Toilettenhocker und Co – das hilft bei peinlichen Beschwerden

Toilettenhocker und Co – das hilft bei peinlichen Beschwerden

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Toilettenhocker ©iStock/jehsomwang
Etwas peinlich, aber wahr: Ein Toilettenhocker hilft bei Verstopfungen ©iStock/jehsomwang

Von Blähungen bis hin zu Scheidentrockenheit – es gibt gesundheitliche Beschwerden, die nicht gerade als Small-Talk-Thema taugen. Wir zeigen Hilfsmittel, die bei peinlichen Problemen Abhilfe schaffen.

Der Toilettenhocker – die gesunde Alternative zu Abführmitteln

Zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung – die Ursachen für Verstopfungen sind oft recht simpel. Schätzungen zufolge leiden mindestens fünf bis sechs Prozent der deutschen Bevölkerung darunter. 90 Prozent der Patienten sind weiblich. Um das Problem zu lösen, greifen viele Betroffene zu Abführmitteln. Doch diese wirken nicht auf Dauer. Der Darm wird dann nur noch träger und das Absetzen wird immer schwieriger. Abführmittel sollten deshalb nur vorübergehend eingenommen werden – länger als zwei bis drei Wochen sollte man sie nicht anwenden.

Langfristig macht es vielmehr Sinn, sich einen so genannten medizinischen Toilettenhocker anzuschaffen (den gibt es z.B. über Amazon für rund 40 €). Denn unsere moderne Toilette begünstigt oft Verstopfungen, wie Giulia Enders, Autorin des Buches „Darm mit Charme“, erklärt: „Unser Darmverschluss-Apparat ist nicht so entworfen, dass er im Sitzen die Luke vollständig öffnet. Es gibt einen Muskel, der in Sitzhaltung oder gerade auch beim Stehen den Darm wie ein Lasso umgreift und in eine Richtung zieht, sodass ein Knick entsteht.“ In der Hocke hingegen würde der Knick am besten begradigt werden, weiß die Darmexpertin. Das Problem: Genau das passiert eben nicht, wenn wir auf einer modernen Toilette sitzen. Die Lösung: der Toilettenhocker! Er wird einfach unter die Füße geschoben, sodass die Knie erhöht sind – und der Knick begradigt wird. So wird es für den Darm leichter, sein Geschäft zu erledigen.

Ganz genau wird das auch in diesem Youtube-Video gezeigt:

Zudem beugt der Toilettenhocker auch andere Erkrankungen vor, denn durch zu starkes Pressen entstehen zum Beispiel oft Hämorrhoiden. So meint Giulia Enders: „Hämorrhoiden, Darmkrankheiten oder auch Verstopfungen gibt es fast nur in Ländern, in denen man beim Stuhlgang auf eine Art Stuhl geht.“ Höchste Zeit also, dass der Toilettenhocker ganz selbstverständlich ins Bad einzieht und zum Inventar gehört – denn wenn ihn jeder hat, ist es ja auch nicht mehr peinlich, so ein Ding zuhause stehen zu haben …

Pupsjeans und -unterwäsche gegen unangenehme Gerüche

Shreddies © PR
Diese Unterwäsche neutralisiert unangenehme Gerüche © PR

Jeder Mensch leidet mal darunter – doch besonders Frauen schämen sich dafür: Blähungen. So meint auch Giulia Enders: „Pupsen lässt sich mit einem ‚Mein Körper meint es gut mit mir, das musste raus‘ rechtfertigen. Männer können das auch so artikulieren. Frauen fällt diese Popo-Perspektive schwerer. Seit ich diese Scham verloren habe, kann ich auch auf Zugtoiletten gehen. Ich sage mir: ‚Der innere Schließmuskel will nur das Beste für mich.‘ “ Leider bleibt auch bei dieser Sichtweise ein Problem: Unangenehmer Nebeneffekt der Blähungen sind nun mal üble Gerüche. Dagegen hat eine britische Firma nun etwas entwickelt: Unterwäsche, die solche Gerüche eliminiert. Die so genannten Shreddies enthalten einen Aktivkarbonfilter, der austretende Gase neutralisiert. So heißt es auf der deutschen Webseite von Shreddies: „Mit dieser patentierten und somit weltweit einzigartigen Technologie bieten Shreddies eine hoch zuverlässige Filtration von Gerüchen. Dies hilft die Träger von Shreddies dabei, einen normalen Alltag zu führen, ohne Angst vor unangenehmen Situationen.“ Die Unterwäsche scheint in Großbritanien so erfolgreich zu sein, dass die Idee sogar weiterentwickelt wurde – inzwischen kann man auf der englischen Webseite sogar eine Jeans mit Karbonfasern bestellen, die unangenehme Gerüche eliminiert.

Wäsche statt Tampon & Binde

Frauen, die unter Scheidentrockenheit leiden, müssen häufig auf Tampons verzichten, da sie zusätzlich austrocknen und so Scheidenpilz begünstigen. Außerdem stehen Tampons, aber auch herkömmliche Binden, derzeit in der Kritik: Die Baumwolle, aus denen Tampons gemacht werden, wird nämlich oft mit Pestiziden behandelt, die die Organe und das Nervensystem angreifen können und sogar Krebs, Allergien und Unfruchtbarkeit verursachen. Schlimmer ist aber die Chemikalie Dioxin, mit der Hygieneprodukte gebleicht werden. Dioxin ist schon in kleinen Mengen giftig und wird in Verbindung mit Endometriose (Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut) gebracht. Deshalb ist der so genannte Lady Cup bei Frauen immer belieber – mehr dazu lest ihr hier.

Slip "Thinx" © PR
Der Slip „Thinx“ lässt sich wiederverwenden – und spart damit im Vergleich zu Tampons eine Menge Geld © PR

Doch jetzt gibt es noch eine weitere Lösung für dieses Problem: Der  Slip „Thinx“ saugt das Periodenblut einfach auf. Nach dem Tragen wird er ausgewaschen und wiederverwendet. Die Idee entstand in Afrika, wo viele Frauen keinen Zugang zu Hygieneartikeln haben und daher während der Regel nicht zur Schule bzw. arbeiten gehen. Einen Teil der Erlöse spenden die Erfinderinnen an AFRIpads für Frauen in Uganda.