Sonya Kraus: „Mein Hintern war weich wie ein Marshmallow“

Sonya Kraus: „Mein Hintern war weich wie ein Marshmallow“

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Sonya Kraus
©Bernd Jaworek

Im Interview erzählt Sonya Kraus, warum sie nach 28 Jahren wieder Sport macht und wie der Alltag als Mutter von zwei kleinen Söhnen ist.

Sonya Kraus
Sonya Kraus mit Redakteurin Laura Büchele ©Privat

Sonya Kraus (43) wurde als Moderatorin vom „Glücksrad“ und „talk talk talk“ bekannt. Als sie mit 23 Jahren einen renovierungsbedürftigen Bungalow kaufte, wurde sie aus der Not heraus zur Heimwerker-Queen. Auf ihrem Video-Blog „Sonya’s Secrets“ findet ihr spannende Tipps fürs Heimwerken, Dekorieren, Backen und Schminken. Und wer mag, kann mit ihr jetzt sogar sporteln: Sie hat gerade die DVD „Total Body Workout“ herausgebracht. Außerdem steht sie dazu, dass alle sieben Monate Botox in die Stirn kommt. Ganz offen zeigte sie sich auch im Interview mit LISA-Redakteurin Laura Büchele in Frankfurt:

1. Sie haben 28 Jahre lang keinen Sport gemacht. Wie kam es zur Sinneswandlung?

Mir fiel nackig in einem Hotel-Badezimmer etwas runter. Ich hob es auf und dabei ging der Blick zwischen die Beine in den Türspiegel. Und ich dachte nur: Verdammt! Mein Hintern war mehr rechteckig als rund und er war weich wie ein Marshmallow.

2. Uns war gar nicht aufgefallen, dass Sie nicht mehr so in Form waren …

In ein schickes Kleid reinzukommen, ist ja auch kein Problem. Da ziehste halt zwei Spanks übereinander. Und mit Body-Make-Up auf dem Hintern sieht im Bikini auch alles super aus. Aber wenn’s bei jedem Schritt schwabbelt, hilft das nicht mehr. Ich wusste, ich musste was tun.

3. Und wie sieht das Sportprogramm von Sonya Kraus heute aus?

Ich mache mein persönliches Fitness-Programm und gehe einmal die Woche ins Schwimmen und zum Ballett. Der Kurs beginnt, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe. Ich bete, dass die Kinder schnell einschlafen, habe untendrunter schon meinen kompletten Fummel an, rase wie eine Bekloppte aus der Haustür, reiße mir dort die Kleider vom Leib und springe zum Aufwärmen an die Stange.

4. Lassen sie sich von Papa nicht ins Bett bringen?

Schleppend. Sage ich jetzt mal diplomatisch.

5. Brauchen Sie dann überhaupt noch Shapewear?

Die kommt sicherlich wieder zum Einsatz. Es geht immer noch besser. Man sagt ja immer, im Alter wird man entweder Ziege oder Kuh. Ich hab mich für Zicke entschieden. (lacht)

6. Wie ärgern Ihre Jungs (4 und 6) Sie zurzeit am liebsten?

Es ist manchmal schwer auszuhalten. Dieses schneller, höher, weiter, wilder, lauter… Ich bin echt niemand, der sagt, auf den Baum darfst du nicht klettern oder auf der Mauer nicht laufen. Aber diese Risikosuche. Ich kann manchmal nicht mehr.

7. Das haben Sie bestimmt jeden Tag viele kleine Herzinfarkte, oder?

Es ist eher so, dass ich ständig den unbeliebten Satz „Ich hab’s dir doch gesagt“ wiederholen muss. „Ich will keine Socken im Gummistiefel!“ – „Du wirst Blasen kriegen.“ Und er hat Blasen. Männer sind so anstrengend. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe in meinem Leben. Warum keine Mädchen?

8. Und wie kommen Sie dann runter?

Also manchmal feuere ich die Tür hinter mir zu und denke: Ich bin jetzt mal nicht mehr Sklave dieses Hauses. Aber es ist alles halb so wild. Es gibt Menschen, die haben mit ihren Kindern ganz andere Probleme. Also: Keep cool.

9. Sie sind ein sehr schlagfertiger Mensch. Gibt es Momente, in denen selbst Ihnen die Worte fehlen?

Auch mir ist fast schon mal die Hand ausgerutscht – ich geb’s zu. Ich hab’s dann gelassen. Ich versuche dann immer, ganz ruhig zu werden. Und gehe einfach in ein anderes Zimmer. Grenzen habe ich bei mir erst kennengelernt, seitdem ich zwei Jungs habe.

10. Was sollen Ihre Söhne später mal über Sie als Mutter sagen?

Dass ich ihnen eine gute Herzensbildung mitgegeben habe. Oder sie sagen einfach: Ist `ne coole Alte.

11. Gibt es eine kleine spießige Seite an Sonya Kraus?

Die Unterhose und die Socken müssen jeden Tag gewechselt werden – bei Jungs ist das sehr spießig.

12. Was war Ihre letzte Sünde?

Ich bin gestern Abend über dem Nutellaglas eingeschlafen und habe da schön Knäckebrot reingedippt. Aber ich brauchte in dem Moment Nervennahrung. Ich hatte gerade meinen großen Sohn nach langen Diskussionen aus der Badewanne rausbekommen. Eigentlich müsste man mindestens den gelben Gürtel im Judo haben, um die zwei da rauszukriegen.

13. Haben Sie schon ein bisschen Panik vor der Pubertät?

Nein, ich hoffe, dass ich dann nur noch eine gute Haftpflichtversicherung brauche und sie nicht betrunken vom Boden aufsammeln muss. Außerdem plane ich, ihnen noch einen großen Eimer Kondome hinzustellen. Und dann bin ich durch.

14. In welchem Moment bricht bei Ihnen der rücksichtslose Geizhals aus?

Ich bin überhaupt kein Marken-Fetischist, wenn es um meine private Garderobe geht. Jeans oder T-Shirts kaufe ich im Krabbelshop für 3,50 €. Ohne, dass ich jetzt denke, die armen Kinder in Timbuktu. Asche über mein Haupt. Und ich bin total der Wasserspar- und Öko-Nazi. Wenn einer meiner Jungs auf die Toilette geht und dann den falschen Knopf auf der Spüle drückt, könnte ich ausflippen.

15. Welche Haushaltsaufgabe hassen Sie am meisten?

Staubsaugen, auch weil ich eine Hausstaubmilbenallergie habe. Wenn ich anfange staubzusaugen, dann könnte ich mir zwei Tampons in die Nase stecken, damit ich das irgendwie überlebe.