Alex goes vegan: Vom Fleischvernichter zum Veganer

Alex goes vegan: Vom Fleischvernichter zum Veganer

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Vegan werden
Die Umstellung war für mich 2013 anfangs nicht ganz leicht – aber mit etwas Vorbereitung klappt es auch bei euch ©M.I.G./LISA/Laura Büchele

Wie schafft man es, seine Ernährung komplett auf vegan umzustellen? LISA-Redakteurin Alex hat es ausprobiert …

Im Durchschnitt essen wir im Jahr 88 Kilo Fleisch, 24 Kilo Käse  und trinken 53 Liter Milch. Besonders unser Fleischkonsum ist viel zu hoch – so empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa 300 Gramm Würstchen, Schnitzel und Co. in der Woche. Auf das Jahr gerechnet sind das nur rund 16 Kilo! Auch ich habe mir dazu so meine Gedanken gemacht. Ich komme aus Thüringen und dort wird traditionell sehr viel Wurst gegessen. Im Jahr 2013 habe ich einmal den Versuch gewagt und mein Leben 21 Tage auf vegan umgestellt. Durchgehalten habe ich das Ganze dann sogar ungefähr ein halbes Jahr. Mein persönlicher Einbruch kam zu Weihnachten – der leckere Gänsebraten meiner Mutter brach mir das Genick. Weil ich wusste: Die Gans ist im Garten meiner Eltern aufgewachsen und hatte ein wirklich schönes Leben. Okay, zugegeben, eine Vorzeige-Veganerin wird wohl nicht aus mir werden. Aber that’s the point: So etwas muss jeder komplett für sich entscheiden. Mein Weg: Seit 2013 stelle ich immer wieder im Jahr mein Leben 21 Tage lang bewusst auf vegan um.

So bin ich Profi im Wechseln der Ernährungsweise geworden. Das sind meine Tipps:

1. Bereitet euch vor!

Ich bin im Sommer 2013 völlig blauäugig an die Sache herangegangen –ich hatte ja keine Ahnung, wo überall tierische Inhaltsstoffe drinstecken. Deshalb ist es sehr hilfreich, sich erst mal in das Thema einzulesen. Auf Blogs wie „Oh, Sophia“ findet ihr leckere Rezepte. Mein Lieblingskochbuch: „The Lotus and the Artichoke: Vegane Rezepte eines Weltreisenden“. Erstellt euch eine Art Ernährungsplan, schreibt eine Einkaufsliste und überlegt, wann ihr was essen wollt. Mich beruhigt das, wenn ich weiß: Ich muss nicht hungern, sondern kann trotzdem satt und zufrieden am Tisch sitzen.

2. Nehmt euch Zeit für den ersten Einkauf

Auch dies war ein Fehler, den ich anfangs gemacht habe: Ich war mit meinem Freund einkaufen, wir hatten beide Hunger und wenig Zeit. Das Ergebnis: Zwei Menschen am Rande des Wahnsinns. Stellt euch darauf ein, dass der erste Einkauf etwas länger dauert. Denn die für euch neuen Produkte muss man eben erst einmal finden – das Abhaken der Einkaufsliste dauert deshalb anfangs länger. Aber keine Angst: Das meiste bekommt ihr im Supermarkt und nach einiger Zeit geht der Einkauf wieder ruck, zuck.

3. Erwartet nicht zu viel von euch selbst

Ich bin – wie viele – mit dem Buch „Vegan for fit“ von Attila Hildmann gestartet. Die Rezepte sind auch wirklich nicht schlecht und stellen sicher, dass man sich weiterhin gesund ernährt. Denn natürlich kann man sich auch als Veganer verdammt ungesund und nährstoffarm ernähren (deshalb ist Punkt 1 so wichtig). Aber Attilas Philosophie in diesem Buch ist es nun mal, komplett auf Fertigprodukte, Alkohol, Weißmehl und abends Kohlehydrate zu verzichten. Das hat mich anfangs etwas überfordert. Heute würde ich erst mal beginnen, auf tierische Produkte zu verzichten. Und dann stufenweise Weißmehlzeugs usw. weglassen. Aber da ist vielleicht auch jeder anders…
Also falls ihr zu Beginn nicht auf Schoki verzichten wollt und keine Zeit zum selbst Anrühren habt: Die beste vegane Schokolade heißt „iChoc“. Besonders die Sorte „choco cookie“ hat es mir angetan.

4. Plant den Start

Wenn ich loslege und mal wieder vegan esse, suche ich mir dafür einen guten Startpunkt aus … Also wenn ihr wisst, dass ihr in den nächsten Wochen zum Beispiel auf fünf Hochzeiten eingeladen seid, könnte es schwierig werden. Das heißt jedoch nicht, dass ihr darauf verzichten müsst, auswärts essen zu gehen. Klar, ist es etwas komplizierter. Aber wenn ich mal wieder „auf dem Vegan-Trip“ bin, bitte ich meine Freunde, dass wir Sushi essen gehen. Denn vegetarisches Sushi gibt es immer. Auch beim Italiener findet sich etwas Leckeres. Pizza kann man zum Beispiel ohne Käse bestellen. Die Kellner gucken dann zwar etwas schief – aber bei mir hat es immer funktioniert. Und eins ist ja eh klar: Eure Umstellung wird auf jeden Fall für Diskussionen sorgen. Auch darauf kann man sich vorab einstellen.

Außerdem muss ich auch sagen, dass mir der Start im Frühjahr oder Sommer immer leichter fällt, da die Wochenmärkte dann voll sind mit leckerem, frischem Obst und Gemüse der Saison.

5. Freut euch auf den Energieschub

Ungefähr nach Tag 13 stellt sich bei mir das Gefühl ein, ich könnte Bäume ausreißen. Denn durch die vegane Ernährung esst ihr automatisch mehr gesundes Gemüse. Und das gibt die Kraft!