Warum Faulsein gut für uns ist

Warum Faulsein gut für uns ist

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Wellness
©iStock/Sergey_Labutin

Einen ganzen Tag faul sein – das ist nicht nur Wellness für die Seele, es ist auch sehr gesund. Doch was macht es mit unserer Disziplin, wenn wir uns so gehen lassen? Die Antwort ist erstaunlich.

Sucht man bei Foto-Agenturen nach Bildern zum Thema „Faulenzen“, findet man ein paar wenige Frauen, die gerade Wellness machen und ganz viele, die sich vor der Arbeit drücken oder widerwillig ihre Hanteln anschauen. Faul sein hat also offenbar keinen so guten Ruf. So, als sei es eine Schwäche. Etwas, das nur Drückeberger tun. Das ist: Quatsch. Zumindest teilweise.

Struktur ist wichtig

Eines ist klar: Wenn wir nicht gerade eine schwere Grippe haben, sondern nur so über Wochen jeden Tag bis mittags im Schlafi oder Morgenmantel rumlaufen, erst abends mal duschen, ewig vor der Glotze sitzen und so wenig wie nur irgendwie möglich erledigen, werden wir immer träger. Und unglücklicher. Mit unserem Geist ist es ein bisschen wie mit Muskeln: Wird er kaum benutzt, baut er ab. Motivation, Spaß an Action und Power lassen immer mehr nach, wenn sie nie gebraucht werden.

Wellness als Entscheidung

Aber auch umgekehrt gilt: Wenn wir jeden Tag völlig durchgetaktet leben, überlasten wir uns. Unser Organismus kommt nie zu Ruhe. Wir stehen immer unter Einfluss von Stresshormonen, die auch unsere Seele in einer Art Dauer-Anspannung halten. Es ist also klar: Aktive Phasen und Ruhezeiten sollten sich abwechseln. Die Frage ist nur: Wie macht man Wellness für die Seele? Nun, dafür gibt es ganz wenige Regeln. Die erste: Nur DVDs schauen oder sich durch die Kanäle zappen, gilt nicht! Die zweite: Alle Nützlichkeitsgedanken müssen draußen bleiben. Das bedeutet: Man sagt sich nicht schon am Morgen, dass man heute von elf bis zwölf an der frischen Luft entspannt, danach – ganz relaxt – einen überaus gesunden Snack zu sich nimmt, um später ein seelenvolles Buch zu lesen, das der Psyche wohl tut. Nein! Man macht: nur was man will! Man lässt: sich gehen.

Und was ist mit der Disziplin?

Disziplin? Braucht man für einen guten Seelen-Wellness-Gammeltag keine! Das ist ungewohnt. Und man befürchtet, dass man schon am nächsten Tag weniger davon hat. Als müsse man immer dran bleiben, um ja nichts zu verlieren.

Die wunderbare Nachricht: Das stimmt nicht. Disziplin ist wichtig, sicher. Aber auch sie ist wie ein Muskel: Wenn wir ihn andauernd angespannt haben, versagt er irgendwann komplett den Dienst. Und kann dann nicht mehr verhindern, dass wir an einem ganz normalen Tag abends plötzlich eine Packung Eiscreme naschen. Wenn wir dem Disziplin-Muskel aber immer mal einen Tag oder ein Wochenende lang komplett Ruhe gönnen, dann wird er stärker!

Leuchtet euch das ein? Und: Gönnt ihr euch regelmäßig einen richtig faulen Tag? Erzählt uns davon!