Welche Zucker-Alternative schmeckt wirklich?

Welche Zucker-Alternative schmeckt wirklich?

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Zucker
©iStock/zeljkosantrac

Xylit, Stevia, Sucolin – Ersatzstoffe für Zucker gibt es viele. Aber welche schmecken auch gut? Wir haben mit mit sechs Zuckeralternativen gebacken und getestet.

Zucker, Marmorkuchen
©M.I.G./LISA

Es gibt Zucker-Alternativen mit wenig bis keinen Kalorien, es gibt künstliche und solche, die aus natürlichen Produkten gewonnen werden sowie Vitamine und Nährstoffe mitbringen. Aber schmecken diese Ersatzstoffe auch? Wir haben in der LISA-Redaktion sieben Marmorkuchen nach demselben Rezept gebacken, in sechs den Zucker ersetzt– und dann den Geschmackstest gemacht.

Unser Rezept:

  1. 5 Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen.
  2. Eigelbe mit 250 g Zucker schaumig schlagen. 250 g Mehl, 1 Pck. Backpulver, 100 ml Wasser und 100 ml Öl zufügen und gut mixen. Anschließend den Eischnee dazugeben.
  3. Ist alles gut vermischt, den Teig teilen und unter die eine Hälfte 3 EL Kakaopulver ziehen.
  4. Beide Teile abwechselnd in die gefettete Form geben und bei 170 Grad Umluft 45 Minuten backen.

Stevia

Was ist das? Die kalorienfreie Süße kommt aus der südamerikanischen Stevia-Pflanze. Klingt natürlich, die Produkte im Handel sind aber nur süß schmeckende chemische Verbindungen, die aus der Pflanze extrahiert werden. Stevia hat die 300-fache Süße von Zucker, sodass beim Backen mit wenig Zucker-Material der Teig schnell zu fest wird. Ab 5 € pro 50 g.

Wie schmeckt es? Erst schmeckt es komisch künstlich und bitter, die eigentliche Süße kommt erst verzögert und erinnert an Lakritze.

Fazit: Der absolute Verlierer im Test. „Schlimm“ war die häufigste Äußerung.

Groovia

Was ist das? Ein kalorienfreier Mix aus Stevia und Erythrit, einem Zuckeralkohol (siehe Sucolin). Dieser dient als Träger, sodass man im Gegensatz zu Stevia etwas Masse, z.B. zum Backen, hat: 20 g Zucker werden durch 5 g Groovia ersetzt. 1 Kilo kostet ca.2 €.

Wie schmeckt es? Der Kuchen schmeckt eher herb als süß, der künstlich-lakritzige Stevia-Geschmack kommt deutlich durch, besonders im dunklen Teig.

Fazit: Im Test schnitt Groovia zwar etwas besser ab als Stevia, auch weil man damit besser backen kann. Insgesamt hat uns alle die bitter-künstliche Note sehr gestört.

Kokosblütenzucker

Was ist das? Der Luxus-Zucker (1 Kilo ab 20 €) wird in aufwendiger Handarbeit aus Kokospalmenblüten hergestellt. Laut Herstellerangaben ist der glykämische Index nur halb so hoch wie der von normalem Haushaltszucker, lässt also den Insulinspiegel weniger stark ansteigen und verursacht somit weniger Heißhunger. Kokosblütenzucker ist reich an Mineralien, hat aber einen langen Importweg.

Wie schmeckt es? Die Süße wurde von den Testern als vanillig-rustikal beschrieben, die besonders gut zum Schokoteig passte. Auch wenn der Kuchen der süßeste war, schmeckte er sehr natürlich.

Fazit: Der Kokosblütenzucker begeisterte uns im Test genauso wie der Birkenzucker.

Xylit

Was ist das? Der Zuckeralkohol wird aus Birkenholz gewonnen und deswegen auch Birkenzucker genannt (Vorsicht: In manchen Produkten steckt billiger Maisersatz). Er enthält 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker und beeinflusst den Insulinspiegel kaum. Xylit hat eine ähnliche Süßkraft wie Zucker, beugt dabei Karies vor. Bei manchen Menschen können Zuckeralkohole abführend wirken. 500 g kosten etwa 8 €.

Wie schmeckt es? Dieser Kuchen war dem Zucker-Exemplar geschmacklich am nächsten, hatte einen leicht vanilligen, aber sehr angenehmen Nachgeschmack. Das Backen hat aber die doppelte Zeit benötigt.

Fazit: Ein leckerer, gesunder Zuckerersatz und somit einer der Gewinner in unserem Test.

Agavendicksaft

Was ist das? Der Dicksaft oder Sirup wird aus der Agave konzentriert und enthält deswegen im Gegensatz zu Zucker Nährstoffe. Veganer nutzen ihn als Honigersatz. Allerdings steckt in ihm viel Fruchtzucker. Der kann in großen Mengen den Stoffwechsel stören, die Insulinresistenz fördern und bei manchen Menschen abführend wirken. 250 ml kosten ca. 3 €.

Wie schmeckt es? Der Teig war insgesamt dunkler und trockener, der Geruch erinnerte an Brot aus dem Reformhaus und ähnlich war auch der Geschmack: wenig Süße, dafür ein malziges Aroma. „Da könnte man Wurst drauflegen“, meinte ein Tester.

Fazit: Geschmacklich überzeugt hat uns der natürliche Zuckerersatz nicht. Um vollends zu enttäuschen, war der Sirup aber zu neutral.

Sucolin

Was ist das? Sucolin oder Erythrit ist ein zahnfreundlicher, kalorienarmer Zuckeralkohol. Er ist etwas weniger süß als Zucker und hat eine ähnliche Konsistenz, kann bei übermäßigem Verzehr aber abführend wirken. Für 10 € bekommt man 1 Kilo.

Wie schmeckt es? Wir waren etwas irritiert, weil der Kuchen beim Kauen knisterte und eine ungewohnte Frische im Mund hinterließ. Insgesamt war Sucolin aber nah am Geschmack von Zucker. Bei einigen Testern hinterließ es ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen.

Fazit: Das Sucolin spaltete die Tester: Die einen fanden die kühlende Frische komisch, andere richtig lecker und perfekt für den Sommer.