Unsichtbare Gifte: So wird euer Heim gesünder

Unsichtbare Gifte: So wird euer Heim gesünder

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Heim
©iStock/gradyreese

Jetzt verbringen wir wieder viel Zeit in unserem gemütlichen Zuhause. Doch hier lauern unsichtbare Gifte. Wir zeigen euch, wie ihr die gefährlichen Substanzen aus eurem Heim verbannen könnt.

Das Schlafzimmer

Matratze:

Besonders ältere Modelle sind ein trautes Heim für Hausstaubmilben, Bakterien, Wanzen und Läuse. Oft entsteht durch die Feuchtigkeit und unzureichende Belüftung auch ein unsichtbarer Schimmel. Außerdem kann die feuerbeständige Beschichtung der Matratze gesundheitsschädigendes Formaldehyd enthalten.

Tipp: Matratze regelmäßig wenden und einen Schutzbezug überziehen (monatlich bei 90 Grad waschen). Nach acht bis zehn Jahren Matratze gegen ein Modell aus Naturlatex und organischer Wolle ersetzen.

Duftkerzen:

Lasst die Finger von sehr günstigen Duftkerzen. Denn das sind meist aus Petroleum (Erdöl) hergestellte Paraffinkerzen. Diese setzen beim Brennen gesundheitsschädigende Substanzen frei. Testet auch, ob ihr den Duft vertragt, da viele Duftstoffe als stark allergen gelten.

Tipp: Achtet auf natürliche Inhaltsstoffe. Kerzen aus Bienen- und Sojawachs sind umweltfreundlicher.

Wandfarbe:

Viele Farben in unserem Heim enthalten flüchtige organische Verbindungen (VOC) als Lösungsmittel. Gelangen diese in die Luft, können sie zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen.

Tipp: Lüftet nach dem Streichen gut durch (erst nach ca. 3 Wochen wird keine Raumluftbelastung mehr durch VOC festgestellt). Besser: Benutzt schadstofffreie Mineralfarben.

Das Wohnzimmer

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©iStock/LARISA DUKA

Elektrogeräte:

Flammschutzmittel in Fernseher, PC und Radio verhindern, dass das Gerät bei einem Kurzschluss brennt. Doch einige Brandhemmer sollen krebserzeugend und schädlich für die Fortpflanzung sein. Seit 2008 ist der Einsatz des Mittels DecaBDE in Elektrogeräten zwar verboten, doch in älteren oder ausländischen Produkten ist es immer noch zu finden.

Tipp: Stellt potenziell betroffene Geräte in einen großen Raum, den ihr oft lüftet und tauscht die Elektrogeräte allmählich aus.

Kamin:

Das geruchlose, aber lebensgefährliche Gas Kohlenmonoxid (CO) entsteht durch eine unvollständige Verbrennung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn zu viel Brennstoff verwendet wird und der Ofen zu wenig Sauerstoff bekommt. Zudem produzieren Papier, Pappe und feuchtes Holz beim Verbrennen zu viel Feinstaub. Dessen Partikel können Allergien, Asthma und sogar Lungenkrebs auslösen.

Tipp: Spezielle CO-Melder (ca. 20 Euro) anbringen und nur gut getrocknetes Holz verfeuern.

Polstermöbel:

Aus manchen Sofas in unserem Heim gasen Stoffe heraus, die der Gesundheit schaden. Vorsicht vor Billigmöbeln aus China und Osteuropa! Dort gibt es keine vergleichbaren gesetzlichen Schadstoffbestimmungen wie bei uns.

Tipp: Vertraut beim Kauf auf eure Nase und verzichtet auf weichen PVC-Kunststoff.

Teppich:

Bei der Herstellung von schmutzabweisenden Teppichen werden gerne per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verwendet. Diese sollen die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beeinträchtigen. Ein anderes beliebtes Einsatzgebiet von PFC: Regen- und Outdoorkleidung.

Tipp: Kauft natürliche Teppiche aus Wolle oder Sisal.

Das Badezimmer

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©iStock/sereznly

Kosmetik:

Konservierungsstoffe (z. B. Parabene) in Shampoos und Cremes können euren Hormonhaushalt durcheinander bringen. In Peelings und Duschgels befinden sich häufig Kleinstpartikel von Kunststoff (Mikroplastik). Diese wirken wie ein Magnet auf Schadstoffe. Außerdem werden Weichmacher wie Phthalate (oft in Nagelpflegeprodukten) von der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.

Tipp: Lest die Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Achtung vor Endungen wie -paraben, -cone, -xane und -phthalat. Gut zu wissen: Die Gratis-Apps „Code-Check“ und „ToxFox“ helfen beim Entschlüsseln. Oder ihr greift direkt zu zertifizierter Naturkosmetik. Noch besser: Seife und Co. selber machen. Wir zeigen euch wie es geht.

Duschvorhang:

Duschvorhänge aus PVC gasen oftmals hochgiftige Chemikalien aus. Krebs sowie Schädigungen der Leber, Atemwege, des Nerven- und Fortpflanzungssystems können die Folgen sein.

Tipp: Es bleibt nur eins – entsorgen! Als Alternative bieten sich Duschvorhänge aus beschichteter Baumwolle oder eine Duschkabine aus Glas an.

Zahncreme:

Triclosan ist ein bakterienhemmender Wirkstoff. Er wird zur Behandlung von Zahnfleischproblemen in Mundwasser und Zahnpasten gemischt. Doch der Bakterienkiller zerstört ebenso die gesunde Mundflora und somit das körpereigene Abwehrsystem. Vorsicht auch vor Natriumlaurylsulfat (SLS oder SDS). Dieses gilt als allergieauslösend und hautreizend.

Tipp: Greift zu Naturkosmetik-Herstellern, die auf bedenkliche Substanzen verzichten. Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt zur Kariesvorbeugung Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 1000 bis 1500 ppm.

Die Küche

Putzmittel:

Reinigungsmittel enthalten zahlreiche, teilweise gesundheitsschädliche Substanzen. Die können allergische Reaktionen, aber auch Reizungen der Atemwege hervorrufen.

Tipp: Mit den Hausmitteln Essig, Zitronensäure, Soda, Natron und Kernseife könnt ihr fast alle Putzmittel ersetzen! Zitronensäure und Essig lösen z. B. Kalkablagerungen. Backpulver ist ein prima Ofenreiniger. Soda wirkt im Kampf gegen verstopfte Abflüsse. Buch-Tipp: „Natürlich frisch und rein“ von Manfred Neuhold (LV, 18 Euro).

Plastikverpackungen:

Bisphenol A (BPA) wird zur Beschichtung von Folienverpackungen sowie Konservendosen verwendet und macht Plastikdosen hart. Doch Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Chemikalie und der Unfruchtbarkeit von Männern sowie dem Auftreten von Diabetes und Fettleibigkeit. In Babyflaschen ist der Stoff bereits seit 1. März 2011 verboten!

Tipp: Viele Hersteller schreiben ihre Produkte mit dem Hinweis „bpa-frei“ aus. Bewahrt eure frischen Lebensmittel lieber im Glas auf.

Obst & Gemüse:

Paprika, Salate, Möhren, Trauben, Erdbeeren und Äpfel zählen zu den Spitzenreitern in Sachen Pestizidbelastung. Denn sie sollen laut immer mehr Studien die Entstehung chronischer Erkrankungen (z. B. Diabetes, Asthma) begünstigen.

Tipp: Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau ist meist unbelastet. Außerdem gibt es im Handel geschmacksneutrale Obst- und Gemüsereiniger, welche chemische Rückstände und Bakterien entfernen.