Die 10 wichtigsten Fragen an den Frauenarzt

Die 10 wichtigsten Fragen an den Frauenarzt

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Frauenarzt
©iStock/RyanKing999

Schmerzen beim Sex, Intimpflege & Regelbeschwerden – diese Themen solltest du ohne Scheu mit dem Frauenarzt besprechen, denn sie können ein Hinweis auf Krankheiten sein!

Das ist doch alles ganz natürlich – trotzdem tun wir uns selbst dem Frauenarzt gegenüber schwer, intime Probleme anzusprechen. Diese Hemmungen können dazu führen, dass wir Beschwerden lange mit uns herumschleppen, obwohl ganz leicht Abhilfe geschaffen werden könnte. Laut Statistik hat fast jede Frau hierzulande schon mal unter Scheideninfektionen, Inkontinenz oder sexuellen Problemem gelitten. Schweigen ist dabei das schlechteste aller Heilmittel. Das würde auch der Frauenarzt so unterschreiben. Deshalb beantworten wir euch heute die Top 10 der wichtigsten Fragen!

Warum habe ich manchmal Schmerzen beim Sex?

Psychische Probleme wie Stress oder frühere negative Erfahrungen können hier eine große Rolle spielen. Oft ist aber auch eine hormonell bedingt trockene Scheide der Grund für die Schmerzen. Eine Gleitcreme, pflanzliche Östrogene und eventuell ein Stellungswechsel sind dann hilfreich. Und auch Zysten in den Eierstöcken oder eine Pilz- infektion können beim Sex zu Schmerzen führen. Bei Verdacht unbedingt den Arzt fragen!

Nützt die HPV-Impfung auch noch älteren Frauen?

Der Impfstoff gegen humane Papillomviren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für 9- bis 14-jährige Mädchen und neuerdings auch für Jungen empfohlen, die noch keine sexuellen Kontakte hatten. Laut aktuellen Studien macht die Impfung aber auch noch Sinn bis etwa 50 Jahre. Allerdings zahlen nicht alle Kassen die späte Immunisierung.

Wie sollte der Intimbereich gepflegt werden?

Weniger ist in diesem Bereich mehr, ansonsten wird das natürliche Scheidenmilieu und dessen Schutzfunktion gestört. Die Folge sind unangenehme Infektionen. In der Regel reicht für die Reinigung klares, lauwarmes Wasser. Wird Seife verwendet, dann eine unparfümierte, pH-neutrale nehmen. Verzichten Sie zudem auf Unterwäsche aus Kunstfasern.

Was steckt hinter krampfartigen Regelschmerzen?

Nicht selten Endometriose. Dabei siedeln sich Herde der Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum an. Während der Periode durchlaufen auch sie den Zyklus und verursachen dadurch starke Unterleibskrämpfe. Mit einer Bauchspiegelung lässt sich die Erkrankung feststellen. Die Herde werden mit Hormonen behandelt oder entfernt.

Ich habe das Gefühl, meine Scheide wird enger. Ist das möglich?

Bei etwa der Hälfte aller Frauen verändert sich nach den Wechseljahren die Schleimhaut in der Scheide. Der Eingang kann sich dadurch bei manchen tatsächlich etwas verkleinern.

Weshalb komme ich nicht zum Orgasmus?

Noch immer glauben viele Frauen, dass nur der vaginale Orgasmus zählt. Dabei kommen 80 bis 85 Prozent nur durch zusätzliche Stimulation der Klitoris zum Höhepunkt. Also keine falsche Scheu: Dein Partner oder du selbst können hier einfach nachhelfen. Als (seltene) körperliche Ursache kommt vor allem ein Hormonmangel infrage. Er lässt sich mit einem Bluttest diagnostizieren und meistens mit lokaler Hormonersatztherapie beheben.

Wie gefährlich ist die Tamponkrankheit?

Das Toxische Schocksyndrom entsteht, wenn beim Einführen des Tampons Staphylococcusaureus-Bakterien in die Scheide gelangen, die sich im saugfähigen Material des Tampons vermehren können – was zu Kreislauf- oder Organversagen führen kann. Doch keine Angst: Die Infektion ist sehr selten! Um ganz sicherzugehen, sollte man Tampons spätestens nach zwölf Stunden wechseln.

Was steckt hinter Ausfluss mit Schmerzen und Fieber?

Während der Auslöser für dickflüssigen Ausfluss und Juckreiz meist ein harmloser Pilzinfekt ist, sind dünnflüssige Konsistenz, unangenehmer Geruch, Schmerzen und gar Fieber Hinweis auf eine bakterielle Infektion, die ärztlich therapiert werden sollte. Die Behandlung erfolgt meist per Antibiotika. Tipp: Milchsäure-Gels (Apotheke) können den pH-Wert der Scheide stabilisieren und so einem Infekt vorbeugen.

Ich habe ein Knötchen an der Vulva. Kann das Krebs sein?

Keine Sorge, Krebs im Bereich der Schamlippen ist äußerst selten. In den meisten Fällen entsteht ein kleiner Knoten, wenn Talgdrüsen verstopfen, zum Beispiel infolge des Rasierens. Sicherheitshalber solltest du trotzdem zum Arzt gehen, wenn die Veränderung nach rund zwei Wochen nicht verschwunden ist.

Muss ich während der Wechseljahre noch verhüten?

Ja, solange die Periode noch einsetzt, egal ob regelmäßig oder nicht, musst du verhüten. Es kann allerdings durch eine Blutanalyse des Hormonstatus ärztlich geklärt werden, ob eine Schwangerschaft tatsächlich noch möglich ist.

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