Cholesterin und geschredderte Küken: Die Wahrheit übers Ei

Cholesterin und geschredderte Küken: Die Wahrheit übers Ei

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Ei, Mythen
Über das Ei gibt es viele Mythen – wir klären auf © iStock/Mamuka Gotsiridze

An diesem Nahrungsmittel scheiden sich die Geister: das Ei. Die einen feiern Eier als supergesunden Eiweiß-Lieferanten. Die anderen meinen, sie erhöhen den Cholesterin-Spiegel. Das stimmt wirklich:

„Das weiß ein jeder, wer’s auch sei, gesund und stärkend ist das Ei“, schrieb einst Wilhelm Busch. Doch nicht alle teilen diese Meinung. Das Ei hat einen schlechten Ruf, weil es angeblich den Cholesterin-Spiegel antreibt und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Doch gerade jetzt zu Ostern nehmen viele Menschen Eier in rauen Mengen zu sich. Ist das wirklich so ungesund? Die größten Ei-Mythen im Fakten-Check:

1. Wer zu viel Ei isst, der hat einen hohen Cholesterin-Spiegel.

Das wurde inzwischen widerlegt. Patric Heizmann, Ernährungsexperte und Vertreter der Pro-Ei-Fraktion, erklärt die Hintergründe: „Der Irrtum beruht im Kern auf einer uralten Studie. Der Mediziner und Professor Anitschkow (St. Petersburg) hatte damals Kaninchen mit cholesterinreichem Hirn und Eigelb gemästet. Wie würde es wohl uns gehen, wenn wir acht Wochen lang nur Löwenzahn futtern würden? Dann würden uns auch die Lampen ausgehen. Da Kaninchen keinen Cholesterinabbau-Stoffwechsel haben, sind denen dann die Lampen ausgegangen. Dieses Ergebnis wurde dann eins zu eins auf den Menschen übertragen. Und dieser Mythos hält sich so unglaublich hartnäckig.“ Das Ei ist also von diesem Vorwurf freigesprochen.

2. Für unsere Eier werden Küken geschreddert.

Wer gerne Eier isst, aber auch kleine Küken süß findet, der sollte diesen Absatz jetzt nicht lesen. Für alle anderen: Ja, es stimmt – leider! Denn das Industrie-Huhn von heute kann nur eins: entweder Eier legen ODER Fleisch ansetzen. Und weil Hähne nun mal keine Eier legen, werden die männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen aussortiert und lebendig geschreddert oder vergast. Besonders heikel bei diesem Thema: Das passiert auch bei Bio-Eiern! Wer nicht auf Eier verzichten möchte, aber gut und gerne auf das Töten von ca. 40 Millionen Küken jährlich, für den gibt es zum Beispiel die Bruderhahn Initiative Deutschland. Mit deren Logo vermarkten rund 15 Betriebe Eier und Fleisch. Derzeit wird außerdem versucht eine Methode zu entwickeln, mit der man bereits im Ei erkennt, ob daraus ein Hahn oder eine Henne schlüpfen wird. Die Hähne werden dann nicht ausgebrütet, sondern als Verarbeitungs-Ei, etwa für Nudelhersteller, verkauft. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr hier.

3. Abgeschreckte Eier lassen sich besser schälen.

Dieser Mythos stimmt nicht. Gekochte frische Eier lassen sich so oder so kaum schälen. Bei älteren Eiern ist die Schale leicht entfernbar, weil sich zwischen der Eischale und der Eihaut mehr Luft befindet. Praktisch ist das Abschrecken der Eier aber trotzdem – denn so ist die Schale nicht mehr heiß und man verbrennt sich nicht die Finger beim Pellen.

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