Du müffelst! 7 Fakten über Körpergeruch

Du müffelst! 7 Fakten über Körpergeruch

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Körpergeruch
©iStock/SIphotography

An dem Spruch „sich nicht riechen können“ ist mehr dran als man denkt. Wie unser Geruchssinn unser Verhalten lenkt und noch mehr spannende Infos zum Thema Körpergeruch.

Jeder Mensch riecht und jeder riecht anders. Mit Deos und Parfüms versuchen wir, den Körpergeruch im Zaum zu halten – gibt es doch nichts Unangenehmeres als zu stinken. Doch Experten raten dazu, unsere Spürnase wieder zu sensibilisieren und die Gerüche von unserem Körper mehr wahrzunehmen. Sie eben nicht mit Parfüms zuzukleistern. Denn die körpereignen Gase sagen so viel mehr über die gesundheitliche Verfassung aus als man denkt. Und auch bei der Partnerwahl spielt der Körpergeruch eine wichtige Rolle. Doch nicht nur das: Hier kommen sieben spannende Fakten über unsere Ausdünstungen.

Liegt in den Genen

Für deinen Körpergeruch kannst du nichts: Er ist genetisch festgelegt. Mindestens 120 chemische Komponenten mischen deinen ganz individuellen Duft. Jeder hat also seinen ganz eigenen Geruch, der einen in einem Radius von etwa einem Meter umgibt. Die körpereigenen Gase setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Proteine, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, Pheromone, zu denen auch Östrogene und Testosteron zählen, und Geruchsmolekülen.

Schweiß riecht neutral

Denn er besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Seine Grundaufgabe besteht nämlich darin, den Körper auf normale Temperatur abzukühlen. Die restlichen ein Prozent setzen sich zusammen aus Eiweiß, Fetten und anderen Substanzen. Erst, wenn der Schweiß schon älter ist, fängt er an unangenehm zu riechen. Grund dafür sind die Bakterien der Hautflora, denn sie zersetzen das auf der Haut befindliche, geruchsneutrale Wasser.

Entscheidend für Partnerwahl

Der Körpergeruch eines anderen Menschen kann uns sympathisch sein oder aber wir finden ihn abstoßend. Über diese Entscheidung haben wir keinen Einfluss – das beschließt unser Körper instinktiv. Forscher glauben, dass wir über den Duft entscheiden, welcher Partner am besten zu uns passt. Je angenehmer wir jemanden riechen können, desto besser soll seine genetische Aussattung zu unserer passen – und je besser ist das für den potentiellen Nachwuchs. Dieser soll schließlich die beste genetische Grundausstattung abbekommen. Außerdem kann anhand des Körpergeruchs errochen werden, wann frau ihre fruchtbaren Tage hat. Die Düfte, die wir in dieser Zeit ausstoßen, signalisieren beim Mann eine Bereitschaft zum Sex. Diese Duftstoffe lassen wiederum beim Mann den Testosteronspiegel ansteigen, sodass auch dessen Lust zum Techtelmechtel zunimmt. Leider wird dieser körpereigene Geruch heutzutage oft von dominanten Parfüms überlagert, sodass dieser Urinstinkt getrügt wird.

Geruchsforscher wollen herausgefunden haben, dass der männliche Schweißgeruch Frauen beruhigt und entspannt. Nach einem stressigen Arbeitstag also ab unter die Achsel deines Partners. Oder du bleibst doch bei den guten alten Duftkerzen und Meditationsübungen.

Angst ist ansteckend

Klingt zunächst komisch, soll aber tatsächlich so sein: Unser Geruchssinn kann Angst bei anderen Menschen wittern. Wie genau es dazu kommt, ist noch unbekannt. Doch riechen wir an einem Menschen Angstschweiß, wenn dieser zum Beispiel kurz vor einem Fallschirmsprung steht, dann reagiert unser Gehirn mit höchster Aufmerksamkeit, Anspannung und steigender Konzentrationsfähigkeit. Wie Hirnscans von Probanden zeigten. Haben wir also Angst oder stehen unser Stress, riecht unser Schweiß nicht mehr neutral, sondern nimmt eine unangenehme Duftnote an.

Frauen riechen anders als Männer

Eigentlich haben wir es ja schon immer gewusst: Die Männer ticken einfach anders als wir Frauen. Doch nicht nur im Gehirn, sondern auch in punkto Körpergeruch. Und jetzt haben wir es schwarz auf weiß! Zwei Schweizer Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Frau eher zwiebelig und der Mann käsig riecht. Bei ihm liegt es am Testosteron, bei ihr am hohen Schwefelanteil aufgrund der Östrogene.

Verändert sich mit den Jahren

Auch wenn Kinder schwitzen, riechen sie oft nicht schweißig – oder zumindest nicht so wie wir Erwachsene. Das ändert sich erst in der Pubertät. In dieser Zeit fangen die Schweiß- und Duftdrüsen erst so richtig an zu arbeiten. Die Stoffe, die in den Duftdrüsen enthalten sind, sind diejenigen, die von den Bakterien zersetzt werden können. Und das erst löst den Schweißgeruch aus. Sie sind demnach für den Körpergeruch verantwortlich. Anders als die Schweißdrüsen, die wir über den Körper verteilt haben, befinden sich die Duftdrüsen an bestimmten Stellen: im Intimbereich, in den Achselhöhlen und an den Brustwarzen. Je nachdem, in welcher Lebenslage wir uns befinden, sendet der Körper andere Signale aus – unser Geruch verändert sich also in unserem Leben.

Säuglinge nutzen übrigens ihren Geruchssinn, um sich in der für sie neuen Welt zurechtzufinden. Sie gehen sprichwörtlich immer der Nase nach – so auch bei der Nahrungssuche. Denn die Duftdrüsen an der Brustwarze der Mutter stoßen Gerüche aus, an denen das Kind erkennt, wo sie sich befinden.

Gibt Hinweis auf Krankheiten

Sind wir krank, verändert sich nicht nur unser Körperempfinden, sondern auch unser Geruch. Schon allein, wenn der Stoffwechsel sich beispielsweise aufgrund der Hormone verändert, nimmt der Körpergeruch eine andere Note an. Das liegt aber nicht an den Duft-, sondern an den Schweißdrüsen. Durch diese transportiert der Körper nämlich unter anderem Giftstoffe ab. Sind wir nun krank, mischen sich im Krankheitsfall zusätzliche Stoffe ins flüssige Sekret. Was zum veränderten Körpergeruch führt. So kann zum Beispiel ein süßlicher Geruch ein Anzeichen für Diabetes sein oder ein Ammoniakgeruch kann für eine Störung der Leberfunktion stehen. Hunde mit einer besonders sensiblen Nase können sogar Tumore im menschlichen Körper wittern. Grund dafür sind die chemischen Stoffe, die der Körper aufgrund dieser Krankheit ausschüttet.

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Körpergeruch: Diese Krankheiten können dahinter stecken