & Gemüsegerichten; Rosen-Paprika passt auch toll zu Käse.

Nelken: auch Gewürznelken; stark duftende, brennend scharf schmeckende, getrocknete Blütenknospen der ursprünglich auf den Gewürzinseln (Molukken) beheimateten Pflanzenart; zum Würzen von Marinaden, Soßen, Fleisch- & Fischgerichten; der feine Nelkenkopf eignet sich zum Verzehr, der bittere Stängel nicht.

Muskatnuss: der Samen des Muskatnussbaumes wird frisch gerieben als Gewürz verwendet; verfeinert Kartoffelgerichte, Suppen & Eintöpfe, passt aber auch wunderbar zu Frikadellen & Schweinebraten, toller Würz-Begleiter für Gemüse, wie z.B. Spinat, Blumen-, Rosenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Erbsen und Karotten.

Kümmel: zählt zu den ältesten Gewürzen in unserem Kulturkreis; an seinem Geschmack scheiden sich aber auch die Geister; unbestritten ist, dass die Kümmelsamen schwer Verdauliches wie Brot, Sauerkraut und sämtliche Kohlgerichte bekömmlicher macht; verleiht Kartoffeln einen intensiven Geschmack.

2.  Gewürze für die italienische Küche

Gewürze, Spaghetti Bolognese
©iStock/zeljkosantrac

Ob „Spaghetti bolo“ (Foto l.), Tomate-Mozzarella oder Lamm mit Thymian – in der italienischen Küche geht nichts ohne diese fünf Gewürze:

Basilikum: ein echter Krautklassiker mit einer leichten Bitter-Note; passt zu Tomatengerichten und Antipasti; praktisch in der getrockneten Variante; frisch ist er hübsch dekorativ, z.B auf dem Insalata Caprese (Tomaten-Mozzarella-Salat).

Oregano: So wird der wilde Majoran genannt, das Basis-Gewürz der italienischen Küche; findet sich in jeder guten italienische Soße, schmeckt aber auch super zu Schafskäse; sein würziger, leicht scharfer Geschmack verfeinert zudem Salate.

Thymian: passt am besten zu Fleisch & Kartoffeln; schmeckt leicht bitter und etwas harzig nach Kampfer. Tipp: getrockneter Thymian würzt, anders als viele andere Kräuter, stärker als frischer – sparsam verwenden!

Salbei: intensiver, leicht bitterer Geschmack; gibt dem Kalbfleischgericht Saltimbocca erst den richtigen mediterranen Touch; passt hervorragend zu Rosmarin, Thymian, Lorbeer & Petersilie; fördert die Fettverdauung, daher idealer Würzpartner für Deftiges & Fettreiches.

Chili: Was wären die Spaghetti arrabiata ohne die scharfen, roten Schoten? In der italienischen Küche sind die „Peperoncinos“ jedenfalls fester Bestandteil. In Parma gibt’s sogar ein Chili-Versuchslabor; die kleinen Paprikaschoten können sowohl frisch, als auch gemahlen oder in Flocken-Form verwendet werden. Wie rabiat ihr’s auf dem Teller mögt, ist Geschmacksache – die Menge entscheidet.

3.  Gewürze für die thailändische Küche

Gewürze, Wok mit Gemüse und Gewürzen
©iStock/zeljkosantrac

Mit der Beliebtheit der asiatischen Küche steigt auch die Zahl asiatischer Gewürz- & Kräuter-Must-haves in der Küche:

Zitronengras: von großer Bedeutung in der asiatischen Küche; langes, schilfartiges Gras; wird dem Essen beigegeben, aber nicht mitgegessen; sein sanft-zitroniges Aroma passt hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten & Geflügel; Tipp: frisch im Asialaden kaufen und im Gemüsefach des Kühlschranks lagern oder gleich als Pulver verwenden (gibt’s als „Sereh“ in getrockneter oder gemahlener Form im Asia-Laden).

Ingwer: die fruchtig-scharfe Knolle sorgt für einen zitronig-frischen, leicht scharfen Geschmack; gibt frisch geschnitten oder als Pulver asiatischen Suppen, Soßen, Fleisch- & Fischgerichten eine feine, süßliche Schärfe.

Kurkuma: auch Safran-, Gelbwurz oder Gelber Ingwer genannt; der Wurzelstock der Pflanze wird frisch (harziger, leicht brennender Geschmack) und gemahlen (mildwürzig, leicht bitter) verwendet; färbt die Gerichte (und z.B. Currypulver, s.u.) in einem sonnigen Gelb – und zwar deutlich günstiger als Safran, das teuerste Gewürz der Welt.

Currypulver: Gewürzpulver-Mischung, die je nach Zubereitung aus bis zu 13 Komponenten bestehen kann, Kurkuma (s.o.) gibt ihm z.B. die Farbe, Koriander, Bockshornklee, Kreuzkümmel (s. Punkt 4) und schwarzer Pfeffer neben anderen Gewürzen das Aroma. Tipp: Im Asia-Laden nach der gewünschten Geschmacksrichtung (süß, sauer, scharf, bitter) fragen.

Koriander: verfeinert asiatische Geflügel- und Garnelen-Gerichte; frischer Koriander ist DAS Must-have
für thailändische und vietnamesische Gerichte. Seine petersilienähnlichen Blätter haben ein erdig-moschusartiges Aroma und eine feine zitronige Note. Getrocknete Korianderfrüchte haben einen süßlich holzigen Duft, leicht pfeffrigen Geschmack und erinnern an Anis; sie passen zu Fleischsaucen, Marinaden, Pilzen, Linsen- und Kohl-Gerichten; hervorragend kombinierbar mit Knoblauch, Liebstöckl, Paprika & Pfeffer.

 4.  Gewürze für die orientalische Küche

Gewürze, Hummus mit Koriander und Zitrone
©iStock/robynmac

Couscous, Mezze, Tajine, Hummus – damit diese orientalischen Leckereien auch richtig typisch schmecken, braucht ihr neben Koriander, Kurkuma, Ingwer und Gewürznelken unbedingt diese vier Gewürze aus der Schatzkammer der wunderbaren Gewürzwelt aus 1001 Nacht:

Kreuzkümmel (auch Cumin oder Kamoun): eines der weltweit beliebtesten Gewürze. süßer, lieblicher Duft, leicht scharfer, bitterer Geschmack. Hummus, die orientalische Vorspeisen-Spezialität aus pürierten Kichererbsen oder Bohnen (Foto l.), wird ebenso damit gewürzt, wie die arabischen Falafel (Kichererbsenbällchen). Hat wenig mit deutschem Kümmel gemein und ist auch deutlich eigenwilliger im Geschmack.

Kardamom: eines der wichtigsten Gewürze der arabischen Küche; soll aphrodisierende Wirkung haben; bei uns für Weihnachtsgebäck, Punsch oder Glühwein verwendet, verfeinert es orientalische Lamm- & Reisgerichte, Suppen & Gemüsepfannen; bei uns findet man eher die grünen, süßlich-scharfen Kapseln; die schwarzen eignen sich aber wegen ihrer rauchig-erdigen Note besser für Pikantes.

Sumach: auch Gewürzsumach; Wildpflanze mit vielen Steinfrüchten, die gemahlen oder getrocknet in der arabischen Küche als Säuerungsmittel eingesetzt werden; wird großzügig über Salate sowie arabische Fleisch- und Reisgerichte gestreut.

Zimt: wird aus der getrockneten, inneren Rinde von Zweigen des tropischen Echten Zimtbaumes hergestellt; leicht süß, würzig bis feurig-brennend; in der westlichen Küche eher für Süßspeisen, oder als Aroma in Glühwein, Punsch & Tee verwendet, gibt es in der orientalischen Küche Fisch-, Fleisch-, Reis- und Gemüsegerichten sowie Soßen den unnachahmlich würzig-süßen Geschmack; harmoniert perfekt mit Ingwer und Kardamom. Tipp: keinen großen Vorrat anlegen, das Aroma verflüchtigt sich schnell.

Gewürz-Sieb
Gewürze, Gewürzsieb von Gefu
©PR

Lorbeerblätter, Petersilienstängel und Nelken aus der Soße fischen? Das war gestern. Wenn ihr eure Speisen damit würzen, aber hinterher keine Ableger davon im Essen finden wollt, kommt das Gewürz-Sieb Gusto von GEFU (14,95 €) genau richtig. Sein Fassungsvermögen lässt sich auf verschiedene Topfgrößen anpassen, dank Silikonschnur ist das Edelstahl-Sieb immer griffbereit und sicher am Topf fixiert. 

Und hier lest ihr, mit welchen Gewürz-Tricks ihr zum Profikoch werdet.

Sabine Schipke
Sabine mag es total, wenn sie morgens bei einer Tasse dampfendem Kaffee auf ihrer Gartenschaukel langsam in den Tag schaukelt. Selbst im Winter. Dick eingepackt…flippt aus, sobald sie kleine Kätzchen sieht oder die süßen frechen Spatzen, Meisen & Rotkehlchen auf ihrer Terrasse. Oder kleine Hunde…träumt von zwei Monaten Frühling, neun Monaten Sommer und einem Monat Schnee. Vorzugsweise über Weihnachten.

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